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"Meine Entscheidung fällt mir wirklich nicht leicht"

Mit 25 Jahren! Biathlon-Königin Dahlmeier beendet Karriere

17.05.2019 13:16
Laura Dahlmeier hat ihr Karriereende verkündet
© getty, Alexander Hassenstein
Laura Dahlmeier hat ihr Karriereende verkündet

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier beendet im Alter von nur 25 Jahren ihre Biathlon-Karriere. Das teilte Deutschlands Sportlerin des Jahres 2017 mit.

"Meine Entscheidung fällt mir wirklich nicht leicht und mein endgültiger Entschluss durfte nun schon länger reifen. Aber ich merke, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für mich gekommen ist", schrieb Dahlmeier auf ihrer Homepage.

Die Entscheidung sei ihr sehr schwer gefallen. Aber sie habe keine sportlichen Ziele mehr. "Heute bin ich an dem Punkt, an dem ich nicht weiß, was genau ich mir für ein Ziel vornehmen sollte, geschweige denn, ob es mir überhaupt wieder gelingen könnte", teilte die siebenmalige Weltmeisterin aus Garmisch-Partenkirchen mit.

Die deutschen Skijäger verlieren in Dahlmeier die mit Abstand erfolgreichste Athletin der vergangenen Jahre. Die Gesamtweltcupsiegerin der Saison 2016/2017 tritt nun im gleichen jungen Alter zurück wie Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner, die 2012 auch überraschend früh ihre Laufbahn beendet hatte.

Laura Dahlmeier holt 18 Mal Edelmetall für den Deutschen Skiverband

Dahlmeiers Schritt zu einem frühzeitigen Ende ihrer Laufbahn hatte sich angedeutet. Bereits nach den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang hatte die Bayerin offen Gedanken an einen Rücktritt geäußert, entschied sich aber noch dagegen.

"Wenn ich weiter Spaß an dem Sport habe, dann habe ich weiter Lust, voll vorne anzugreifen. Wenn es nicht so ist, dann ist es eben nicht so", sagte Dahlmeier beim Weltcupfinale im März in Oslo: "Ich werde für mich abwägen, was für mich wichtig ist, wie es mir geht und was mein Körper dazu sagt."

Motivationsprobleme hatte Dahlmeier nie, allerdings spielte ihr Körper aufgrund der hohen Belastungen nicht immer so mit, wie sie das wollte. Im Herbst vergangenen Jahres hatte sie noch völlig entkräftet im Krankenhaus gelegen, es folgten Krankheiten und Ausfälle, sie verpasste Rennen und musste sich mühsam wieder herankämpfen. Dass sie bei der WM im März im schwedischen Östersund trotz aller Rückschläge trotzdem zwei Bronzemedaillen gewann, überraschte sie selbst.

2018 feierte sie in Südkorea zwei Olympiasiege und einmal Bronze, 2017 fünfmal Gold und einmal Silber bei der WM in Hochfilzen. Neben dem Gewinn des Gesamtweltcups in der Saison 2016/2017 sind es die größten Erfolgen der Ausnahmekönnerin. Als erste Biathletin holte sie bei Weltmeisterschaften saisonübergreifend 13 Medaillen nacheinander und fünfmal Gold bei einer WM, im Weltcup feierte sie 20 Siege.

Abschied Auf Schalke im Dezember geplant

Dahlmeier erreichte in ihrem Sport früh alles, und trotzdem war er nie alles für sie. Dahlmeier liebt das Klettern, die Freiheit der Berge. Bei Touren in Nepal, Südamerika oder den USA fand sie die Freiheit, die ihr im Leistungssport zu oft fehlte. Trainer und Verband duldeten ihre Ausflüge, auch wenn sie sich dabei schon mal verletzte und deswegen Pausen einlegen musste.

Selbst in Dahlmeiers engstem Umfeld hatte es öffentlich zuletzt schon Zweifel gegeben, ob sie noch lange im Weltcup unterwegs sein wird. "Vom Bauchgefühl her würde ich sagen, dass Laura bei Olympia 2022 in Peking nicht mehr am Start ist", sagte ihr Heimtrainer und Entdecker Bernhard Kröll im Frühjahr der "Deutschen Presse-Agentur".

"Es wäre für den Biathlon-Sport eher besser, wenn ich mich täusche." Doch das tat er nicht, Dahlmeier hört sogar noch früher auf und ist schon bei der WM in ihrem Lieblingsort Antholz im kommenden Jahr nicht mehr dabei.

Ihren Abschied will sie im Dezember bei der Team-Challenge Auf Schalke geben, um dort ein letztes Mal die Waffe zu schultern und ihre letzten Biathlonrunden zu absolvieren.


Die Erklärung von Laura Dahlmeier bei Facebook im Wortlaut

"Liebe Fans, Freunde, Partner und Wegbegleiter - es ist Zeit Servus zu sagen! Nach einer unfassbar harten Saison voller Höhen und Tiefen verspüre ich nicht mehr die hundertprozentige Leidenschaft, die für den Profisport erforderlich ist. Aus diesem Grund habe ich nach längerem Überlegen entschieden, meine aktive Biathlon-Karriere zu beenden.

Seit meinen Kindestagen habe ich mich voll und ganz dem Biathlon verschrieben, durfte wahnsinnig tolle und intensive Momente erleben und lernte wunderbare Wegbegleiter und Unterstützer kennen, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank für all die Jahre, die ich in diesem Sport verbringen durfte - sie haben mich zu dem gemacht, was ich bin! Um Platz für neue Abenteuer zu schaffen, ist es nun für mich an der Zeit, das Kapitel Biathlon zu schließen. Ich freue mich auf das, was jetzt wartet - see you out there! Bis bald, Eure Laura."

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