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THW-Coach Gislason nach Rekord noch längst nicht satt

08.04.2019 13:52
Alfred Gislason (M.) will mit dem THW Kiel noch weitere Titel feiern
© getty, Martin Rose
Alfred Gislason (M.) will mit dem THW Kiel noch weitere Titel feiern

Der glanzvolle Triumph im DHB-Pokal war für Alfred Gislason erst der Anfang. Der scheidende Erfolgstrainer ist vor dem Saison-Endspurt mit dem THW Kiel noch längst nicht satt.

Die Kieler Pokal-Party hatte es in sich. Vor allem für Alfred Gislason. Erst hüpfte der scheidende Erfolgscoach des THW Kiel minutenlang vor den eigenen Fans auf und ab, dann feierte er mit seinen Spielern eine wilde Kabinensause und zu vorgerückter Stunde posierte er schließlich stolz mit der Trophäe für ein Team-Selfie.

"Ich habe das alles noch nicht realisiert. Das wird noch ein paar Tage dauern", sagte Gislason nach dem nächsten - dem vielleicht letzten - Meilenstein in seiner großen Karriere als Vereinstrainer.

Sechster Titel bei seiner sechsten Teilnahme mit Kiel am Final Four - mehr geht nicht. Gislason ließ durch den 28:24-Triumph im Finale gegen Magdeburg sogar den legendären Noka Serdarusic hinter sich. Der Kroate gewann den prestigeträchtigen Pokal fünfmal mit dem THW, sechs Siege waren noch keinem Trainer gelungen.

Und doch ging Gislasons Blick nach der nächtlichen Feier beim Italiener und einem guten Glas seines geliebten Rotweins sofort wieder nach vorn. In den verbleibenden neun Wochen seiner elften und letzten Saison mit den Zebras hat er noch viel vor. Sein Titelhunger ist noch nicht gestillt. "Ich lege mich jetzt nicht auf die Couch und sage: Alles gut", versicherte Gislason, der im Sommer eine Auszeit einlegen wird und dann ein Nationalteam übernehmen möchte.

"Jeder hat größten Respekt für Alfreds Lebenswerk"

Nach dem elften Pokalsieg der Klub-Historie winkt zum Abschied noch der Titel im EHF-Cup, wo der THW beim Final Four (17./18. Mai) Gastgeber ist. Und selbst in der Meisterschaft ist Kiel als Tabellenzweiter angesichts von vier Punkten Rückstand auf die SG Flensburg-Handewitt nicht chancenlos. "An mir wird es nicht scheitern", sagte Gislason. Er grinste - und seine blauen Augen blitzten kurz auf.

Die Gratulanten standen am Montag bei Gislason unterdessen Schlange. "Jeder hat größten Respekt für Alfreds Lebenswerk", sagte Bob Hanning von den Füchsen Berlin, dessen Team im Halbfinale an Kiel gescheitert war (22:24): "Ich freue mich für ihn persönlich." Ähnlich äußerten sich trotz aller Enttäuschung auch Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert und SCM-Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt.

Ungeachtet des bevorstehenden Saison-Endspurts ist Gislasons Vermächtnis riesig. Die bislang 14 großen Titel mit dem THW sind das eine. Doch vor allem übergibt der 59-Jährige im Sommer eine Mannschaft an seinen Nachfolger Filip Jicha, die eine große Zukunft vor sich haben dürfte.

Gislason will "jeden Tag genießen"

Der Umbau des Teams ist abgeschlossen, Spieler wie Lukas Nilsson und Nikola Bilyk (beide 22) gehörten im Pokal-Endspiel zu den Leistungsträgern. "Diese junge Mannschaft hat gezeigt, was sie alles in den kommenden Jahren leisten kann", sagte Gislason: "Ich freue mich schon darauf, einfach zuzuschauen, was die da machen."

Noch hat die Zukunft allerdings nicht begonnen. "Ich bin noch nicht weg. Wir haben noch zwei Monate vor uns", sagte Gislason und versprach: "Ich werde jeden Tag davon genießen."

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