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Ferrari-Pilot verschenkt Rennsieg in Kanada

"Nichts falsch gemacht": Vettel weist Kritik zurück

10.06.2019 10:20
Sebastian Vettel kann seine Strafe auch nach dem Rennen nicht verstehen
© Mark Thompson, getty
Sebastian Vettel kann seine Strafe auch nach dem Rennen nicht verstehen

Es war die entscheidende Szene beim Großen Preis von Kanada. In Runde 48 unterlief Sebastian Vettel ein Fahrfehler am Eingang von Kurve 4. Der Deutsche wich ins Gras aus, und als er wieder auf die Strecke zurückkam, musste Lewis Hamilton vom Gas gehen, um eine Kollision zu vermeiden. Von den Stewards bekam Vettel dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe, die ihn am Ende den Rennsieg kostete.

Bereits während des Rennens stellte Vettel am Funk klar, dass er keine Möglichkeit hatte, nach seinem Fehler etwas anders zu machen. Dabei bleibt er auch nach dem Rennen. "Ich habe das Heck des Autos verloren. Ich bin natürlich nicht freiwillig über die Strecke gesegelt", stellt er klar und ergänzt: "Ich wusste nicht, wie ich wieder auf die Strecke zurückkomme. Ich glaube, es ist ziemlich klar, dass ich am Limit war."

"Es war ein kleiner Fehler", räumt Vettel ein und verrät: "Ich hatte das ganze Rennen mit der Hinterachse zu kämpfen. Zu dem Zeitpunkt - aber eigentlich schon das ganze Rennen - hat Lewis viel Druck ausgeübt. Ich hatte nicht viel Luft. Da habe ich eingangs der Kurve das Heck verloren und musste überkorrigieren. Ich habe die Kurve nicht mehr bekommen, und es gab dann keinen Ausweg mehr."

"Bin nicht der erste Fahrer, der einen Fehler macht"

"Ich bin dann übers Gras, die Reifen waren dreckig. Ich hatte damit zu kämpfen, das Auto irgendwie gerade zu halten", erklärt Vettel und erinnert: "Ich bin nicht der erste Rennfahrer auf der Welt, der einen Fehler am Kurveneingang macht und das Auto abfangen und durchs Gras, Kiesbett oder was auch immer fahren muss." Für die Strafe hat der Deutsche daher kein Verständnis.

"Ich denke, es ist ziemlich bekannt, dass das Gras nicht sehr viel Grip hat", erklärt er leicht sarkastisch und stellt klar: "Ich denke nicht, dass ich irgendetwas falsch gemacht habe. Ich glaube nicht, ich hätte irgendetwas anders machen können." Der Ferrari-Pilot schildert den Vorfall so: "Als ich das Auto abgefangen hatte, merkte ich, dass ich es nicht auf der Strecke halten konnte."

"Ich wurde langsamer, musste wirklich vorsichtig übers Gras fahren und verlor eine Menge Zeit", so Vettel, der anschließend "mit schmutzigen Reifen" zurück auf die Strecke kam. Er habe nur noch versuchen können, irgendetwas zu unternehmen, um "das Auto unter Kontrolle" zu halten. Dass er auf dem Gas blieb, um vor Hamilton wieder auf die Strecke zu kommen, streitet er vehement ab.

Vettel wehrt sich: "Dann wäre ich gecrasht!"

"Natürlich ging ich vom Gas und verlor Zeit", stellt er klar und berichtet: "Ich gab kein Vollgas. Wenn ich das getan hätte, dann wäre ich gecrasht. An diesem Punkt geht es nur noch darum, zu überleben. Es geht nicht darum, sich umzuschauen, aufs Gas zu gehen oder schneller zu sein." Daher habe er Hamilton auch nicht bewusst den Weg blockiert. Den Mercedes habe er nämlich gar nicht gesehen.

"Nein! Wie denn?", antwortet er auf die Frage, ob er Hamilton in seinem Rückspiegel im Blick hatte. "Ich weiß nicht, wie es aus seiner Sicht aussah", zuckt Vettel die Schultern und erklärt: "Als ich in den Spiegel geschaut habe, nachdem ich das Auto gefangen habe, war er direkt hinter mir. Ich weiß nicht, wie spät er es gesehen hat, dass ich geradeaus gefahren bin und das Auto verloren habe."

"Was hinter mir passiert ist, konnte ich in dem Moment nicht sehen, weil ich damit beschäftigt war, das Auto auf der Straße zu halten", erklärt Vettel und ergänzt im Hinblick auf Hamilton: "Hätte er dann nach innen eingeschnitten, wäre er wahrscheinlich vorbeigefahren." Ferrari hat mittlerweile angekündigt, gegen das Rennergebnis Protest einzulegen. Die Erfolgsaussichten sind allerdings gering.

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