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"Scheiß Situation": Löwen und der Achtelfinal-Fluch

31.03.2019 11:48
Jerry Tollbring erzielte in Nantes zwei Treffer für die Löwen
© getty, Cathrin Mueller
Jerry Tollbring erzielte in Nantes zwei Treffer für die Löwen

Das Achtelfinale der Champions League bleibt für die Rhein-Neckar Löwen eine unüberwindbare Hürde. Das knappe Aus in Nantes ist ein Abbild einer Saison der vergebenen Chancen.

Die Fortsetzung der schwarzen Achtelfinalserie schmerzte, das wollte Andy Schmid gar nicht leugnen. "So knapp zu verlieren, ist hart. Das Glück blieb uns verwehrt. Irgendwie passt das zu unserer Saison", sagte der Kapitän der Rhein-Neckar Löwen, nachdem er mit dem Handball-Bundesligisten zum fünften Mal nacheinander in der ersten K.o.-Runde der Champions-League ausgeschieden war.

Bis zur 56. Minute lagen die Löwen beim Vorjahresfinalisten HBC Nantes noch auf Viertelfinalkurs, wenig später - nach dem bitteren 27:30 (14:14) - sprach Schmid bei "Sky" von einer "scheiß Situation" für den Verein. Dabei habe der Pokalsieger "mit Herz und Leidenschaft gespielt", der Einsatz reichte jedoch nicht aus, um den Vorsprung aus dem Hinspiel (34:32) erfolgreich zu verteidigen.

Schmid ärgerte sich über die "einfachen Gegentore" und die vergebenen Chancen - ein Abbild der bisherigen Saison. Die fetten Jahre sind für den Meister von 2016 und 2017 sowie den Pokalsieger von 2018 vorerst vorbei. Die Titelverteidigung platzte bereits im Viertelfinale, die Meisterschaft ist längst außer Reichweite, und die Rückkehr in die Königsklasse dürfte ein aussichtsloses Unterfangen werden.

Löwen-Chef Roggisch sieht Einstellungsproblem

Nach der Klatsche (23:28) beim abstiegsbedrohten VfL Gummersbach am Donnerstag beträgt der Rückstand auf den THW Kiel auf dem zweiten Champions-League-Platz bereits vier Punkte. Die "desolate Vorstellung" (Schmid) bei den Oberbergischen offenbarte zudem Einstellungsprobleme. "Wir denken wohl, wir können hier mit 80 Prozent gewinnen", klagte Oliver Roggisch, Sportlicher Leiter der Löwen.

Vor der Partie in Nantes hatte der scheidende Weltmeistertrainer Nikolaj Jacobsen seine Mannschaft wieder aufgeweckt, immerhin der Einsatz stimmte. "Am Ende", sagte Schmid, "haben Kleinigkeiten entschieden". Der Schweizer war gemeinsam mit Jannick Kohlbacher und Vladan Lipovina (alle fünf Tore) erfolgreichster Schütze seines Teams und ist sich trotz des schwachen Saisonverlaufs sicher: "Wir haben große Charaktere im Team und werden wiederkommen."

Den Beweis können sie in drei Wochen antreten, wenn der bislang unangefochtene Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt, der am Sonntagabend (19:00 Uhr) als letzter deutscher Vertreter in der Champions League gegen HC Meschkow Brest (Hinspiel: 30:28) gefordert ist, in Mannheim gastiert. Das Ziel der Löwen lautet jedoch nur noch EHF-Cup, die internationale Zweitklassigkeit. Den nächsten Anlauf, die Achtelfinalhürde in der Königsklasse zu überspringen, werden sie wohl erst frühestens in zwei Jahren nehmen können.

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