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Italiener seufzt: "Nicht mein Wochenende"

Alfa Romeo nicht in Q3: Teamchef verteidigt Giovinazzi

13.04.2019 13:04
Antonio Giovinazzi kann am Qualifying nicht teilnehmen
Antonio Giovinazzi kann am Qualifying nicht teilnehmen

"Das ist sicherlich nicht mein Wochenende", seufzt Antonio Giovinazzi nach dem Qualifying zum Grand Prix von China.

Der Italiener konnte im Zeittraining keine schnelle Runde absolvieren, da er erneut von einem technischen Problem gestoppt wurde. Schon am Freitag verpasste er das erste Freie Training aufgrund eines Motorproblems. Er wird am Sonntag das 1.000. Rennen der Geschichte nur vom 19. Startplatz in Angriff nehmen. Teamkollege Kimi Räikkönen scheiterte zum ersten Mal seit Ungarn 2016 in Q2, er steht auf Position 13.

"Ich weiß nicht, was passiert ist. Das müssen wir erst untersuchen", gibt Giovinazzi kurz nach dem Qualifying zu. "Das war kein einfaches Wochenende für mich. Ich habe schon das erste Training verpasst." Am Freitag nahm Alfa-Romeo-Teamchef Frederic Vasseur die Schuld auf das Team, bei der Installation des Ferrari-Antriebs im Heck des C38 habe es Schwierigkeiten gegeben.

Der Italiener konnte anschließend im zweiten Freien Training 40 Runden absolvieren. Im dritten Freien Training schaffte er ebenfalls zwölf Runden. Doch nach zwei Outlaps in Q1 war Schluss: An Giovinazzis Heck wurde erneut geschraubt. Er konnte für keinen schnellen Versuch auf die Strecke gehen und musste zusehen, wie er auf Platz 19 liegend ausschied.

Räikkönen: Auf den Geraden zu viel verloren

"Möglicherweise ein Problem am Antrieb", schreibt das Alfa-Romeo-Team nach dem Q1-Aus auf Twitter zur Ursache. "Morgen werde ich aus der letzten Startreihe losfahren. Aber das ist eine Strecke, auf der man überholen kann. Und wenn wir so stark sind, wie wir in Bahrain und Melbourne waren, dann können wir etwas ausrichten", bleibt der Ferrari-Nachwuchspilot optimistisch.

Auch Teamkollege Kimi Räikkönen vermutete nach seinem Q2-Aus ein Problem am Motor. "Wir verlieren Power auf den Geraden, mehr als eine Zehntel", funkte er. Im Nachhinein stellte er aber klar, dass kein technisches Problem am Ferrari-Motor dafür verantwortlich gewesen ist.

"Ich bin auf der Geraden allein gefahren, daher haben wir verglichen zu unserer eigenen schnellsten Runde zumindest eineinhalb Zehntel verloren. Das kann eben passieren." Der Finne macht den Wind dafür verantwortlich, da er als erster Pilot auf die Gerade kam im letzten schnellen Versuch. "Vielleicht war der Wind auf dieser Runde stärker verglichen mit der Runde zuvor. "

Mit seinem ersten Versuch in Q1 war er besonders zufrieden, danach seien seine Runden eher "durchschnittlich" gewesen, gibt er zu. "Dennoch hatte ich ein gutes Gefühl auf der letzten Runde. Das hat sich wieder eher so angefühlt, wie es auch sein soll. Heute hat uns einfach Speed gefehlt." Auch fehlende Konstanz macht der Routinier aus.

Ob am Sonntag Punkte möglich sind, wollte er nicht beantworten: "Ich werde mein Bestes geben." Auf die Top 10 fehlten ihm am Ende rund zwei Zehntelsekunden. Somit musste er zum ersten Mal seit dem Qualifying in Ungarn 2016 bereits in Q2 aus dem Auto aussteigen. Teamchef Vasseur ist trotzdem zufrieden mit Räikkönens bisherigen Leistungen.

Die Erfahrung von 294 Grands Prix sei für das Team enorm wichtig. "Das ist auf gewisse Weise eine Versicherung für uns!", schmunzelt der Franzose. "Er ist immer am Punkt und immer wenn er sich verbessern muss, kann er nachlegen. Er ist natürlich eine Richtmarke." Daher fiel die Entscheidung für Räikkönen sehr bewusst, da der Finne dem umstrukturierten Team eine gute Referenz liefern kann.

Vasseur: Möchte Giovinazzi nicht mit Leclerc vergleichen

Auch für seinen unerfahrenen Teamkollegen Giovinazzi ist Räikkönen eine Hilfe. Denn der Italiener sieht anhand der Rundenzeiten des Finnen, dass der C38 im Mittelfeld gut mithalten kann. "Die Pace ist da. Jetzt müssen wir als Team alles zusammenbringen, die Balance und so weiter. Das ist auch wichtig für Antonios Kopf." Denn mental müsse der Italiener gut aufgestellt sein.

Mit Charles Leclerc, der bei Alfa Romeo (vormals Sauber) im Vorjahr sein Debüt gegeben hat, möchte Vasseur Giovinazzi aber nicht vergleichen. "Antonio kann gut abliefern und ich hoffe, dass er in der Lage sein wird, alles zusammenzubringen. Ich mache mir darüber keine Sorgen." Nachsatz: "Ich möchte zwar keine Vergleiche ziehen mit dem Vorjahr, aber Charles kam ab Baku richtig ins Fahren."

Außerdem seien die Abstände im Mittelfeld extrem eng. Zwei, drei Zehntelsekunden können über viele Positionen entscheiden. "Eine Zehntel vor oder zurück - das kann dein Wochenende komplett verändern. Kimi war jetzt zweimal um eine Zehntel in Q2, wäre er nur etwas langsamer gewesen, wäre er in Q1 schon ausgeschieden und das Wochenende hätte ganz anders ausgesehen."

Giovinazzi bisher noch ohne Glanzpunkte

Vasseur stellt sich schützend hinter den Italiener, der bislang jedes Qualifyingduell gegen Räikkönen verloren hat und noch nicht punkten konnte. "Ich bin davon überzeugt, dass Antonio das schaffen wird. Er ist ein sehr starkes Q1 in Melbourne gefahren. Das war nicht einfach und er hat es geschafft, auf den vierten oder fünften Rang zu fahren. Daher bin ich überhaupt nicht besorgt", nennt er ein Beispiel.

Grundsätzlich hält Vasseur nichts davon, nach nur drei Rennen schon voreilige Schlüsse zu ziehen. Denn er erinnert sich noch an Leclercs Ankunft bei Sauber. Damals sei er bereits als neuer Weltmeister angekündigt worden, als er nach drei Rennen noch nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert hatte, wurde Vasseur schließlich gefragt, ob "es vielleicht doch noch zu früh für ihn ist", erinnert sich der Teamchef.

"Das heißt nichts, nur weil der Kerl an einem Tag einen guten Job macht, wird er nicht gleich Weltmeister und wenn er einen schlechten Tag hat, wird er das vielleicht trotzdem erreichen." Das möchte er auch Giovinazzi ausrichten. Schließlich habe er "vollstes Vertrauen" in den 25-Jährigen.

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