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Fortuna bestätigt Schäfer-Entlassung nach Funkel-Posse

14.04.2019 12:37
Robert Schäfer muss Fortuna Düsseldorf verlassen
© getty, Sebastian Widmann
Robert Schäfer muss Fortuna Düsseldorf verlassen

Fortuna Düsseldorf trennt sich von seinem Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer. Der Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten, Reinhold Ernst, bestätigte dies der "Deutschen Presse-Agentur".

"Seit längerem überlegen wir, wie wir uns für die Zukunft neu aufstellen. Richtig ist, dass wir Robert Schäfer dies mitgeteilt haben", sagte der 57-jährige Ernst. Zuerst hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet. Ernst betonte: "Wir befinden uns schon länger in Gesprächen mit Robert Schäfer über eine einvernehmliche Trennung."

Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel erreicht die überraschende Nachricht mitten in der Vorbereitung auf den Bundesliga-Schlager gegen Tabellenführer Bayern München am Sonntag (15:30 Uhr). Der Aufsteiger trennt sich überraschend von seinem Vorstandschef Robert Schäfer, spätestens seit der Trainerposse in der Winterpause im eigenen Haus der Intimfeind des beliebten Coaches. Funkel wollte sich am Samstag nicht zu dieser Personalie äußern, feierte stattdessen mit seinem Team vor dem Fernseher den vorzeitigen Klassenerhalt.

Dass der Burgfrieden zwischen dem 65 Jahre alten Trainer und dem 22 Jahre jüngeren Schäfer überhaupt solange gehalten hat, grenzte ohnehin an ein Wunder, nachdem der Klubboss seinen Coach zu Jahresbeginn quasi im Alleingang gefeuert hatte - und damit nicht nur Funkel, sondern den Aufsichtsrat vor den Kopf gestoßen hatte.

Das ohnehin nie besonders große Vertrauensverhältnis zwischen dem selbstverliebten Klubchef und den Vereinsgremien war spätestens seit dem Winter zerrüttet und nicht mehr zu kitten. Als Nachfolger von Schäfer ist nach Informationen der Rheinischen Post der 58-jährige Thomas Röttgermann im Gespräch, der bis 2017 der Geschäftsführung des VfL Wolfsburg angehörte.

"Wir haben ihn über unsere Entscheidung informiert"

Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Ernst bestätigte dem Sport-Informations-Dienst aber lediglich die bevorstehende Trennung von Schäfer: "Wir haben ihn über unsere Entscheidung informiert. Das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört, deshalb gab es keine andere Lösung." Schäfer, der den Klub nach Gutsherrenart geführt und damit viele Mitstreiter auf allen Ebenen verprellte hatte, wollte sich am Samstag nicht äußern. Seine Sekretärin brach in Tränen aus, als sie die Nachricht erfuhr.

Erst im August vergangenen Jahres war der Vertrag mit Schäfer frühzeitig um zwei Jahre bis 2021 verlängert worden. Der Verein hatte den Manager, der am Rhein pro Saison rund 800.000 Euro verdient haben soll, im März 2016 in einer Krisensituation von Dynamo Dresden an den Rhein geholt.

Mit Schäfer und dem damals ebenfalls neuen Trainer Funkel schaffte die Fortuna die Rückkehr in die Bundesliga und erholte sich auch wirtschaftlich. Parallel zu den Erfolgsmeldungen jagte Schäfer aber nach und nach altgediente Fortunen aus ihren Ämtern und wurde mehr und mehr zum Alleinherrscher. Er selbst bezeichnete seine Maßnahmen als "überfällige Professionalisierung".

Fortuna Düsseldorf feiert Klassenerhalt

Nachdem Schäfer dann in Marbella mit seinem Alleingang in der Personalie Funkel für Kopfschütteln gesorgt hatte, hatte er jegliche Rückendeckung verloren. Erst nach Intervention des Aufsichtsrates und der Fans wurde seine Entscheidung rückgängig gemacht und anschließend der Vertrag mit Funkel sogar bis 2020 verlängert.

Schäfer wurde der Beschluss des Aufsichtsrates bereits mitgeteilt, offiziell vollzogen ist die Trennung noch nicht. Nach Bild-Informationen hat Schäfer aber nach Rücksprache mit seinen Anwälten noch keinen Auflösungsvertrag unterschrieben. Er wolle weiter ganz normal ins Büro gehen und auch beim Bayern-Spiel vor Ort sein, bei dem die Fortunen den seit Samstag sicheren Klassenerhalt gebührend feiern werden.

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Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenFC Bayern34246488:325678
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmund34237481:443776
3RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig34199663:293466
4Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen341841269:521758
5Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach341671155:421355
6VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg341671162:501255
7Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurt341591060:481254
8Werder BremenWerder BremenSV Werder341411958:49953
91899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheim341312970:521851
10Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorf341351649:65-1644
11Hertha BSCHertha BSCHertha BSC3411101349:57-843
121. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05341271546:57-1143
13SC FreiburgSC FreiburgSC Freiburg348121446:61-1536
14FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 0434891737:55-1833
15FC AugsburgFC AugsburgAugsburg34881851:71-2032
16VfB StuttgartVfB StuttgartVfB Stuttgart34772032:70-3828
17Hannover 96Hannover 96Hannover 9634562331:71-4021
181. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnberg343102126:68-4219
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