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Erst Quali, dann Titel? Tah und Klostermann gefordert

08.06.2019 11:37
Jonathan Tah hat ein Mammutprogramm vor sich
© Christof Koepsel, getty
Jonathan Tah hat ein Mammutprogramm vor sich

Jonathan Tah und Lukas Klostermann müssen eine Doppelbelastung bewältigen. Nach den EM-Qualifikationsspielen mit der Nationalmannschaft reisen sie als Führungsspieler zur U21-EM.

Wenn sich ihre Nationalmannschaftskollegen nach der Begegnung gegen Estland in den verdienten Urlaub verabschieden, steht für Jonathan Tah und Lukas Klostermann noch ein Saisonhöhepunkt an. Nach dem EM-Qualifikationsspiel am Dienstag in Mainz reist das Duo direkt weiter zur U21-EM in Italien und San Marino. Als Schlüsselspieler sollen sie die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz mindestens ins Halbfinale und damit zum Olympia-Ticket führen.

Außer dem Leverkusener Tah und dem Leipziger Klostermann wären noch fünf weitere Profis der A-Nationalmannschaft für die U21 spielberechtigt gewesen. Doch für Leroy Sané, Timo Werner, Kai Havertz, Julian Brandt und Thilo Kehrer endet die Saison am Dienstagabend. "Da überwiegt ganz klar die Freude bei mir, denn als U21-Trainer ist es meine Hauptaufgabe, Spieler an die A-Nationalmannschaft heranzuführen", sagte Kuntz.

Tah und Klostermann als Führungsspieler eingeplant

Beim Unternehmen Titelverteidigung kann der Europameister von 1996 aber auf Innenverteidiger Tah und Außenverteidiger Klostermann setzen. Kuntz und Bundestrainer Joachim Löw sind nach intensiven Beratungen zu der Erkenntnis gelangt, dass den beiden 23-Jährigen ungeachtet der verkürzten Sommerpause "ein solches Turnier in ihrer weiteren Entwicklung guttut".

Bei der U21, die sich derzeit in Natz-Schabs/Südtirol auf den Turnierstart am 17. Juni gegen Dänemark vorbereitet, sind Tah und Klostermann als Führungsspieler fest eingeplant. Kuntz wird nach ihrer Ankunft entscheiden, wer von beiden das Team bei der EM als Kapitän aufs Feld führen wird.

Tah freut sich auf die Doppelbelastung, auch wenn er zunächst seine ganze Konzentration auf die A-Nationalmannschaft richtet. "Ich bin überhaupt nicht zerrissen, ich bin zu hundert Prozent hier", sagte Tah, auch wenn er das U21-Turnier "natürlich im Hinterkopf" habe.

Sieben A-Nationalspieler für U21 spielberechtigt

Dass insgesamt sieben Spieler, die im Kader für das EM-Qualifikationsspiel am Samstagabend in Weißrussland stehen, noch in der U21 spielen könnten, zeigt, dass der Umbruch nach dem WM-Desaster 2018 in vollem Gange ist.

"Ich sehe schon Typen, die Titel holen wollen, die hungrig und gierig sind, hier etwas zu reißen. Wir sind U19-Europameister geworden, U21-Europameister, auch wenn ich da nicht dabei war, wir haben den Confed Cup gewonnen. Jeder sieht, dass die Qualität in unserer Generation vorhanden ist", sagte Bayern-Profi Joshua Kimmich der "FAZ".

Qualität haben auch Tah und Klostermann. Diese können sie in den nächsten Tagen und Wochen mehrfach unter Beweis stellen - und spätestens nach dem U21-EM-Finale am 30. Juni nach einer langen Saison ihren Urlaub antreten.

 

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