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Reit-Verband beschließt Maßnahmen gegen Missbrauch

08.05.2019 16:26
FN will bei Verstößen härter durchgreifen
FN will bei Verstößen härter durchgreifen

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch und sexuelle Übergriffe unter Reitern beschlossen.

Im Rahmen der Jahrestagungen in Hamburg verabschiedete die FN mehrere Änderungen in der Satzung und im sportlichen Regelwerk, "um künftig – sowohl präventiv als auch im Fall eines Verstoßes – schnell und angemessen reagieren zu können", wie es in einer Verbandsmitteilung am Mittwoch hieß. Die Beschlüsse betreffen sowohl den Spitzen- als auch den allgemeinen Turniersport.

Die FN war im vergangenen September in die Negativschlagzeilen geraten. Das Nachrichtenmagazin Der "Spiegel" hatte damals berichtet, dass junge Reiter aus dem Nationalkader der Springreiter auf Turnieren Mädchen mit Alkohol und K.o.-Tropfen gefügig gemacht und sexuell missbraucht haben sollen.

Der Beirat Sport beschloss nun entsprechende Änderungen in der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO). Demnach kann die FN einem Reiter künftig die Jahresturnierlizenz für einen bestimmten Zeitraum verweigern oder entziehen, "sofern ein Verstoß gegen die sportliche oder faire Haltung und die reiterliche Disziplin vorliegt". Neben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung fallen darunter auch Straftaten nach dem Tierschutzgesetz.

Zudem präzisierte der Beirat die Teilnahmebeschränkungen für Turniere. Künftig seien Teilnehmer bei stark herabgesetzter Leistungsfähigkeit durch übermäßigen Alkoholkonsum nicht zugelassen oder zu disqualifizieren. Als Grenzwert nannte die FN 0,5 Promille. Jedem Veranstalter stehe es aber frei, die Vorgaben zu verschärfen. Kontrollen erfolgen stichprobenartig oder in konkreten Verdachtsfällen.

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