Anzeige
powered by Alles zur Formel 1: News, Ergebnisse, Formel 1 Liveticker und mehr zur F1

"In keiner Kurve wirklich besser als Mercedes"

Red Bull: Ferrari eingeholt, chancenlos gegen Mercedes?

22.05.2019 13:33
Kann sich Red Bull ab jetzt dauerhaft vor Ferrari einsortieren?
© getty, Mark Thompson
Kann sich Red Bull ab jetzt dauerhaft vor Ferrari einsortieren?

Dank Max Verstappen ist Red Bull aktuell - zumindest in der Fahrer-WM - die zweite Kraft in der Formel 1 hinter Mercedes. Der Niederländer holte in Barcelona sein zweites Podium in diesem Jahr und schob sich in der Weltmeisterschaft damit wieder auf Rang drei hinter Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nach vorne. Wirklich zufrieden sind die "Bullen" damit aber noch nicht.

Zwar war man in Spanien etwas schneller als Ferrari, die Lücke zu Mercedes scheint dafür aber noch einmal größer geworden zu sein. "Momentan sind wir in keiner Kurve wirklich besser als Mercedes", zuckt Verstappen die Schultern. Der RB15 sei zwar "kein schlechtes Auto", so der Niederländer. "Aber aktuell ist Mercedes einfach überall ein bisschen schneller als wir", räumt er ein.

Zwar habe man dank der eigenen Updates auf Ferrari aufgeholt und konnte die Scuderia in Spanien sogar schlagen. Gleichzeitig habe man aber auch noch einmal "klar" an Boden gegen Mercedes verloren. Auch die Silberpfeile brachten zuletzt ein großes Updatepaket mit nach Barcelona. In der Qualifikation war Verstappen als Vierter fast eine Sekunde langsamer als Pole-Setter Bottas.

Mercedes aktuell überall schneller

"Ferrari [in Barcelona] zu schlagen, nachdem sie vor acht, neun Wochen beim Test so stark waren, ist massiv unserem Team geschuldet, dass wir diese Performance zeigen konnten", betont Teamchef Christian Horner die positive Entwicklung bei Red Bull in den vergangenen Wochen und Monaten. Bei den Wintertests in Barcelona war Ferrari noch deutlich schneller als die Bullen gewesen.

"Das ist ein großartiges Ergebnis für unser Team. Jetzt müssen wir diesen Schwung mitnehmen und zu Mercedes aufholen", so Horner. Denn auch der Teamchef weiß, dass die Silberpfeile aktuell in einer eigenen Liga unterwegs sind. "Man muss überall aufholen", bestätigt er die Aussage von Verstappen und erklärt: "Sie haben eine tolle Balance. Dadurch halten die Reifen dann länger."

"Wir wissen, dass wir in mehreren Bereichen besser werden müssen", so Horner. Immerhin: In Barcelona sei Red Bull "auf jeden Fall" das zweitbeste Team nach den Silberpfeilen gewesen. Dort habe man "das absolute Maximum" aus dem Auto geholt. Dass es trotzdem nicht gereicht hat, um Mercedes gefährlich zu werden, spricht aber nicht unbedingt dafür, dass man die Silberpfeile aktuell unter normalen Umständen schlagen kann.

Red Bull leidet unter Änderungen 2019

Horner weiß, dass Red Bull noch weitere Fortschritte braucht. "Mercedes hat seinen sehr guten Job gemacht [...], und ich denke, dass wir noch nicht unser Optimum erreicht haben", erklärt er. Mit Motorenpartner Honda sei man weiterhin "sehr zufrieden". Horner erinnert: "Ihre Zuverlässigkeit ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren fantastisch. Die Performance ist stark."

Das Problem ist aktuell das eigene Chassis. Zwar sei Barcelona dank des großen Updates bereits "ein Schritt nach vorne" gewesen. Doch Red Bull leidet noch immer unter den Neuerungen der Saison 2019. Unter anderem brachte Pirelli neue Reifen, und auch das technische Reglement wurde angepasst. "Es ist vermutlich eine Kombination aus beidem", erklärt Horner.

Zum einen sei man am Ende der Saison 2018 "sehr gut" mit den Reifen klargekommen. Dieser Vorteil ist durch die neuen Pneus mit dünnerer Lauffläche weg. Zum anderen erinnert Horner daran, dass man in den vergangenen Jahren ein "sensibles" Aerokonzept gehabt habe. Durch die neuen Frontflügel der Saison 2019 wurde dieses extrem gestört. Davon hat man sich noch nicht komplett erholt.

Horner hofft: Irgendwann endet Mercedes-Dominanz ...

Mercedes scheint all diese Dinge am besten in den Griff bekommen zu haben. "Mercedes ist ganz sicher der Maßstab. Man holt nicht fünf Doppelsiege, wenn man nicht das beste Auto hat", erklärt Horner, und Verstappen ergänzt: "Sie verdienen sich das, weil sie sehr gut arbeiten. Wir müssen versuchen, noch härter zu arbeiten, um neue Dinge ans Auto zu bringen."

Horner spricht übrigens trotzdem von einem "wirklich positiven" Saisonstart. Zweimal stand Verstappen als Dritter bereits auf dem Podest, in den anderen drei Rennen wurde er jeweils Vierter. "In den anderen Rennen waren wir nah am Podium dran. In Baku hatten wir ganz sicher die Pace", erinnert Horner. Zudem glaubt er nicht daran, dass Mercedes bis zum Ende des Jahres unschlagbar sein wird.

"Wir werden unser Bestes geben, um sie so gut es geht herauszufordern", kündigt er an und erklärt: "Jeder kann geschlagen werden. In der Formel 1 geht es um Teamwork und die größten Teams der Welt. Mercedes schwimmt momentan auf einer Welle, aber das hält nicht ewig." Aktuell sei es zwar sehr schwierig, doch Horner erklärt: "Es ist noch eine lange Saison, und wir gehen es Rennen für Rennen an."

Red Bull in Monaco "eindeutig nicht die Favoriten"

Das Rennen in Monaco am Wochenende kommt Red Bull traditionell entgegen. 2018 konnte man hier dank Daniel Ricciardo sogar gewinnen. Kann man diesen Erfolg 2019 wiederholen? "Wir sind eindeutig nicht die Favoriten", bremst Verstappen die Erwartungen gleich ein und ergänzt: "Ich erwarte auch nicht, dass es so wie im vergangenen Jahr werden wird, als wir in Monaco super stark waren."

Seine Skepsis ist durchaus berechtigt. Denn der dritte Sektor in Barcelona gilt erfahrungsgemäß als guter Anhaltspunkt für das Ergebnis in Monaco. 2018 hatte Red Bull dort die Nase vorne - und gewann anschließend im Fürstentum. 2019 war Mercedes dort aber eindeutig die stärkste Kraft. "Für Monaco wirkt Mercedes auch ziemlich mächtig, wenn man sich hier den letzten Sektor ansieht", weiß auch Horner.

"Sie sollten also Favorit sein, aber wir sind dort immer gut gefahren", gibt er sich hoffnungsvoll und erklärt: "Max hat dort auch noch eine Rechnung offen. Hoffentlich können wir ihnen dort das Leben schwermachen." Auch der Niederländer selbst glaubt, dass der Kurs dem RB15 entgegenkommen sollte. Zudem erinnert er: "Ich denke, die Rennpace in Baku war sehr stark."

Kein frühzeitiger Fokus aus 2021

Daher setzt er darauf, dass man auch auf dem zweiten Stadtkurs des Jahres in Monaco wieder konkurrenzfähig sein wird. Geht man nach den Erfahrungen aus Barcelona, sollte es zumindest reichen, um erneut vor Ferrari zu landen. "In Baku hat man auf einem Stadtkurs gesehen, dass wir etwas stärker sind", gibt sich auch Teamkollege Pierre Gasly vor dem Rennen im Fürstentum optimistisch

"Monaco ist sicher eine unserer besten Strecken. Hoffentlich haben wir dort etwas mehr Pace und es wird ein besseres Ergebnis", so der Franzose, der die Favoritenrolle aber ebenfalls Mercedes zuschiebt. Für ihn persönlich könnte Monaco eine Chance sein, endlich sein erstes wirklich gutes Saisonergebnis einzufahren. Seine bislang besten Resultate 2019 sind zwei sechste Plätze in China und Spanien.

Übrigens: Die Saison angesichts des aktuell großen Rückstands auf Mercedes bereits jetzt abzuhaken, ist für Red Bull kein Thema. "Nicht wirklich, denn wir haben ja noch 2020", antwortet Horner auf die Frage, ob es eine Möglichkeit wäre, sich jetzt bereits auf die übernächste Saison 2021 und die großen Regeländerungen zu konzentrieren. Aufgeben möchte Red Bull noch lange nicht.

 

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Formel 1 2019

Australien
Australien GP
17.03.
Bahrain
Bahrain GP
31.03.
China
China GP
14.04.
Aserbaidschan
Aserbaidschan GP
28.04.
Spanien
Spanien GP
12.05.
Monaco
Monaco GP
26.05.
Kanada
Kanada GP
09.06.
Frankreich
Frankreich GP
23.06.
Österreich
Österreich GP
30.06.
Großbritannien
Großbritannien GP
14.07.
Deutschland
Deutschland GP
28.07.
Ungarn
Ungarn GP
04.08.
Belgien
Belgien GP
01.09.
Italien
Italien GP
08.09.
Singapur
Singapur GP
22.09.
Russland
Russland GP
29.09.
Japan
Japan GP
13.10.
Mexiko
Mexiko GP
27.10.
USA
USA GP
03.11.
Brasilien
Brasilien GP
17.11.
VA Emirate
Abu Dhabi GP
01.12.
Anzeige
Anzeige