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Spanier sichert sich Platz sechs in Le Mans

Pol Espargaró feiert bestes KTM-Ergebnis im Trockenen

19.05.2019 18:51
Pol Espargaró fuhr in Le Mans auf den sechsten Platz
© getty, Mirco Lazzari gp
Pol Espargaró fuhr in Le Mans auf den sechsten Platz

Seit 2017 ist KTM in der Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft am Start. Das bislang beste MotoGP-Ergebnis für das österreichische Werksteam errang Pol Espargaró beim verregneten Saisonfinale 2018 in Valencia, wo er als Dritter auf das Podest fuhr. Das beste MotoGP-Ergebnis für KTM im Trockenen gab es nun am Sonntag beim Grand Prix von Frankreich in Le Mans.

Espargaró, der nach Q2-Sturz am Samstag von P12 ins Rennen ging, zeigte eine starke Aufholjagd, die ihn bis auf Platz sechs nach vorn brachte. Damit hat Espargaró die von ihm selbst gehaltene KTM-Bestmarke im Trockenen (P8 beim diesjährigen GP Amerika in Austin) um zwei Positionen verbessert.

Mehr noch: Nach 27 Runden betrug Espargarós Rückstand auf Sieger Marc Márquez (Honda) weniger als sechs Sekunden. Entsprechend groß ist die Freude beim Spanier nach seinem famosen Rennsonntag, zumal der sechste Platz ein hartes Stück Arbeit war.

"Ich war in jeder Runde am Limit und bekam Probleme mit Armpump. Doch es war möglich und auch das Bike machte es möglich. Das freut mich sehr", berichtet Espargaró.

Auf die Frage, wann ihm klar war, dass er seine Verfolger - die Petronas-Yamaha-Piloten Franco Morbidelli und Fabio Quartararo - hinter sich würde halten können, antwortet der KTM-Pilot: "Als ich merkte, dass ich hohe 1:32er-Runden fahren kann."

Berührung im Duell mit Petrucci

Als der letzten Endes auf P3 ins Ziel gekommene Ducati-Pilot Danilo Petrucci nach zwei frühen Fahrfehlern seinerseits eine Aufholjagd startete, traf er - im wahrsten Sinne des Wortes - auf Espargaró. Es kam zur Berührung zwischen den beiden und über die ist der KTM-Pilot rückblickend gar nicht happy.

"Danilo hat eine sehr spezielle Art, zu überholen. Es kümmert ihn einfach nicht. Er sticht einfach in die Kurve und dreht das Gas auf. Auf diese Weise berührt er dich und überholt dich schließlich. Mit seinem Winglet hat er mein Bein und meinen Hintern getroffen", ärgert sich Espargaró.

Petrucci selbst bestreitet dies gar nicht. "Vielleicht habe ich Pol berührt und ein Winglet ist abgebrochen. Glücklicherweise war es kein großer Schaden, aber meine Motorräder sind nach einem Rennen immer beschädigt. Ich hoffe, Pol war deswegen nicht beeinträchtigt", so der Ducati-Pilot in seiner Stellungnahme nach dem Rennen.

Letzten Endes hakt aber auch Espargaró die Szene als Rennunfall ab. Nachgefragt, ob er sich bei der Rennleitung über Petrucci beschweren werde, sagt der KTM-Pilot: "Nein. Es war eine Rennszene. Meiner Meinung nach war sie zu hart, aber halt trotzdem im Renngeschehen."

Petrucci war aber nicht der einzige, dessen Berührung Espargaró auf dem Weg zu Platz sechs verkraften musste. "Ich hatte das Vorderrad von Morbidelli direkt hinter mir und auch davon gibt es Spuren an meinem Hintern. Es gab dreimal Kontakt", bemerkt der Spanier, bei dem aber die Freude über das bislang beste KTM-Ergebnis im Trockenen klar überwiegt.

Lob für Entwicklung und Warnung an die Gegner

Allein seit dem zurückliegenden Grand Prix von Spanien hat KTM einen großen Schritt gemacht, wie Espargaró erklärt: "Die Veränderungen, die wie vorgenommen haben, sind interessant. Die Schwinge aus Kohlefaser hilft uns im Zusammenspiel mit der Motorkonfiguration sehr. Mir selbst verleiht das Motorrad seitdem ein besseres Gefühl. Ich kann damit öfter ans Limit gehen und Dinge tun, die in Jerez nicht möglich waren."

"Heute hatte ich unglaublich viel Spaß beim Fahren", schwärmt Espargaró. "Ich war von der ersten bis zur letzten Runde am Limit. Klar, ich hätte auch stürzen können, aber an einigen Stellen holte ich auf Vale [Rossi; 5.] auf. Und Petrucci kam nur mit Berührung an mir vorbei. Sie waren am Limit, um uns zu schlagen und das macht mich stolz."

Angesprochen auf den Rückstand von weniger als sechs Sekunden auf Sieger Márquez, zollt Espargaró dem Entwicklungstempo bei KTM Respekt und kündigt bereits die nächsten Schritte an.

"Nach weniger als zweieinhalb Jahren nur fünf Sekunden hinter HRC ins Ziel zu kommen, ist unglaublich. Das zeigt, dass wir ein gutes Paket haben. Und es zeigt, dass sie [Honda] nicht unschlagbar sind."

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