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"Er wird nicht lange warten müssen"

Alfa-Romeo-Teamchef traut Leclerc zeitnah Siege zu

23.04.2019 13:26
Charles Leclerc fährt seit 2019 für Ferrari in der Formel 1
© getty, Mark Thompson
Charles Leclerc fährt seit 2019 für Ferrari in der Formel 1

In Bahrain war Charles Leclerc in diesem Jahr bereits ganz dicht dran an seinem ersten Formel-1-Sieg. Lediglich die Technik machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Alfa-Romeo-Teamchef Frederic Vasseur ist allerdings davon überzeugt, dass es nicht Leclercs einzige Chance auf einen Grand-Prix-Sieg in diesem Jahr war. "Er wird nicht lange [auf einen Sieg] warten müssen", ist sich Vasseur sicher.

Der Franzose kennt Leclerc gut. 2018 war er Teamchef des heutigen Ferrari-Piloten in dessen Rookie-Saison bei Sauber. Da ist es nicht überraschend, dass Vasseur am Abend nach dem Rennen in Bahrain noch mit Leclerc gesprochen hat. Da habe der Monegasse keinen völlig niedergeschlagenen Eindruck gemacht - was Vasseur gut findet. "Ich denke, man muss positiv bleiben", erklärt er.

"Er hat [im Rennen] alles perfekt gemacht", erinnert er. Zwar habe Leclerc den Sieg am Ende noch verloren, doch er habe mit seiner starken Leistung bewiesen, dass er das Zeug hat, in der Formel 1 Rennen zu gewinnen. Ein zukünftiger Grand-Prix-Sieger ist er für Vasseur daher auf jeden Fall - aber auch ein zukünftiger Weltmeister? "Das liegt nicht nur in den Händen des Fahrers", erklärt der Franzose.

Als Beispiel nennt er Serienweltmeister Lewis Hamilton. Niemand könne wissen, wie dessen Karriere verlaufen wäre, wenn er 2013 nicht von McLaren zu Mercedes gewechselt wäre. Grundsätzlich glaubt Vasseur aber, dass Leclerc eine große Zukunft vor sich hat. "Er ist jetzt in einem sehr, sehr starken Team", erinnert er. Gleichzeitig sei aber auch die Konkurrenz groß.

Charles Leclerc als Vorbild für andere Nachwuchsfahrer

"Ich denke, Sebastian [Vettel] will noch nicht aufhören. Auch Lewis will weiter gewinnen", erklärt er. Dazu käme mit Max Verstappen ein weiterer junger und ambitionierter Fahrer im gleichen Alter. Vasseur wird natürlich verfolgen, wie sich Leclerc bei Ferrari entwickeln wird. Er stellt aber auch klar, dass er sich in erster Linie auf sein eigenes Team konzentrieren will - und nicht auf einen Ex-Fahrer.

"Ich muss mich auf mein Team fokussieren, meine Jungs und meine Fahrer, die für das Team pushen. Ich darf mich nicht von etwas anderem ablenken lassen", stellt er klar. Leclerc könnte aber durchaus ein Vorbild für kommende Piloten bei Alfa Romeo sein. "Man kann den jungen Fahrern zeigen, dass es nicht nur um das Team geht", erklärt Vasseur. Gute Leistungen seien auch gut für die eigene Karriere der Fahrer.

"Charles hat im vergangenen Jahr einen sehr, sehr guten Job bei uns gemacht", erinnert er. So habe er sich selbst den Weg für einen Wechsel ins Ferrari-Werksteam geebnet. Vasseur ist sich nämlich "nicht sicher", ob Leclerc den Sprung zu Ferrari auch ohne seine guten Ergebnisse bei Sauber geschafft hätte. Er erinnert daran, dass der Wechsel für die Scuderia sowieso ein "Risiko" gewesen sei.

"Sie haben nicht oft einen Rookie oder einen Fahrer mit nur einem Jahr Erfahrung geholt. Charles hat sie überzeugt", lobt Vasseur. Leclerc holte 2018 im Sauber 39 WM-Punkte, während es Teamkollege Marcus Ericsson gerade einmal auf neun Zähler brachte. Nach den ersten drei Rennen der Saison 2019 steht er in der Weltmeisterschaft mit 36 Punkten auf Platz fünf - nur einen Zähler und einen Platz hinter Teamkollege Vettel.

 

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