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Marc Márquez erklärt, was ihn 2019 so stark macht

19.05.2019 18:00
Marc Márquez ist der Mann der Stunde
© getty, Mirco Lazzari gp
Marc Márquez ist der Mann der Stunde

Der Rennsonntag in Le Mans war der Tag der Marquez-Brüder. Nachdem Alex Marquez (Kalex) in der Moto2 einen souveränen Sieg feiern konnte, tat es ihm sein älterer Bruder Marc Marquez (Honda) in der MotoGP gleich - und bescherte Honda damit den 300. Sieg in der Königsklasse.

Dennoch gab der Spanier bei den anschließenden Interviews zu, sich über den Triumph seines Bruders mehr zu freuen als über den eigenen: "Es ist ein unglaublicher Tag für unsere Familie. Ich bin glücklicher für meinen Bruder als für mich, weil ich weiß, dass er seit anderthalb Jahren nicht mehr ganz oben stand", erklärt Marquez.

"Er hat immer gepusht und nie aufgegeben. In Jerez hatte er eine große Chance, konnte sie aber nicht nutzen (stürzte unverschuldet; Anm. d. R.), und heute ist er ein sehr gutes Rennen gefahren. Ich freue mich für ihn, aber natürlich freue ich mich auch über mein Rennen und bin glücklich mit der Arbeit, die das Team hier geleistet hat."

Darum ist Márquez so stark

Le Mans sei eine schwierige Strecke für Honda, betont Marquez, auch wenn er hier bereits im Vorjahr gewinnen konnte. "Aber damals war es wärmer, viel wärmer als heute", erklärt er. "Und normalerweise haben wir zu kämpfen, wenn es kälter ist. Es war das erste Mal, dass wir vorne mit dem weichen Reifen gefahren sind."

Für gewöhnlich entscheidet sich Marquez für genau das Gegenteil, meist zieht er den harten Vorderreifen auf. Bei einer Streckentemperatur von gerademal 18 Grad war in Le Mans aber die Soft-Mischung der Reifen der Wahl. Doch auch damit war Marquez letztlich nicht zu schlagen.

"In diesem Jahr kann ich zwei, drei verschiedene Fahrstile nutzen. Wenn ich will, kann ich pushen, oder ich nehme die Kurveneingänge langsamer und mache die Zeit in anderen Bereichen gut", erklärt Marquez. Diese Flexibilität mache es ihm leichter, unterschiedliche Reifen zu verwenden und damit im Rennen schnell zu sein.

Einmal im Rhythmus zog Marquez davon

So ließ sich Marquez auch von den anfänglichen Attacken der Ducatis nicht beirren. Weder Danilo Petrucci noch Jack Miller konnten den Weltmeister lange ärgern: "Das waren schöne Kämpfe am Anfang. Es gab ein paar tolle Überholmanöver in Kurve 4 und 5", erinnert sich Marquez.

"Vor allem gegen Jack ist es immer hart zu kämpfen, weil er wirklich pusht. Aber mein Ziel war es, das Rennen anzuführen und in meinen Rhythmus zu finden, weil ich wusste, dass er gut genug war, um Schritt für Schritt die Lücke aufzumachen." Deshalb hielt sich der Honda-Pilot auch nicht allzu lange mit der Ducati-Konkurrenz auf.

Einmal vorbei zog er die Pace an und erarbeitete sich Runde für Runde mehr Vorsprung. "Ich konnte sehr weich fahren, verstand die Reifen und das Motorrad. Als ich tiefe 1:32er-Zeiten fahren wollte, gelang mir das, dann fuhr ich mittlere bis hohe 1:32. Besonders in Kurve 4 fühlte ich mich stark und konnte viel Tempo mitnehmen."

Mit insgesamt drei Saisonsiegen und 95 Punkten auf dem WM-Konto geht es nun nach Mugello. Im vergangenen Jahr hatte Marquez hier kein Glück, wurde nach einem Sturz nur Sechzehnter. "Es ist eine Strecke, die uns Probleme bereitet", sagt er über den italienischen Kurs.

"Im Vorjahr waren wir nicht weit weg, machten aber einen Fehler. Wir hatten damals einen seltsamen Vorderreifen, mit dem wir nur schwer zurechtkamen. Dieses Jahr müssen wir abwarten und sehen, wie das Wetter ist. Mir sind dort nie die besten Ergebnisse gelungen, aber ich mag die Strecke, das ist das Wichtigste."

 

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