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"Ich hatte diesen schwachen Moment"

Ex-Radprofi Danilo Hondo gibt Blutdoping zu

12.05.2019 18:44
Danilo Hondo fuhr auch für das deutsche Team Gerolsteiner
Danilo Hondo fuhr auch für das deutsche Team Gerolsteiner

Der ehemalige Radprofi Danilo Hondo hat in einem Interview mit der "ARD"-Dopingredaktion Blutdoping im Zusammenhang mit dem Skandal um den Mediziner Mark S. eingeräumt.

"Es ging um 2011. Ich muss sagen, und das ist mir auch die ganze Nacht durch den Kopf gegangen, da hatte ich diesen schwachen Moment. Ich habe den größten Fehler meines Lebens getan und dieser Geschichte zugestimmt", sagte er.

Der Schweizer Radsportverband, für den den Ex-Profi als Cheftrainer zum Zeitpunkt des Gesprächs tätig war, reagierte umgehend auf das Geständnis. Hondo wurde nach den Aussagen von seinen Aufgaben als Nationaltrainer der entbunden. Dies teilte der Verband Swiss Cycling mit.

Zwischen 1999 und 2014 fuhr der Radprofi sowohl für das Team Telekom (bis 2003) als auch das Team Gerolsteiner (2004-2005). Er gewann in seiner besten Zeit zwei Etappen des Giro d'Italia und war einmal deutscher Meister (2002).

Hondo war bereits zum Zeitpunkt des Interviews klar, dass seine Äußerungen seine Trainertätigkeit beeinflussen würden. "Mir ist klar, dass es keine berufliche Zukunft, weder bei Swiss Cycling, noch in irgendeiner anderen Form im Sport, im Radsport mehr für mich geben wird" sagte Hondo.

Hondo von Doping-Arzt bei der Staatsanwaltschaft belastet 

Blutzuführungen habe es in dem betreffenden Jahr vor den Klassikern und auch vor der Tour de France gegeben. Im italienischen Team Lampre, für das Hondo 2011 fuhr, habe niemand etwas mitbekommen.

"Ich werde jetzt für Fehler in meiner Vergangenheit bestraft", sagte Hondo. Er habe sich in der Schweiz in seiner Funktion immer gegen Doping stark gemacht.

Nach "ARD"-Informationen hatte Mark S. den Radprofi in den Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft München belastet.

"Ich denke, dass er sein ganzes Handeln weitestgehend offenlegt, um bei der Staatsanwaltschaft eine mildere Strafe zu erlangen", sagte Hondo dazu. 2012 habe der frühere Sprinter das Blutdoping wieder beendet. "Mein Problem war von Anfang an das ungute Gefühl, etwas Unrechtes zu tun."

2005 war Hondo einmal wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt worden. Es ging um den Gebrauch des Mittels Carphedon, der Fall war jedoch umstritten, und auch manche Experten sahen die Strafe als ungerechtfertigt an.

"Ich bin unbewusst gedopt worden oder durch eine Verunreinigung, so wie es immer meine Vermutung war, positiv getestet worden", sagte Hondo.

 

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