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Bundestrainer Reckinger bemängelt lange Auswärtsreisen

01.05.2019 14:12
Frauen-Bundestrainer Xavier Reckinger ist zufrieden mit den Leistungen in der Hockey Pro League
© getty, Di Yin
Frauen-Bundestrainer Xavier Reckinger ist zufrieden mit den Leistungen in der Hockey Pro League

Nach der ersten Saisonhälfte hat Frauen-Bundestrainer Xavier Reckinger ein positives Fazit der neu eingeführten Hockey Pro League gezogen. Doch es gibt noch Luft nach oben.

Die vielen Flugkilometer haben Xavier Reckinger schon immer gestört. "In diesen Zeiten darf man das nicht mehr so machen", sagte der Hockey-Bundestrainer dem "SID" und dachte bei allen Reisestrapazen zuerst an die Umwelt. Dabei stellt der Spielplan der neu eingeführten Pro League die deutsche Frauen-Nationalmannschaft mit acht Auswärtsspielen vor ganz andere Probleme. "Bei den Reisen ist es schwer, die Balance zwischen Leistung und Entwicklung zu finden", sagte Reckinger.

Schon für die ersten vier Begegnungen legte sein Team rund 57.000 Flugkilometer zurück - es ging jeweils für ein Spiel nach Hobart in Australien, Christchurch in Neuseeland, in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires und nach Changzhou in China. Die Reisen nach Belgien, in die Niederlande, nach England sowie in die USA stehen noch aus.

Im kommenden Jahr wird das anders sein. 2020 macht die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) nur noch vier Auswärtstrips und bestreitet dabei jeweils zwei Begegnungen - gerade im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele in Tokio ein Fortschritt. "Das neue System finde ich gut. Dadurch, dass wir weniger reisen, werden wir die Balance sicher noch besser hinkriegen", so der Belgier.

Grand-Final-Qualifikation in Reichweite

Schon jetzt liegt seine Mannschaft voll auf Kurs. In der Heimspielserie in Mönchengladbach holte die DHB-Auswahl drei von vier möglichen Siegen und liegt mit insgesamt vier Siegen und zwei Unentschieden in der Tabelle nur noch knapp hinter dem Vierten Australien. Die besten vier Teams qualifizieren sich für das Grand Final Ende Juni im niederländischen Amstelveen und gleichzeitig direkt für das Olympia-Qualifikationsturnier.

Beim knappen 2:1 gegen die USA am Dienstagabend sei allerdings zu sehen gewesen, dass alle müde sind. "Wir müssen uns gerade im Abschluss noch weiterentwickeln und in unseren Entscheidungen ein bisschen schlauer werden", sagte Reckinger, der auf einem schmalen Grad wandelt.

Auf der einen Seite bietet die neue Liga die Möglichkeit, sich regelmäßig mit den Weltbesten zu messen. Auf der anderen Seite darf dabei die Entwicklung nicht zu kurz kommen. "Das müssen wir im Hinterkopf haben, dass wir nicht nur Leistung bringen, sondern auch trainieren", so der 35-Jährige: "Auch wenn wir natürlich jedes Spiel gewinnen wollen."

Bundesliga-Schlussspurt statt Pause

Für die kommende Saison wünscht sich Reckinger ein wenig mehr Zeit zwischen den einzelnen Aufgaben vor eigenem Publikum. "Vier Spiele, jeden zweiten Tag, das ist Turniermodus, das ist nicht das Ziel", sagt der Coach: "Wenn wir das ein bisschen mehr streuen können, dann ist das auch für uns gut."

In drei Wochen geht es in Krefeld gegen Argentinien (22. Mai, 18.30 Uhr) weiter, bis dahin wird Reckinger seine Schützlinge nicht zu Gesicht bekommen. Doch eine Pause bekommen die Spielerinnen nicht - in der Bundesliga steht der Titelkampf an.

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