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Vettel immerhin vor Red Bull - Frust bei Renault

Gewohntes Bild in P2: Mercedes zu stark für die Konkurrenz

23.05.2019 16:40
Mercedes bleibt auch in Monaco eine Klasse für sich
© getty, Dan Istitene
Mercedes bleibt auch in Monaco eine Klasse für sich

Drei Tage nach dem Tod von Niki Lauda hat das Mercedes-Team das Freie Training zum Grand Prix von Monaco dominiert. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas drückten dem Donnerstag in Monte Carlo ihren Stempel auf und verwiesen ihren schärfsten Rivalen Sebastian Vettel (Ferrari) um fast acht Zehntelsekunden auf Platz drei.

Das ist umso beeindruckender, als Hamilton seine Bestzeit nicht auf der ersten Runde mit den frischen Soft-Reifen drehte. Auf der wurde er nämlich von Charles Leclerc (Ferrari) aufgehalten. Doch auch so reichte es für eine Zeit von 1:11.118 Minuten. Das ist die drittschnellste je im Fürstentum gefahrene Formel-1-Runde nach den beiden besten Quali-Zeiten des Vorjahres!

"Die können sich quasi nur selbst schlagen", analysiert "ORF"-Experte Alexander Wurz die Mercedes-Trainingsleistung am Donnerstag. Wurz sieht bei Hauptkonkurrent Ferrari "sehr viel Untersteuern" insbesondere im letzten Sektor rund um die Kurven Rascasse und Anthony Noghes.

Vettel belegte letztendlich den dritten Platz - und hatte ein bisschen Glück, als er etwa 20 Minuten vor Schluss beim Anbremsen von Sainte Devote die Vorderräder blockierte, geradeaus in Richtung Leitplanken rutschte, aber einen Einschlag gerade noch verhindern konnte. Der Reifensatz war durch die Aktion freilich hinüber.

Hamilton und Vettel mit kleineren Fehlern

Auch Hamilton war bei Sainte Devote einmal im Notausgang, aber der Mercedes lag selbst optisch deutlich besser als der Ferrari.

Das große Fragezeichen bleibt vorerst Red Bull. Pierre Gasly (+0,820) belegte den guten vierten Platz, nur ein paar Tausendstelsekunden hinter Vettel. Allerdings konnte Max Verstappen wegen technischer Probleme (Verdacht: Kühlung) nur 17 Runden drehen. Zum Vergleich: Hamilton fuhr 41, Bottas 48, Vettel 42 Runden.

Verstappen wurde mit 0,934 Sekunden Rückstand Sechster. Als er gegen Ende nach längerer Zwangspause noch einmal auf die Strecke gehen konnte, schimpfte er über "Rutschen" und "Untersteuern".

Erfreulich dafür die Performance von Rookie Alexander Albon, der im Toro Rosso 51 Runden drehte, den ganzen Tag konkurrenzfähig war und am Ende sensationell Fünfter wurde. Rückstand auf die Hamilton-Bestzeit: 0,913 Sekunden. Seinen Teamkollegen Daniil Kvyat (14.) hängte der in London geborene Thailänder um eine halbe Sekunde ab.

Extrem enge Zeitabstände im Mittelfeld

Siebter wurde Kevin Magnussen (Haas/+1,056) vor Antonio Giovinazzi und Kimi Räikkönen (beide Alfa Romeo). Wie spannend das Qualifying am Samstag werden könnte, belegt eine einzige Zahl: Zwischen P3 (Vettel) und P14 (Kvyat) lagen am Donnerstagnachmittag gerade mal 0,696 Sekunden. Also bedeuten 0,063 Sekunden im Schnitt eine Verbesserung um eine Position!

Da könnten dann auch Kandidaten wie Lando Norris (12./McLaren) überraschen: Der Rookie war stark unterwegs, bis er wegen eines Unterboden-Wechsels zum Zuschauer degradiert wurde. Oder Nico Hülkenberg (16./Renault): Am Vormittag noch Siebter, fiel der Deutsche genau wie sein Teamkollege in FT2 aus den Top 15 raus.

Immerhin in einer Wertung schnitt Vettel am Donnerstag übrigens besser ab als Hamilton: Für "Pit-Lane-Speeding" mussten die beiden Ferraris nämlich nur 300 Euro berappen (FT1), während es den Weltmeister in FT2 mit 400 Euro erwischte.

Dafür tröstet sich Hamilton mit der schnellsten je gefahrenen Monaco-Zeit in einem Freien Training. Der Streckenrekord liegt bei 1:10.810 Minuten, aufgestellt durch Daniel Riccardos Pole-Runde im Jahr 2018. Um das in Relation zu setzen: Monaco-König Ayrton Senna ist im Fürstentum kein einziges Mal unter 1:20 Minuten gefahren ...

Dem sei aber hinzugefügt, dass die Streckenführung zu Sennas Zeiten noch eine andere war. Man denke nur an die Rascasse, die seither entschärft wurde, oder auch die Schikane am Schwimmbad, die früher weitaus tückischer war und am Donnerstag kaum noch eine Herausforderung für die Fahrer ist.

 

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