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Aufholjagd wie 2017

Stroll rast mit alternativer Strategie in Top 10

10.06.2019 07:44
Lance Stroll fährt mit Hard-Medium auf Platz neun
© Charles Coates, getty
Lance Stroll fährt mit Hard-Medium auf Platz neun

Racing-Point-Pilot Lance Stroll hat nach seinem Heimrennen in Montreal allen Grund zur Freude. Der 20-Jährige schafft eine sehenswerte Aufholjagd von Startplatz 17 auf Rang neun, dank einer guten Strategie und ein paar Überholmanövern. Er fühlt sich zurückversetzt in das Jahr 2017, als er auf dem Circuit Gilles-Villeneuve im Williams einen ähnlichen Befreiungsschlag erlebte.

"Ich erinnere mich, dass ich vor zwei Jahren in einer ähnlichen Position war. Am Sonntagnachmittag hatte ich dann ein fettes Lächeln im Gesicht. Genau wie heute. Heute musste ich ein bisschen härter dafür arbeiten. Ich musste ein paar mutige Überholmanöver setzen, um Positionen zu gewinnen."

Bereits am Start ging der Kanadier an Kimi Räikkönen vorbei, wenig später profitierte er vom Zusammenstoß zwischen Antonio Giovinazzi, Alexander Albon und Romain Grosjean. Nach der ersten Runde war er bereits auf Rang 14 zu finden.

Harter Reifen zu Beginn die richtige Wahl

In seinem Rookie-Jahr, der Saison 2017 im Williams, gelang Stroll von Startplatz 17 ebenfalls eine Glanzvorstellung. Als damals noch 18-Jähriger fuhr er im Mercedes-betriebenen Wagen auf Rang neun vor und sicherte sich damit seine allerersten WM-Punkte.

Just vor dem Wochenende hatte ihn Jacques Villeneuve noch als schlechtesten Rookie aller Zeiten kritisiert, da Stroll gegen Routinier Felipe Massa zu Saisonbeginn 2017 kaum etwas ausrichten konnte und auch in den Qualifyings unterlegen war. Nach dem Kanada-Bereifungsschlag fuhr er in Aserbaidschan völlig überraschend auf das Podium.

Zwei Jahre später hofft Stroll, der bislang in dieser Saison nur sechs Punkte (Sergio Perez hält bei 13) einfahren konnte, dass sein Heimrennen erneut die Wende bringt. "Lance hat heute einen fantastischen Job abgeliefert und Punkte in seinem Heimrennen geholt. Nach so einem schwierigen Samstag hat er eine sehr starke Performance abgeliefert", freut sich Teamchef Otmar Szafnauer.

"Er blieb dabei immer cool und hat die Strategie mit ein paar entscheidenden Überholmanövern zum Arbeiten gebracht." Antonio Giovinazzi, Teamkollegen Sergio Perez und Carlos Sainz konnte Stroll auf der Strecke schließlich noch überholen.

"Da kommen ein paar schöne Erinnerungen hoch. Das ist eine sehr ähnliche Geschichte heute. Ich bin auf Startplatz 17 gestartet, wie auch 2017. Und ich konnte einen nach dem anderen überholen und bin dann auf Rang neun gelandet. Das war ein sehr gut gekämpftes Rennen", fasst er zusammen.

"Wir haben die Strategie auf den Punkt hinbekommen, indem wir auf dem harten Reifen losgefahren und lange draußen geblieben sind." Stroll setzte, wie auch Max Verstappen, auf den C3-Reifen als Startoption, und fuhr damit die ersten 45 Runden.

Bestes Formel-1-Rennen? "Eines meiner besten!"

Danach wechselte er auf einen frischen Medium-Reifensatz. "Das war wirklich der Schlüssel zum Rennen. Ich konnte das wirklich gut managen und auf dem Reifen sehr lange fahren." Vor seinem Boxenstopp lag er auf Rang acht, danach wurde er auf Rang zehn zurückgespült. Schließlich ging er noch an Carlos Sainz für Rang neun vorbei.

"Mir sind ein paar gute Manöver gelungen, ich bin an Giovinazzi vorbei und an Perez auf der Innenseite der Haarnadel vor meinen Fans. Ich habe wirklich ihre Energie gespürt da draußen. Auf der Außenseite von Sainz in der Schikane ist es mir auch geglückt. Ich musste heute wirklich arbeiten dafür", ist er begeistert.

Nach einem durchwachsenen Saisonstart mit seinem neuen Team - Stroll stand immer wieder aufgrund der Tatsache in der Kritik, dass sein Vater Lawrence Stroll Racing Point besitzt - kann er sich nun endlich über sein erstes wirklich gutes Rennen in diesem Jahr freuen.

"Das fühlt sich einfach großartig an, das verschiebt das Momentum. Die vergangenen Rennen waren für uns als Team herausfordernd, beide Autos kamen nicht in die Punkte, daher freut es mich." Dabei stand das Wochenende zunächst unter keinem guten Stern.

Am Samstag erlebte Stroll im Freien Training einen kapitalen Motorschaden, sein Team musste daraufhin die alte Antriebseinheit verbauen, was einen Powernachteil bedeutete. "Da heute mit Punkten heimzugehen, ist wirklich ein tolles Ergebnis."

War der Grand Prix von Kanada 2019 sein bislang bestes Formel-1-Rennen? "Ich hatte schon im Vorjahr ein paar gute Rennen, die hat nur niemand gesehen", muss er lachen. "Da wir im Williams so weit hinten waren. Jedes Rennen ist einzigartig, aber dieses ist definitiv eines meiner besten. Wir werden heute gut feiern."

 

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