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"Großes Fiasko": Gensheimer verlässt PSG ungekrönt

06.05.2019 14:05
Uwe Gensheimer läuft ab der kommenden Saison für die Rhein-Neckar Löwen auf
© getty, Simon Hofmann
Uwe Gensheimer läuft ab der kommenden Saison für die Rhein-Neckar Löwen auf

Uwe Gensheimer verpasste auch im dritten und letzten Anlauf mit Paris Saint-Germain den ersehnten Triumph in der Handball-Champions-League. Deutschlands bester Handballer bleibt nach dem überraschenden Viertelfinal-Aus international ohne großen Titel - und kehrt im Sommer ungekrönt zu den Rhein-Neckar Löwen zurück.

Am Morgen danach bekam Uwe Gensheimer das Ausmaß des Scheiterns von Paris Saint-Germain noch einmal vor Augen geführt. "Der undenkbare Absturz", titelte die renommierte französische Sportzeitung "L'Equipe" und kommentierte nach dem Viertelfinal-Aus der millionenschweren Handball-Mannschaft: "Ein Fiasko, ein großes."

Für das Pariser Starensemble um Welthandballer Mikkel Hansen und Nikola Karabatic bedeutete der vorzeitige K.o. das nächste Debakel, für Gensheimer war es mehr als das: Deutschlands bester Handballer verpasste auch im dritten und letzten Anlauf mit dem Scheich-Klub den ersehnten Triumph in der Königsklasse und kehrt im Sommer ungekrönt zu den Rhein-Neckar Löwen zurück. Der große Traum vom Erfolg im wichtigsten Klubwettbewerb des Welthandballs - er bleibt für Gensheimer ein unerfüllter.

Damit steigt das Final Four in Köln am ersten Juni-Wochenende gänzlich ohne deutsche Beteiligung. Nach dem Ausscheiden der SG Flensburg-Handewitt als letztem Bundesliga-Vertreter bleibt diesmal auch Nationalmannschaftskapitän Gensheimer der Auftritt in der Domstadt verwehrt. "An Uwe hat es ganz sicher nicht gelegen. Er hat sein Soll mehr als erfüllt", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem "SID" am Montag. Nach seinen elf Toren im Hinspiel (24:34) traf er auch bei der am Ende erfolglosen Aufholjagd im Rückspiel (35:26) fünf Mal.

Liegt auf dem Projekt Paris ein Fluch?

Für Gensheimer ist das erneute Scheitern besonders bitter und birgt eine gewisse Tragik. Denn im Sommer 2016 hatte der beste Linksaußen der Welt seinen Heimat- und Herzensklub, die Löwen, vor allem aus einem Grund verlassen: Er wollte einmal die Königsklasse gewinnen. Doch der Finalpleite 2017 folgte das Halbfinal-Aus 2018 und nun schließlich das Drama im Viertelfinale gegen KS Kielce. Selbst der bevorstehende Gewinn seiner dritten französischen Meisterschaft kann den Schmerz kaum lindern.

"Irgendwie scheint auf dem Projekt Paris ein Fluch zu liegen", sagte Bohmann und sprach von einem gewissen "Risiko. Ich hoffe, dass es den Geldgebern nicht zu viel wird." Die Tageszeitung "Le Parisien" zog am Montag Parallelen zu den ebenfalls von katarischen Scheichs alimentierten Fußballern und schrieb vom "Frexit", der sich nun auch auf die Handballsparte des Klubs ausgedehnt habe.

Doch unabhängig von der Zukunft des französischen Hauptstadt-Klubs, Gensheimers Traum liegt erst einmal auf Eis. Sein bis 2022 dotierter Vertrag bei den Löwen erlaubt in der Theorie zwar einen weiteren Angriff auf die begehrte Trophäe, doch in der kommenden Saison sind die Mannheimer in der Champions League höchstwahrscheinlich gar nicht dabei.

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