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Der Gypsy King boxt am Samstag gegen Tom Schwarz

Beinahe kam es zum Kuss: Fury sorgt für irres Face-Off

13.06.2019 10:31
Tyson Fury und Tom Schwarz (r.) stehen sich in Kürze im Ring gegenüber
© Ethan Miller, getty
Tyson Fury und Tom Schwarz (r.) stehen sich in Kürze im Ring gegenüber

Er forderte ihn zum Singen auf, schnitt Grimassen beim Face-Off und täuschte sogar einen Kuss mit seinem deutschen Kontrahenten an. Vor dem Box-Fight gegen Tom Schwarz zeigte sich Tyson Fury bester Laune und hielt eine wichtige Botschaft parat.

Gehüllt in einen extravaganten Anzug, dessen Muster die Abbildungen Faustkampf-Champions vergangener Dekaden bildeten, betrat der "Gypsy King" die Bühne in Las Vegas und riss das Mikro und die Show sofort an sich.

Seinen deutschen Kontrahenten forderte "Showmaster" Fury auf, seinen Arsch auf die Bühne zu bewegen, gab ihm die Hand und sagte lässig: "Du bist ein hübsches Kerlchen." Als sich Schwarz vorweggreifend für sein Englisch entschuldigte, konterte Fury: "Kein Problem, entschuldige mein Deutsch, um dann in eben jenem zu ergänzen: 'Ich bin der Weltmeister aus Großbritannien.'" Schwarz erwiderte grinsend: "Natürlich, du bist der Beste der Welt."

Damit aber nicht genug: In der Folge fragte Fury Schwarz, ob dieser mit ihm ein Lied anstimmen wolle, der Deutsche verneinte mit Verweis auf die besseren Gesangskünste des Entertainers. Der Bitte Schwarz', Fury möge I'm Yours von Jason Mraz anstimmen, kam dieser dann jedoch nicht nach.

Als die PK richtig begann, schlug Fury jedoch ernstere Töne an. Die Box-Fans in den USA hätten ihm einen warmen Empfang bereitet, ihn auf offener Straße angesprochen und um einige Schnappschüsse gebeten, so Fury, der hinzufügte, das Verhalten habe ihn überrascht und demütig werden lassen.

Überhaupt zeigte sich der Ex-Weltmeister von der Glücksspielmetropole Las Vegas überwältigt. "All die großen Kämpfe haben hier stattgefunden. Wenn man sein Gesicht dann auf den großen Bildschirmen am Strip sieht, ist das einfach unglaublich. Das ist es, wofür ich geboren wurde."

Und weiter: "Ich bin hier, um die Show weiterzuführen, ich bin die neuste Attraktion der Stadt und ich bin buchstäblich die heißeste."

Fury spricht über schwere Krise

Weiterhin sprach Fury über die Bewältigung seiner psychischen Probleme. Im Oktober 2016 sorgten eine manische Depression und Suizidgedanken dafür, dass Fury seinen Rücktritt vom Boxsport bekanntgab und seine Titel niederlegte. Eineinhalb Jahre später stand der Brite wieder im Ring. Ein Mega-Fight gegen WBC-Champion Deontay Wilder endete im Dezember 2018 remis. Der Kampf gegen Schwarz ist der vierte seit Furys Comeback.

Seine Geschichte solle den Menschen zeigen, "dass es immer einen Weg zurück gibt, dass sie ihr Leben verbessern können", erklärte Fury. "Wenn ich es kann, kann es jeder, ich bin auch nur ein ganz normaler Typ." Er sei völlig am Boden gewesen und selbst seine eigene Familie habe den Glauben an ihn verloren, ehe er sich "Selbst von der Straße gekratzt habe", so der 30-Jährige.

"Ich war Schwergewichtsweltmeister und ich bin aus dem Nichts zurückgekehrt, was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe", schloss Fury sein emotionales Statement.

Beim Face-Off ließ Fury dann wieder den Clown raushängen: Er schnitt Grimassen, lächelte mit den Kameras um die Wette und deutete sogar einen Kuss mit Schwarz an. "Kaum zu glauben, dass diese beiden am Samstag versuchen werden, sich gegenseitig auf die Bretter zu schicken", twitterte "BT Sports". 

Der deutsche Außenseiter, der bislang jeden seiner 24 Profikämpfe gewann, aber nun vor seiner mit Abstand größten Herausforderung steht, nahm die Show überraschend gelassen. Die Antwort kann der 25-Jährige am 16. Juni im Ring geben.

 

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