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Je oller, je doller: Ü30-Damen wollen "das Ding hochhalten"

21.04.2019 10:26
Julia Görges feierte den Sieg über Lettland genau wie ihre Kolleginnen
© getty, Simon Hofmann
Julia Görges feierte den Sieg über Lettland genau wie ihre Kolleginnen

Nach dem souveränen Relegations-Erfolg in Lettland bleibt die deutsche Fed-Cup-Mannschaft erstklassig und kann im neuen Jahr einen weiteren Anlauf auf den Titel nehmen. Viel Zeit bleibt der vermeintlich "goldenen" Generation nicht mehr.

Andrea Petkovic wagte ein kleines Tänzchen mit der Luftgitarre, Julia Görges startete einen Umarmungsmarathon und Matchwinnerin Mona Barthel hörte gar nicht mehr auf zu strahlen. Nach einem überraschend einseitigen Relegations-Duell mit Lettland war bei der deutschen Fed-Cup-Mannschaft die Erleichterung spürbar. Durch das 3:1 in Riga bleibt Deutschland erstklassig und kann damit im nächsten Jahr erneut um den Titel spielen. Doch die Zeit drängt.

Schließlich ist unklar, wie viele Anläufe das Team in seiner aktuellen Besetzung noch nehmen kann. Petkovic (31), Görges (30), dazu die diesmal grippekrank ausgefallene Wimbledonsiegerin Angelique Kerber (31) und Doppel-Spezialistin Anna-Lena Grönefeld (33) - die langjährigen Leistungsträgerinnen sind allesamt im fortgeschrittenen Tennis-Alter. Ein "Zwischenjahr" nach einem Abstieg in die Weltgruppe II hätten sie sich kaum erlauben können.

Der Sieg im prestigeträchtigen Nationenwettbewerb ist ein Ziel, das die heutige Ü-30-Mannschaft des Deutschen Tennis Bundes (DTB) schon seit vielen Jahren gemeinsam verfolgt - bislang allerdings vergeblich. "Für mich persönlich steht es noch ganz oben auf der Agenda", sagte Petkovic nach dem etwas überraschend souveränen Sieg gegen aufstrebende Lettinnen: "Es ist ein großer Traum, den ich mir noch erfüllen möchte - vor allem mit den Mädels."

"Sind immer noch eines der besten Teams der Welt"

Noch ist die vermeintlich "goldene" nur eine "silberne" Generation, die Finalteilnahme 2014 in Tschechien der größte Erfolg. Doch die Zuversicht ist ungebrochen. "Wenn wir mit dem vollen Team spielen, sind wir noch immer eines der besten Teams der Welt", sagte Petkovic, und auch Teamchef Jens Gerlach kündigte selbstbewusst an: "Die Qualität, die haben wir. Kein Zweifel. Wir werden alles dafür tun, dass diese Generation das Ding hochhalten darf."

Allerdings ahnt Gerlach wohl auch, dass die nächsten Jahre auf absehbare Zeit die letzte Chance auf einen deutschen Fed-Cup-Erfolg bieten. Denn hinter Kerber, Görges und Co. klafft eine gewaltige Lücke, neue Hoffnungsträgerinnen sind nicht in Sicht. Auch die diesmal nachnominierte Barthel, die in Lettland nach Auftaktsiegen von Petkovic und Görges den entscheidenden dritten Punkt gegen die frühere French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko holte, ist schon 28 Jahre alt.

"Ich würde mir auch wünschen, dass wir ein paar Mädels Anfang 20 in den Top 100 der Weltrangliste hätten. Das ist aber im Moment nicht der Fall", klagte Gerlach, der in Riga exakt dieselbe Mannschaft nominiert hatte wie seine Vorgängerin Barbara Rittner beim letzten Abstieg vor sieben Jahren. Ein Umstand, der auch Petkovic etwas Sorgen bereitet: "Ich werde auch nicht für immer spielen, deshalb hoffe ich, dass ein paar Mädels nochmal die Kurve kriegen." Die Zeit drängt.

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