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Understatement beim haushohen Favoriten aus München

16.05.2019 13:25
Dejan Radonjic will nicht überheblich ins Spiel gehen
Dejan Radonjic will nicht überheblich ins Spiel gehen

Bayern München startet nach einer fast makellosen Hauptrunde als Titelfavorit in die Playoffs der Basketball Bundesliga. Vor einem Jahr war das nicht anders, dennoch musste im Viertelfinale ordentlich gezittert werden.

Über seinen neuen Vertrag wollte Dejan Radonjic nicht viele Worte verlieren. "Mein ganzer Fokus liegt auf den Playoffs", betonte der Trainer von Meister Bayern München unmittelbar vor dem Start in die heiße Phase der Basketball Bundesliga, Radonjic wehrte die Fragen zu seiner Person konsequent ab. "Die Entscheidung war einfach."

Anfang der Woche hatte der 49-jährige Montenegriner bis 2020 verlängert, kurz nach einem der wenigen Rückschläge in seiner ersten kompletten Saison auf dem Posten. Eine fast makellose Hauptrunde endete in Bonn mit der dritten Niederlage.

"Man hat gesehen, dass wir uns in den letzten Spielen ein bisschen gequält haben. Wir waren mit den Gedanken mehr in den Play-offs", sagte Topscorer Nihad Djedovic.

Es war ein kleines Tief nach elf Siegen in Serie, vielleicht eine kleine Warnung, deshalb gibt sich der Favorit vor dem Viertelfinale zurückhaltend. "Wenn man die erste Runde zu leicht nimmt, kann das nach hinten losgehen. In den Playoffs ist in Deutschland alles möglich", warnte Danilo Barthel.

Der Mannschaftskapitän dachte dabei an die vergangene Saison. Erst im entscheidenden fünften Spiel schalteten die Bayern damals nach 1:2-Rückstand die Frankfurt Skyliners im Viertelfinale aus. "Ich habe das im Kopf", so Barthel.

Bayern München will fünfte Meistertrophäe eintüten

Das soll nicht noch einmal passieren, für den Hauptrundensieger steht viel auf dem Spiel. Die Bayern haben die wohl beste Saison seit ihrem Aufstieg vor acht Jahren gezeigt, wurden mit Lob überschüttet, denn es hat nicht viel gefehlt zum ersten Viertelfinaleinzug eines Bundesligisten in der EuroLeague. Zu einem Titel reichte es nach dem frühen Aus im BBL-Pokal aber bislang nicht.

Die Meistertrophäe soll zum fünften Mal nach München gehen, zum dritten Mal seit dem Neustart des von Präsident Uli Hoeneß maßgeblich angeschobenen Projekts. Am Samstag (20:30 Uhr) steht das erste Spiel gegen den Tabellenachten Löwen Braunschweig an, auch wegen der Erinnerungen an Frankfurt fordert Marko Pesic Topleistungen.

Der Geschäftsführer hat vor der heißen Phase die Weichen gestellt. Radonjic wurde gehalten, und es gibt positive Signale bei Derrick Williams. Ein Abschied im Sommer kommt für den Amerikaner nur bei einem besonderen Angebot infrage. "Wenn ein NBA-Team anruft, das ist die einzige Alternative, die ich neben Bayern sehe. Ich muss nicht irgendwo anders in Europa spielen", sagte der frühere NBA-Profi.

Halbfinale gegen Brose Bamberg droht

Drei Siege sind für Williams und die Bayern zum Weiterkommen nötig. Nach dem Auftakt am Wochenende ist zunächst etwas länger als erwartet Pause. Da die Halle der Braunschweiger am kommenden Mittwoch belegt ist, steht das erste Auswärtsspiel erst am darauffolgenden Freitag an. Eher schlecht für die Löwen, denn München dürften die freien Tage nach bislang 66 strapaziösen Saisonspielen helfen.

Kommt der Double-Gewinner von 2018 durch, geht es im Halbfinale gegen den Dauerrivalen und Pokalsieger Brose Bamberg oder den überraschend starken Aufsteiger Rasta Vechta. Die härtesten Titelkonkurrenten stehen jedoch in der anderen Hälfte des Play-off-Baumes. Den EWE Baskets Oldenburg (im Viertelfinale gegen Bonn) und Alba Berlin (gegen ratiopharm Ulm) ist am ehesten zuzutrauen, dass sie den Bayern ein Bein stellen.

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