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"Das heißt nicht, dass einen das kalt lässt"

Stewart rät Hamilton: Trauer um Lauda im Auto ausblenden

24.05.2019 11:10
Für Lewis Hamilton war Niki Lauda mehr als nur ein Teammitglied
© Motorsport-Total.com
Für Lewis Hamilton war Niki Lauda mehr als nur ein Teammitglied

Am Mittwoch ließ sich Lewis Hamilton noch von der offiziellen FIA-PK entschuldigen, doch am Donnerstag schien der Brite den Tod seines Freundes Niki Lauda ausblenden zu können. Der Mercedes-Pilot dominierte mit Teamkollege Valtteri Bottas das Trainingsgeschehen in Monaco und sicherte sich die Tagesbestzeit.

Ex-Weltmeister Jackie Stewart fühlt sich dabei an sich selbst erinnert und glaubt nicht, dass der Tod Laudas Hamiltons Leistung beeinflussen muss. Der Schotte verlor 1970 in Monza mit Jochen Rindt ebenfalls einen sehr guten Freund.

"Ich habe geheult, als ich 45 Minuten nach seinem Tod ins Auto gestiegen bin. Und ich habe geheult, als ich aus dem Auto gestiegen bin. Zwischendrin bin ich aber die schnellste Runde gefahren, die ich je in Monza gedreht habe."

Stewart habe die schlechten Gedanken im Auto einfach beiseitegeschoben. "Das heißt nicht, dass einen das kalt lässt. Aber du hast einen Job zu erledigen, und Lewis hat das Talent, um das gleiche zu machen", so Stewart gegenüber der "Daily Mail". Der dreimalige Weltmeister spricht aus Erfahrung: "Ich habe 57 Leute verloren, die meine Freunde waren."

Laut Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff habe Hamilton eine besondere Beziehung zum Österreicher gehabt: "Lewis und Niki sind durch eine zusätzliche Verknüpfung miteinander verbunden: Es ist die Verknüpfung der mehrmaligen Weltmeister. Nur ein paar wenige Menschen haben das erlebt, was die beiden erlebt haben: Sie haben über mehrere Jahre Weltmeisterschaften gegen die Besten gewonnen."

"Niki hätte das gewollt"

Lauda war es auch, der Hamilton einst von McLaren zu Mercedes loseiste, was letzten Endes für beide Seiten ein gelungener Schachzug war. Lauda habe dem Team Glaubwürdigkeit und einen großen Schub verpasst. "Jeder wusste: Wenn Niki etwas tut, dann nicht halbherzig", betont Wolff.

Der Aufsichtsratsvorsitzende war ein wichtiger Teil des Teams und fehlt den Beteiligten daher sowohl menschlich als auch beruflich. Man entschied sich daher auch dagegen, sich den öffentlichen Fragen auszusetzen. "Es fühlt sich einfach nicht richtig an, wenige Stunden nach dem Ableben eines Freundes das in der Öffentlichkeit zu besprechen", so Wolff.

"Über uns hängt eine dunkle Wolke", sagt er weiter. Am Donnerstag musste es bei Mercedes aber trotzdem sportlich weitergehen, und das - da ist sich Wolff sicher -, wäre auch in Laudas Sinn gewesen: "Niki hätte gewollt, dass wir uns auf das Rennwochenende konzentrieren und am Samstag und am Sonntag abliefern."

 

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