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Zweitrunden-Aus gegen Matteo Berrettini

Zverev wirft das Handtuch: "Keine Lust, Tennis zu spielen"

14.05.2019 20:30
Alexander Zverev findet einfach nicht in die Spur
Alexander Zverev findet einfach nicht in die Spur

Deutschlands Spitzenspieler Alexander Zverev hat die Generalprobe für die French Open (26. bis 9. Juni) gründlich verpatzt. Der 22-Jährige verlor beim ATP-Masters in Rom sein Auftaktmatch in Runde zwei gegen den italienischen Lokalmatador Matteo Berrettini 5:7, 5:7. Damit hat der in der Weltrangliste auf Rang fünf zurückgefallene Zverev acht der letzten 14 Spiele auf der Tour verloren.

Für den gebürtigen Hamburger ist es nach dem kleinen Aufwärtstrend beim Masters in Madrid ein erneuter Rückschlag. Nachdem er in der Vorwoche nach zwei Erfolgen gegen David Ferrer (Spanien) und den Polen Hubert Hurkacz erst im Viertelfinale gegen Stefanos Tsitsipas (Griechenland) verloren hatte, folgte nun ein weiteres frühes Aus.

"Ich habe ein schreckliches Match gespielt, das war ganz anders als in Madrid", sagte ein merklich bedienter Zverev kurz und knapp.

Anschließend sparte die Nummer fünf der Welt nicht mit Kritik an sich und seinem Team. "Wenn wir beim Masters sind, müssen wir professionell sein, ich, mein ganzes Team und alle anderen um mich herum. Und wir waren so weit entfernt davon diese Woche", haderte Zverev beim Sender "Sky" und kündigte Konsequenzen an: "Ich möchte auch mit ein paar Leuten reden, dass es nächstes Mal nicht so passiert."

Er habe zuvor Sponsoren-Terminen und persönliche Dinge erledigen müssen. "Ich bin auf den Platz gegangen und war komplett tot, vor dem Match schon", sagte Zverev, der sich von seinem Manager Patricio Apey getrennt hatte: "So kannst du eigentlich nicht auf den Platz gehen."

Durch die bislang völlig verkorkste Sandplatzsaison könnte der deutsche Topspieler nun auch im Ranking weiter abrutschen. In Rom könnte er im ungünstigsten Fall von Tsitsipas und dem Japaner Kei Nishikori überholt werden und erstmals seit August 2017 aus den Top 5 fallen.

Zverev erwischt Katastrophen-Start

Im Vorjahr hatte Zverev in Rom noch das Finale erreicht und auf dem Weg dorthin auch Berrettini geschlagen. "Er ist einer der besten Sandplatzspieler, die wir im Moment haben", hatte Zverev seinen Gegner vor dem Match bei "Sky" gelobt. Tatsächlich war der Weltranglisten-33. Berrettini bei seinen letzten beiden Turnierstarts in München bis ins Finale vorgedrungen und hatte in Budapest triumphiert.

Zverev erwischte einen katastrophalen Start, kassierte gleich im ersten Aufschlagspiel das erste Break und wirkte schon beim Stand von 0:3 etwas ratlos. Auch weil sein Gegner anschließend einige Fehler machte, fand der ATP-Finalsieger anschließend jedoch zurück ins Match. Beim Stand von 5:5 vergab der Davis-Cup-Spieler dann aber zunächst drei Breakbälle und musste anschließend seinen Aufschlag und Satz eins abgeben.

Struff schaltet Dimitrov aus

In den zweiten Satz startete Zverev mit einem Break, verspielte diesen Vorteil jedoch umgehend wieder. Zwei Matchbälle wehrte er noch ab, den dritten verwandelte der vom Heimpublikum frenetisch gefeierte Berrrettini aber nach 1:48 Stunden.

"Bei Wind bin ich einer der schlechtesten Spieler, die es unter den Top Ten je gab", sagte er. Enttäuscht und sauer über seine Niederlage wolle er nun einige Tage pausieren: "Ich habe gerade keine Lust, Tennis zu spielen."

Für einen Lichtblick aus deutscher Sicht sorgte kurz nach Zverevs Scheitern dessen Davis-Cup-Kollege Jan-Lennard Struff. Struff gewann sein Erstrunden-Match gegen den früheren Top-10-Spieler Grigor Dimitrov (Bulgarien), Sieger der ATP-Finals 2017, 6:4, 6:7 (5:7), 6:3 und trifft nun auf den früheren US-Open-Champion Marin Cilic.

 

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