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NADA leitet Verfahren gegen Stützpunkttrainer ein

10.05.2019 11:06
Gegen Lehmann-Dolle wurden Ermittlungen eingeleitet
Gegen Lehmann-Dolle wurden Ermittlungen eingeleitet

Im Zuge des Doping-Skandals um den Erfurter Sportarzt Mark S. ist erstmals die Identität eines mutmaßlich involvierten deutschen Athleten offiziell bestätigt worden.

Wie die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) am Freitag mitteilte, wurde ein sportrechtliches Disziplinarverfahren vor dem Deutschen Sportschiedsgericht (DIS) gegen den ehemaligen Eisschnellläufer Robert Lehmann-Dolle wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen eingeleitet.

Erkenntnisse bezüglich eines möglichen Dopingverstoßes des 35-Jährigen in einem "sportrechtlich nicht rechtsverjährten Zeitraum vor 2015" habe die NADA aufgrund eines Whistleblower-Hinweises und in enger Zusammenarbeit mit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I erhalten. Die daraufhin eingeleiteten Ermittlungen der NADA in den vergangenen Wochen verdichteten den Verdacht. Die Entscheidung über einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen trifft ein Schiedsgericht.

Die strafrechtlichen Ermittlungen der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I zur "Operation Aderlass" sind von dem sportrechtlichen Verfahren der NADA unabhängig. "Sollten sich weitere Erkenntnisse ergeben, die auf mögliche Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen hinweisen, wird die NADA auch diesen nachgehen und gegebenenfalls weitere Disziplinarverfahren einleiten", hieß es in einer Mitteilung. 

Lehmann-Dolle als Stützpunkttrainer aktiv

Die "ARD"-Dopingredaktion hatte am 24. März berichtet, dass ein deutscher Eisschnellläufer und Olympia-Teilnehmer in den Doping-Skandal um den Erfurter Sportarzt Mark S. involviert sein soll. Der Sportler habe wiederholt sein Blut vom Erfurter Netzwerk manipulieren lassen, das während der Nordischen Ski-WM im österreichischen Seefeld Ende Februar in den Fokus der Ermittler geraten war.

Lehmann-Dolle nahm an den Olympischen Winterspielen 2006, 2010 und 2014 teil. Ein Weltcup-Sieg gelang dem Langstreckenspezialisten aus Berlin nicht.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte der Olympiastützpunkt Berlin Konsequenzen gezogen und "einen derzeit dort Beschäftigten bis zur Aufklärung des Sachverhaltes von seinen Aufgaben freigestellt". Namentlich wurde Lehmann-Dolle, der als Stützpunkttrainer tätig war, dabei nicht genannt.

 

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