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Technikchef "will wissen, was Sache ist"

Racing Point drängt auf Veröffentlichung der neuen Regeln

16.05.2019 13:06
Racing Point und die Konkurrenz tappen für 2021 noch im Dunkeln
© Motorsport-Total.com
Racing Point und die Konkurrenz tappen für 2021 noch im Dunkeln

2021 wird vieles anders in der Formel 1. Doch was genau und wie, das ist immer noch unklar. Denn ein finales Reglement für die übernächste Rennsaison gibt es noch nicht. Dabei scharren Technikchefs wie Andrew Green von Racing Point bereits seit Wochen mit den Hufen. Sie alle wollen wissen: Was bringt die Zukunft?

Und damit sich vernünftig planen lässt, hätte Green gerne gleich "finale Regeln und kein Stückwerk", wie er es nennt. "Ich will wissen, was Sache ist. Denn die Änderungen sind groß. Daher wäre es vorteilhaft für alle Beteiligten, die wahren Regeln zu kennen." Soll heißen: Eine Vorabinformation über das neue Reglement, in der entscheidende Passagen noch nicht ausformuliert sind, nutzen Green und Co. nicht viel.

Der langjährige Formel-1-Technikchef aber hat Verständnis dafür, dass gerade die Ausformulierung Zeit braucht: "Man hat gesehen, wie schwierig es ist, wasserdichte Regeln zu verfassen. Es wurde zum Beispiel sehr viel Aufwand betrieben für [die Regeln über] den neuen Frontflügel in diesem Jahr. Da wurde viel Arbeit investiert - und eben diese war selbst nach Weihnachten noch nicht abgeschlossen."

Lieber gleich alles wissen als Fragezeichen bekommen

Das eigentlich finale Dokument sei danach immer wieder bearbeitet worden. "Es gab Klarstellungen und Klarstellungen der Klarstellungen. Und wir reden hier nur von einem kleinen Teil des Autos. Stell dir nun also vor, es geht um das ganze Fahrzeug", sagt Green.

Er drängt dennoch auf eine Lösung: "Je eher wir Klarheit haben, umso besser. Dann können wir alle unseren Teil dazu beitragen, absolut wasserdichte Regeln zu formulieren." Denn sollten die Teams auf Grauzonen oder Lücken im Reglement stoßen, könnten sie die Regelhüter darauf hinweisen und frühzeitig erfahren, was machbar ist und was nicht. Je später diese Rückmeldung erfolgt, umso schwieriger für die Teams.

Apropos: Wem spielt das Timing für die Veröffentlichung der Regeln eigentlich in die Karten? Laut Green niemandem. "Die großen Teams haben so oder so einen Vorteil", meint er. "Denn wenn du mehr Ressourcen hast, kannst du dich früher damit beschäftigen."

Die einzige Einschränkung sei aus seiner Sicht, dass die Entwicklung des aktuellen Fahrzeugs in eine Balance zur Forschung an den 2021er-Regeln gesetzt werden müsse. "Du hast aus Sicht der FIA nämlich nur ein bestimmtes Kontingent an Zeit im Windkanal und für CFD. Das müsste man also abwägen", erklärt Green. "Bedeutet: Deine Position in der Gesamtwertung könnte ausschlaggebend dafür sein, wann du dich damit befasst."

Voraussetzung dafür ist aber ein vorliegendes Reglement. Doch das gibt es noch nicht. Derzeit ist sogar noch unklar, ob die neuen Regeln im Sommer oder erst im Herbst offiziell vorgestellt werden.

 

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