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"Unmögliches möglich machen": Flensburg braucht ein Wunder

03.05.2019 13:04
© getty, Oliver Hardt

Das "Wunder von Veszprem" muss her: Mit sechs Toren Rückstand geht der deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt am Samstag in Ungarn ins Viertelfinal-Rückspiel der Champions League bei Telekom Veszprem.

Der wahre Glaube an das "Wunder von Veszprem" fehlt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt beim deutschen Handball-Meister SG Flensburg-Handewitt. Der Bundesliga-Tabellenführer will am Samstag (17:30 Uhr) in Ungarn zumindest die peinliche 22:28-Hinspielniederlage ein wenig geraderücken. Die Qualifikation für das Final Four der Champions-League am 1./2. Juni in Köln erscheint aber utopisch.

Und doch sieht Trainer Maik Machulla in der Veszprem-Arena eine Minichance und will seine Mannschaft ungeachtet der schweren sportlichen Hypothek noch nicht abschreiben. "Wir können nur gewinnen, während die Spieler von Veszprem nur verlieren können", sagte der Coach: "Das kann uns in die Karten spielen, wir müssen einfach versuchen, das Unmögliche möglich zu machen."

Leichter gesagt als getan, denn die Gastgeber um den ehemaligen Flensburger Kentin Mahe gewannen in der Königsklasse zuletzt zehn Partien hintereinander. Erschwerend hinzu kommt für die Gäste die hitzige Atmosphäre in der mit 5000 Zuschauern ausverkauften Veszprem-Arena.

"Uns erwartet dort die Hölle, wir müssen einen kühlen Kopf bewahren", sagte der 42 Jahre alte Machulla vor dem Charterflug aus dem dänischen Sonderborg nach Ungarn: "Wir brauchen Struktur, meine Mannschaft hat in dieser Saison aber schon mehrfach bewiesen, dass sie eine Menge bewegen kann."

Flensburg droht Aderlass

Realistisch betrachtet jedoch dürfte das Viertelfinale zum vierten Mal in Folge die Endstation für die Schleswiger sein. Und zum dritten Mal hintereinander findet die Endrunde in der Kölner Lanxess-Arena ohne eine deutsche Mannschaft statt, nachdem der Vizemeister Rhein-Neckar Löwen bereits in der ersten K.o.-Runde gescheitert war. Der Nimbus der Bundesliga als stärkste Handball-Liga der Welt bröckelt mehr und mehr.

"Natürlich wären wir gerne beim Final Four dabei, aber eben nicht um jeden Preis. Es gibt im europäischen Vergleich eine Handvoll Vereine, die wesentlich finanzstärker sind als unsere Spitzenklubs", sagte Bundesliga-Geschäftsführer Frank Bohmann der "Stuttgarter Zeitung".

Und so wird es auch in Zukunft immer wieder Transfers aus der Bundesliga ins Ausland geben. Im Sommer wird unter anderem SG-Star Rasmus Lauge Flensburg verlassen und nach Veszprem wechseln - hauptsächlich aus finanziellen Gründen. Bohmann kann dieses Verhalten durchaus nachvollziehen und betrachtet es nüchtern: "Das sind Profis. Und eine Handballkarriere ist endlich."

 

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