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Wambui fürchtet nach Semenya-Urteil um ihre Zukunft

16.05.2019 11:07
Margaret Wambui (l.) macht sich Sorgen um ihre Zukunft
Margaret Wambui (l.) macht sich Sorgen um ihre Zukunft

Wut, Verzweiflung, Angst: In der Testosterondebatte um Caster Semenya fürchtet die Olympiadritte Margaret Wambui um ihre Zukunft.

"Ich mache mir jetzt Sorgen um meine Karriere", sagte die 800-m-Läuferin der Nachrichtenagentur "AFP". Mit ihren Preisgeldern sei sie die einzige Ernährerin der Familie.

Wenn Männer "einen hohen Testosteronspiegel haben, werden sie wahrscheinlich gute Leistungen bringen, und das wird gefeiert", sagte Wambui: "Aber wenn es um Frauen geht, müssen wir sie auffordern, ihn zu senken, und wir ziehen sie aus dem Wettbewerb. Warum?"

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte am 1. Mai entschieden, dass Läuferinnen wie 800-Meter-Olympiasiegerin Semenya ihren Testosteronspiegel mit Medikamenten regulieren müssen, um weiter an internationalen Rennen teilnehmen zu dürfen.

"Ich werde keine Medikamente einnehmen, weil ich nicht krank bin", sagte Wambui, "das sind Chemikalien, die man in den Körper schüttet." Keiner wisse, wie sie sich "später auswirken werden".

Seit dem 8. Mai ist die umstrittene Testosteron-Regel des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF in Kraft. Demnach müssen Athletinnen über bestimmte Strecken (400 m bis eine Meile) einen Grenzwert von fünf Nanomol pro Liter für körpereigenes Testosteron einhalten.

Dies zwingt Athletinnen mit "Differences of Sexual Development" wie Hyperandrogenämie zur teils deutlichen künstlichen Senkung. Neben Semenya und Wambui ist auch die Olympiazweite Francine Niyonsaba (Burundi) betroffen. "Wir sind nur natürlich, wir haben nicht gedopt", sagte Wambui.

Einfach auf eine längere Strecke zu wechseln wie die 5000 Meter sei wegen der völlig unterschiedlichen Anforderungen unmöglich, sagte Wambui. Es würde Jahre brauchen, um das gleiche Niveau wie über 800 m zu erreichen. "Ich bin sehr enttäuscht", sagte sie. Mittlerweile fehle ihr sogar der Antrieb für das Training: "Weil du nicht weißt, wofür du trainierst."

Das südafrikanische Sportministerium hatte zuletzt angekündigt, "so schnell wie möglich" vor dem Schweizer Bundesgericht Berufung gegen das CAS-Urteil einzulegen.

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