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Wer darf zur "Tour de France"?

DFB-Team: Voss-Tecklenburg nominiert WM-Aufgebot

13.05.2019 13:36
Kapitänin Alexandra Popp (m.) geht voran
© getty, Thomas Eisenhuth
Kapitänin Alexandra Popp (m.) geht voran

Kniffliges Kaderpuzzle: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg gibt am Dienstag ihr Aufgebot für die WM-Mission bekannt.

Der Griff zum Telefon wird Martina Voss-Tecklenburg nicht leicht fallen. Vor der öffentlichen Bekanntgabe ihres WM-Kaders am Dienstag im Commerzbank-Tower in Frankfurt muss die Fußball-Bundestrainerin einigen Spielerinnen schlechte Nachrichten überbringen.

Nur 23 Auserwählte finden Platz im Aufgebot für die Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli), ein Quintett wird zusätzlich als Back-up für den finalen Lehrgang in Grassau inklusive Generalprobe am 30. Mai in Regensburg gegen Chile nominiert. Seit Jahresbeginn hat die neue Bundestrainerin für das Kaderpuzzle gecastet, nun fällt die Entscheidung.

Akute Sorgen bereitet Nationaltorhüterin Almuth Schult, die mit Schulterproblemen zu kämpfen hat. Untersuchungen sollen in dieser Woche Klarheit über die Schwere der Verletzung bringen. "Noch sind wir zuversichtlich", sagte die 28-Jährige vom Double-Gewinner VfL Wolfsburg vergangene Woche.

Voss-Tecklenburg hat Grundgerüst im Kopf

Als Nummer zwei hinter Schult hat sich Merle Frohms etabliert, allerdings hat die Freiburgerin erst vier Länderspiele vorzuweisen. Um die Position dahinter kämpfen Lisa Schmitz (Turbine Potsdam), Carina Schlüter (SC Sand) und nach einem überstandenen Kreuzbandriss Laura Benkarth (Bayern München).

Schon nach den Tests in Schweden (2:1) und gegen Japan (2:2) im April hatte Voss-Tecklenburg das Grundgerüst von 18, 19 Spielerinnen im Kopf. Bei den restlichen Kandidatinnen "werden am Ende viele Komponenten eine Rolle spielen", sagte Voss-Tecklenburg im Redaktionsgespräch beim "SID".

Zum einen legt die 51-Jährige großen Wert auf Positionsflexibilität, achtet aber auch immens auf Charaktereigenschaften. Sie verfüge über "unterschiedliche Typen" und "spannende Persönlichkeiten". Für designierte Ergänzungsspielerinnen stelle sich zudem die Frage: "Kann ich mit dieser Rolle umgehen, bleibe ich positiv?"

Popp und Huth übernehmen Verantwortung

Das könnte Youngstern wie Lena Oberdorf (17) und Klara Bühl (18) leichter fallen als gestandenen Spielerinnen. Die erfahrenste Akteurin, Verteidigerin Babett Peter (118 Länderspiele), hatte aufgrund dieser Perspektive kürzlich ihren Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt gegeben.

Es sind knifflige Fragen, mit denen sich die neue Chefin auseinandersetzen muss. Noch am Sonntag schaute sie sich am letzten Bundesliga-Spieltag die Begegnung zwischen Meister VfL Wolfsburg und Turbine Potsdam (2:0) im Stadion an.

Fixpunkte ihres Teams sind natürlich die Kapitäninnen Alexandra Popp und Svenja Huth, zudem Dzsenifer Marozsan mit ihrer "besonderen fußballerischen Qualität". In der Zentrale sind zudem "Melanie Leupolz und Sara Däbritz in der Lage, unser Spiel zu bestimmen", so Voss-Tecklenburg.

Der Countdown für die auch logistisch herausfordernde "Tour de France" läuft. Am 3. Juni reist der Rekordeuropameister nach Frankreich, wo in der Gruppe B China (8. Juni), Spanien (12. Juni) und Neuling Südafrika (17. Juni) warten.

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