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Leistungssteigerung gegen die USA

"Charakter gezeigt": Deutschland trotz Pleite optimistisch

19.05.2019 19:12
Deutschland zeigte sich gegen die USA stark verbessert
© getty, Martin Rose
Deutschland zeigte sich gegen die USA stark verbessert

Die deutschen NHL-Stars waren erleichtert, diesmal hatte sie keinen Grund, sich zu schämen. "Wir haben Charakter gezeigt und zurückgeschlagen", sagte Dominik Kahun nach dem achtbaren 1:3 (1:1, 0:0, 0:2) gegen die USA bei der Eishockey-WM in der Slowakei. Verteidiger Korbinian Holzer sprach von einer "wichtigen Reaktion" auf das 1:8-Debakel 24 Stunden zuvor gegen Kanada: "Wir haben gezeigt, dass wir mit den Großen mithalten können."

Dass es letztlich nicht zur Überraschung reichte, lag an der individuellen Klasse der Amerikaner, die auch das deutsche NHL-Trio Leon Draisaitl, Kahun und Holzer nicht stoppen konnte. Dennoch gab die Leistung im sechsten WM-Spiel der deutschen Mannschaft Selbstvertrauen - für das letzte Gruppenspiel am Dienstag (12:15 Uhr) gegen Finnland, dem nächsten scheinbar übermächtigen Kontrahenten.

"Wir müssen immer härter arbeiten als der Gegner", formulierte Kahun das Rezept, das gegen zweimaligen Weltmeister zum Erfolg führen soll. Deutschland braucht die Punkte: Bei einer weiteren Niederlage droht ein Viertelfinalduell gegen Rekordweltmeister und Olympiasieger Russland um den NHL-Superstar Alexander Owetschkin.

Beinahe hätte sich die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) bereits gegen die USA belohnt, doch das zweite Turniertor des Kölners Frederik Tiffels (12.) reichte vor 6293 Zuschauern in der Steel Arena in Kosice nicht zum Sieg. Die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm rutschte nach Gegentreffern von James van Riemsdyk (14.), Dylan Larkin (51.) und Jack Eichel (57.) in der Gruppe A auf den vierten Tabellenplatz ab.

Deutschland durch Slowakei-Fans angefeuert

Kapitän Moritz Müller hatte nach der Kanada-Pleite auf einen Weckruf gehofft - und Draisaitl und Co. reagierten eindrucksvoll. Sie begannen deutlich aggressiver und zweikampfstärker. Die slowakischen Fans feuerten sie mit "Deutschland, Deutschland"-Rufen an und jubelten beim Führungstor durch Tiffels. Nur bei einem deutschen Sieg hätte der Gastgeber noch eine Chance auf die K.o.-Runde gehabt.

Beim Ausgleich war der starke Düsseldorfer Mathias Niederberger, der ins Tor zurückgekehrt war, machtlos. Erneut fehlten NHL-Goalie Philipp Grubauer (muskuläre Probleme) und Youngster Moritz Seider (Gehirnerschütterung). Pech hatte der Mannheimer Matthias Plachta mit einem Lattenschuss (22.). Der US-Collegespieler Marc Michaelis scheiterte mit einem Alleingang (34.). Auch im Schlussdrittel hielt das deutsche Team das Spiel lange offen.

Tags zuvor waren Draisaitl und Co. nach dem Höhenflug der ersten Woche böse abgestürzt. Ohne Kampfgeist, ohne taktische Disziplin, ohne Zug zum Tor ergaben sie sich in ihr Schicksal. Von den Tugenden aus den ersten Spielen war nichts mehr zu sehen. "Wir müssen ehrlich zueinander sein", mahnte Müller, "wir haben nicht genug investiert."

Söderholm hatte sich schützend vor seine Mannschaft gestellt und die Schuld auf sich genommen. Er habe sie "schlecht vorbereitet", sagte der Nachfolger von Marco Sturm. Auf die Frage, was sich ändern müsse, antwortete der Finne kurz und knapp: "Alles."

Mit der vorzeitigen Viertelfinalteilnahme hatte die DEB-Auswahl, die erstmals seit 1930 mit vier Siegen in die WM gestartet war, auch die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2022 perfekt gemacht. "Das ist ein riesiger Meilenstein", sagte DEB-Präsident Franz Reindl, "und bringt Planungssicherheit".


Deutschland - USA 1:3 (1:1, 0:0, 0:2)

Deutschland: Niederberger (Düsseldorfer EG/37 Länderspiele) - Holzer (Anaheim Ducks/NHL/61), Moritz Müller (Kölner Haie/149); Yannic Seidenberg (Red Bull München/168), Nowak (Düsseldorfer EG/27); Schopper (Straubing Tigers/23), Reul (Adler Mannheim/92); Jonas Müller (Eisbären Berlin/40) - Kahun (Chicago Blackhawks/NHL/60), Draisaitl (Edmonton Oilers/NHL/54), Tiffels (Kölner Haie/39); Ehliz (Red Bull München/75), Hager (Red Bull München/144), Mauer (Red Bull München/81); Plachta (Adler Mannheim/86), Michaelis (Minnesota State University/26), Eisenschmid (Adler Mannheim/19); Bergmann (Iserlohn Roosters/17), Noebels (Eisbären Berlin/76), Loibl (Straubing Tigers/21); Fauser (Grizzlys Wolfsburg/50). - Trainer: Söderholm

USA: Schneider - Suter, Martinez; Hanifin, Skjei; Quinn Hughes, Fox; Wolanin - DeBrincat, White, Kane; van Riemsdyk, Larkin, Keller; Jack Hughes, Eichel, Kreider; Vatrano, Glendening, Ryan; Kunin. - Trainer: Blashill

Tore: 1:0 Tiffels (11:55), 1:1 Van Riemsdyk (13:47), 1:2 Larkin (50:03), 1:3 Eichel (56:15)

Zuschauer: 6293

Schiedsrichter: Ohlund (Schweden), Stano (Slowakei)

Strafminuten: Deutschland 2 - USA 4

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