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Dem Speerwerfer fehlt nur noch WM-Gold

"Rechnung offen": Röhler startet knifflige Triple-Mission

16.05.2019 12:40
Thomas Röhler fehlt nur noch die Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft
© getty, Matthias Kern
Thomas Röhler fehlt nur noch die Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft

Speerwurf-Star Thomas Röhler startet in seine knifflige Mission Gold-Triple. Weltmeister Johannes Vetter muss hingegen erst einmal pausieren.

Thomas Röhler stärkte sich noch einmal mit gebratenem Lachs, Gemüse und Reis, schlenderte bei einem gemütlichen Spaziergang durch Shanghai - und ist jetzt heiß auf seinen Start in die Saison mit dem Höhepunkt der WM in Katar. In Doha (27. September bis 6. Oktober) peilt der Speerwurf-Star schließlich sein Gold-Triple an.

"Mit Weltmeisterschaften habe ich noch eine Rechnung offen", sagte Röhler vor seinem Auftritt beim Diamond-League-Meeting in Chinas Wirtschaftsmetropole am Samstag. Bei den Titelkämpfen 2015 und 2017 reichte es für den Olympiasieger und Europameister jeweils knapp "nur" zu Rang vier.

Damit die Titelsammlung im Herbst komplett ist, quälte sich Röhler zuletzt in Trainingslagern in Südafrika und der Türkei. Der Formaufbau laufe "echt gut, echt flüssig", sagte der Jenaer, der die intensiven Einheiten zuletzt ohne Wehwehchen überstanden hat - im Gegensatz zu seinem Rivalen Johannes Vetter.

Der Weltmeister musste seinen Start in Shanghai wegen einer entzündeten Sehne im linken Fuß absagen. Andreas Hofmann, dem im Vorjahr nach Vetter (92,70 m) der zweitweiteste Wurf (92,06) des Jahres gelang und Gesamtsieger der Diamond League wurde, ist in China aber dabei.

Röhler will Verletzungen vermeiden: "Keine extremen Risiken"

"Wir tun alles, um es so schnell wie möglich zu beheben", meinte Vetter. Dennoch werde es nun "leider einige Zeit dauern", bis der Titelverteidiger aus Offenburg wegen der Schmerzen in der WM-Saison loslegen kann, sagte Bundestrainer Boris Obergföll: "Da muss ich den Athleten auch vor sich selbst schützen. Die Gesundheit geht vor."

Sich bloß nicht verletzen, steht bei Röhler auch ganz oben auf der Wunschliste für dieses Jahr. "Gesund bleiben, ist ein Riesenthema", sagte der 27-Jährige: "Wir werden keine extremen Risiken eingehen. Wenn der Körper etwas meldet, dann müssen wir darauf hören - weil die Olympischen Spiele immer näher rücken."

Denn Röhler und Co. stecken in diesem Jahr in einem Dilemma. Die WM in Katar steigt etwa zwei Monate später als gewohnt, Olympia 2020 in Tokio beginnt dann aber recht früh in der Saison.

Olympiasieger warnt vor der starken Konkurrenz 

Da ist Köpfchen in der Vorbereitung gefragt. Röhler peilt deshalb natürlich den letzten großen Titel an, der ihm noch fehlt. Schiebt allerdings noch ein "großes aber" nach: "Gerade als Olympiasieger liegt bei mir eigentlich schon seit vergangenem Jahr der Fokus ein Stück weit auf den Spielen."

Seit 2016 geben sie nun schon den Ton an in der Speerwurf-Welt, in der Vorsaison knackten nur Röhler (91,78), Vetter und Hofmann die magische 90-m-Marke. Doch daraus könne keine Garantie abgeleitet werden, dass das DLV-Trio auch die nächsten Goldmedaillen unter sich ausmacht.

"Wir sind nicht unschlagbar, das betonen wir immer wieder", sagte Röhler: "Man darf nicht vergessen, dass da draußen welche sind, die es uns natürlich schwer machen. Ich persönlich habe noch kein Gefühl, wie die internationalen Gegner drauf sind."

Nach Shanghai wird er schlauer sein. Schließlich sind auch Vizeweltmeister Jakub Vadlejch, der WM-Dritte Petr Frydrych (beide Tschechien) und Ex-Weltmeister Julius Yego (Kenia) am Start.

 

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