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Ganz Dortmund träumt von der Meisterschaft

"Brutale Überzeugung": BVB bereit für den FC Bayern

30.03.2019 21:17
BVB geht mit Optimismus ins Topspiel beim FC Bayern
© getty, Christof Koepsel
BVB geht mit Optimismus ins Topspiel beim FC Bayern

Vorteil BVB: Nach dem 2:0-Duselsieg gegen den VfL Wolfsburg reist Borussia Dortmund als Tabellenführer mit zwei Punkten Vorsprung zum Topspiel nach München. Das Selbstbewusstsein ist groß, der Glaube an die Meisterschaft lebt.

Die "Paco-Party" vor der bebenden Südtribüne war schon in vollem Gange, als das Ergebnis aus Freiburg die Stimmung beim neuen Tabellenführer Borussia Dortmund zum Überkochen brachte.

Der nächste Last-Minute-Sieg und der unerwartete Patzer des großen Konkurrenten FC Bayern lösten nicht nur beim Matchwinner Paco Alcácer "pure Freude" aus.

Die glückseligen Fans sangen inbrünstig von der "Deutschen Meisterschaft" und stimmten danach lautstark den Klassiker "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" an, während die Spieler vor der beeindruckenden Gelben Wand auf und ab wippten und sich auf das Topspiel beim deutschen Rekordmeister am Samstag (18:30 Uhr) einstimmten. Nach dem 2:0 (0:0)-Duselsieg gegen den VfL Wolfsburg heißt es nun wieder: Vorteil Dortmund.


Mehr dazu: BVB feiert Last-Minute-Sieg gegen den VfL Wolfsburg


Hans-Joachim Watzke sieht psychologischen Vorteil für den BVB

"Psychologisch ist es für uns gut, als Tabellenführer nach München zu fliegen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Auch ohne den werdenden Vater Marco Reus bewies der BVB zum wiederholten Mal in dieser Saison eine tolle Moral und durfte sich als Belohnung über einen Zwei-Punkte-Vorsprung auf die Bayern freuen.

Aus der BVB-Kabine dröhnte noch lange nach Schlusspfiff Musik und Paco Alcácer wurde nach seinem späten Doppelpack (90.+1 und 90.+4) gefeiert. "Ich nenne ihn einen Matador, im Sinne von Killer", sagte Axel Witsel und betonte: "Wir brauchen Siege wie diese."

Last-Minute-BVB: 13 Punkte durch Tore ab er 84. Minute

Es war nicht der erste Erfolg dieser Art. Durch Tore ab der 84. Minute sicherten sich die Westfalen in dieser Saison schon bemerkenswerte 13 Punkte. "Wir haben dieses Jahr wirklich den Glauben in der Mannschaft, dass wir das Tor immer noch machen können", sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Sebastian Kehl verspricht sich davon einen "Extraschub". Der Leiter der Lizenzspielerabteilung lobte zudem die "brutale Überzeugung" innerhalb der Mannschaft. Alcacers wuchtiger, allerdings auch leicht abgefälschter Freistoß zur glücklichen Führung drückte diese aus. Der Spanier stellte mit seinen beiden späten Treffern nebenbei einen Bundesligarekord auf: Fünf Tore ab der 90. Minute waren zuvor noch keinem Spieler in einer Saison gelungen. "Wir haben immer geglaubt, dass es bis zum Schluss möglich ist", sagte Trainer Lucien Favre, dessen Mannschaft immer noch ohne Heimniederlage in dieser Saison ist.

Die Verantwortlichen ließen sich vor dem vielleicht schon entscheidenden Spiel in München davon aber nicht blenden und hoben mahnend den Finger. "Die Bayern werden gierig sein", warnte Kehl, Zorc ergänzte: "Wir wissen, dass wir in München eine deutlich bessere Leistung brauchen, um dort zu bestehen."

BVB könnte beim FC Bayern für Vorentscheidung sorgen

Mit einem Erfolg beim Serienmeister könnte der BVB bei dann fünf Punkten Vorsprung bei noch sechs ausstehenden Spielen aber für eine Vorentscheidung sorgen. "Wir wollen die Chance nutzen, die dieses Jahr da ist", sagte Kehl. Auch Zorc ging in die Offensive: "Wir fahren dorthin, um zu gewinnen."

Nach der zwischenzeitlichen Schwächephase und dem verspielten Neun-Punkte-Vorsprung ist der Glaube an die neunte deutsche Meisterschaft jedenfalls endgültig zurückgekehrt.

"Wir haben heute ein bisschen mehr Selbstvertrauen gesammelt. Auch wenn es den Bayern nie an Selbstvertrauen mangelt", stellte Torhüter Roman Bürki fest.

Der BVB bangt allerdings um den Einsatz von Abdou Diallo (Wade) und Achraf Hakimi (Fuß). Dafür kehrt Reus in die Mannschaft zurück. "Wir werden seine Geschwindigkeit und seine Gedankenschnelligkeit am Samstag brauchen", sagte Kehl. Anders ausgedrückt: Die Bayern können kommen.

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