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Die Top-Teams der 2. Bundesliga im Check

Darum verspielt der HSV den Aufstieg im Endspurt

27.03.2019 08:54
Sieben Vereine träumen noch vom Aufstieg in die 1. Bundesliga
Sieben Vereine träumen noch vom Aufstieg in die 1. Bundesliga

Nach der Länderspielpause biegt die 2. Fußball-Bundesliga auf die Zielgerade ein. Acht Spieltage vor Schluss kämpfen sieben Mannschaften um zwei Aufstiegs- und einen Relegationsplatz. Wer hat die besten Karten, wer nur Außenseiterchancen? sport.de macht den Check!

Restprogramm:

1. FC Union Berlin (A) - SV Sandhausen (A) - MSV Duisburg (H) - Holstein Kiel (A) - 1. FC Heidenheim 1846 (H) - Arminia Bielefeld (A) - Hamburger SV (H) - Dynamo Dresden (A)

Form & Prognose:

Die Spektakeltruppe von Trainer Steffen Baumgart hat die Liga im Sturm erobert - wohlgemerkt als Aufsteiger. Offensiv liefern die Ostwestfalen schon jetzt erstklassigen Fußball, während die Abwehr noch Luft nach oben hat.

Eine kleine Schwächephase zwischen dem 23. und 25. Spieltag mit nur einem Punkt aus drei Spielen hat die Euphorie gedämpft, auch wenn gegen Ingolstadt zuletzt wieder ein Dreier glückte.

Problematisch könnte das Restprogramm werden: Fünf von acht Partien bestreitet der SCP auf fremdem Boden, wo sich das Team bislang deutlich schwerer tut als in der heimischen Benteler-Arena. Tendenz: Der Traum vom Durchmarsch erfüllt sich nicht, dennoch darf nach 34 Spieltagen auf eine tolle Saison angestoßen werden.


Restprogramm:

1. FC Magdeburg (A) - 1. FC Köln (H) - Erzgebirge Aue (A) - FC St. Pauli (H) - SC Paderborn 07 (A) - SV Sandhausen (H) - MSV Duisburg (A) - FC Ingolstadt 04 (H)

Form & Prognose:

Keine andere Mannschaft im deutschen Unterhaus tritt derart homogen und harmonisch auf. Mit Frank Schmidt an der Seitenlinie und Marc Schnatterer auf dem Feld hat sich der FCH trotz überschaubarer finanzieller Mittel zu einem festen Bestandteil der 2. Bundesliga entwickelt.

Auch in der aktuellen Spielzeit hat der Klub von der Ostalb die Erwartungen übertroffen und lauert im Verfolgerfeld des Spitzentrios. Große Hoffnungen ruhen im Endspurt auf Torjäger Robert Glatzel, der bereits zwölf Mal getroffen hat.

Nominell kann der Heidenheimer Kader mit den hochkarätig besetzten übrigen Aufstiegs-Anwärtern nicht mithalten. Heißen muss das nichts: Im DFB-Pokal hat der FCH im Februar Bayer Leverkusen ausgeschaltet und fordert nun den FC Bayern. Für den ganz großen Wurf dürfte es allerdings nicht reichen, dafür ist die Konkurrenz zu stark. Eigentlich.


Restprogramm:

1. FC Köln (A) - FC St. Pauli (H) - FC Ingolstadt 04 (A) - SC Paderborn 07 (H) - SV Sandhausen (A) - MSV Duisburg (H) - Dynamo Dresden (H) - Arminia Bielefeld (A)

Form & Prognose:

Die sportliche Entwicklung der Störche ist beeindruckend. Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga wäre beinahe der Durchmarsch geglückt, erst in der Relegation zog man gegen den VfL Wolfsburg den Kürzeren. Im Anschluss verließ Erfolgstrainer Markus Anfang die Förde ebenso wie zahlreiche Leistungsträger (Marvin Ducksch, Dominick Drexler, Rafael Czichos).

Im Umfeld wuchs die Angst, im zweiten Jahr durchgereicht zu werden. Doch die Holstein-Bosse bewiesen einmal mehr ein glückliches Händchen: Unter Anfang-Nachfolger Tim Walter, der von der zweiten Mannschaft des FC Bayern losgeeist wurde, spielen die Nordlichter auch 2018/2019 attraktiven Tempofußball.

Mehr noch: Das verhältnismäßig machbare Restprogramm nährt die Hoffnungen vieler Kieler, auf der Zielgeraden der Saison noch den einen oder anderen Konkurrenten abzufangen. Prognose: Die Störche erobern auf den letzten Metern Rang drei und treten erneut in der Relegation an!


Restprogramm:

MSV Duisburg (H) - Holstein Kiel (A) - Arminia Bielefeld (H) - 1. FC Heidenheim 1846 (A) - Jahn Regensburg (H) - Dynamo Dresden (A) - VfL Bochum (H) - SpVgg Greuther Fürth (A)

Form & Prognose:

So schnell kann's gehen: Bis zum Stadtderby gegen den HSV herrschte beim Kiezklub Aufbruchstimmung, zwei Spiele später ist Ernüchterung eingekehrt. Als wäre die 0:4-Heimniederlage gegen den Erzrivalen nicht demütigend genug gewesen, setzte es bei Kellerkind Sandhausen kurz darauf die nächste Klatsche.

Es wirkt, als würde St. Pauli im Schlussspurt die Luft ausgehen. Der von Coach Markus Kauczinski etablierte Ergebnisfußball war selten spektakulär, dennoch lange Zeit erfolgreich. Nun scheint die Formel entschlüsselt.

Mit einem negativen Torverhältnis starten die Hansestädter in die letzten acht Partien. Dort warten zwar keine Übermannschaften, der Trend spricht jedoch eindeutig gegen St. Pauli. Daran wird Torjäger Alex Meier (fünf Rückrundentreffer) alleine wenig ändern können. Für die Top drei dürfte es am Ende nicht mehr reichen.


Restprogramm:

SC Paderborn 07 (H) - Dynamo Dresden (A) - Jahn Regensburg (H) - SpVgg Greuther Fürth (A) - Hamburger SV (H) - SV Darmstadt 98 (A) - 1. FC Magdeburg (H) - VfL Bochum (A)

Form & Prognose:

In den vergangenen Jahren haben sich die Eisernen peu à peu an die Spitzenplätze herangepirscht. In diesem Jahr könnte der große Wurf glücken: Unter der Leitung des Schweizers Urs Fischer präsentiert sich Union aufstiegsreif. Nur drei von 26 Spielen verloren die Köpenicker, die vor allem defensiv kaum zu knacken sind.

Richtungsweisend dürfte das Heimspiel gegen den HSV am 31. Spieltag werden. Ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten könnte die Alte Försterei zum Explodieren bringen - und so vielleicht den entscheidenden Schub für die letzten Wochen geben.

Tendenz: Union behält die Nerven und steigt als Tabellenzweiter direkt in die Bundesliga auf.


Restprogramm:

VfL Bochum (A) - 1. FC Magdeburg (H) - 1. FC Köln (A) - Erzgebirge Aue (H) - 1. FC Union Berlin (A) - FC Ingolstadt 04 (H) - SC Paderborn 07 (A) - MSV Duisburg (H)

Form & Prognose:

Leidtragender eines Union-Aufstiegs könnte der HSV werden. Bei den Rothosen sorgen zu viele Nebenkriegsschauplätze für Unruhe. Erst meldet sich Investor Klaus-Michael Kühne mal wieder ungefragt zu Wort, dann setzt der Klub mit Lewis Holtby einen verdienten Spieler vor die Tür.

Böse Zungen behaupten, dass innerhalb des Vereins die Panik wächst, ein zweites Jahr im Unterhaus verbringen zu müssen. Sollten die Hanseaten tatsächlich noch aus den Top-Rängen rutschen, wäre ein Total-Umbruch unvermeidlich. Zu viele Profis verdienen beim HSV immer noch erstklassig.


Mehr dazu: Mega-Verträge bringen den HSV in die Bredouille


Sportlich hat das Team von Hannes Wolf zuletzt wenig Konstanz an den Tag gelegt. Mal überragt der HSV wie beim 4:0-Triumph im Derby gegen St. Pauli, ein anderes Mal wirkt die prominent besetzte Truppe seltsam fahrig. Anders ist eine 2:3-Heimniederlage nach klarer Führung gegen Darmstadt nicht zu erklären. "Das hätte uns niemals passieren dürfen", polterte Torjäger Pierre-Michel Lasogga.

Hinzu kommt das knüppelharte Restprogramm mit Auswärtsspielen in Köln, Berlin und Paderborn. Zu viel Stolpergefahr für den HSV, der den Aufstieg im Endspurt verspielt.


* ein Spiel weniger

Restprogramm:

Holstein Kiel (H) - 1. FC Heidenheim 1846 (A) - MSV Duisburg (A) (Nachholspiel vom 26. Spieltag) - Hamburger SV (H) - Dynamo Dresden (A) - SV Darmstadt 98 (H) - SpVgg Greuther Fürth (A) - Jahn Regensburg (H) - 1. FC Magdeburg (A)

Form & Prognose:

Mit dem mutmaßlich besten Kader der Zweitliga-Geschichte grüßt der Effzeh vom Platz an der Sonne. Groß ist der Vorsprung zur Konkurrenz nicht, dennoch deutet nahezu alles auf einen Aufstieg der Domstädter hin. Bei Spielern wie Anthony Modeste, Simon Terodde und Louis Schaub werden sogar Erstligisten neidisch.

Selbst die ewigen Querelen im Umfeld haben Jonas Hector, Timo Horn und Co. nicht aus der Bahn geworfen. Auch Trainer Markus Anfang sitzt nach zwischenzeitlicher Kritik wieder fest im Sattel.

Mit einem Nachholspiel in der Hinterhand beginnen die Wochen der Wahrheit für den 1. FC Köln, der schon jetzt zweigleisig plant. Sollten die Heimspiele gegen die Verfolger aus Hamburg und Kiel siegreich enden, dürfte der Betriebsunfall 2. Bundesliga bald behoben sein. Nur noch wenige Wochen, bis die Karnevalshochburg Köln erneut im kollektiven Freudentaumel versinkt.

 

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Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
11. FC Köln1. FC Köln1.FC Köln34196984:473763
2SC Paderborn 07SC Paderborn 07Paderborn34169976:502657
31. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion Berlin341415554:332157
4Hamburger SVHamburger SVHamburger SV341681045:42356
51. FC Heidenheim 18461. FC Heidenheim 1846Heidenheim341510955:451055
6Holstein KielHolstein KielHolstein Kiel3413101160:51949
7Arminia BielefeldArminia BielefeldBielefeld3413101152:50249
8Jahn RegensburgJahn RegensburgRegensburg341213955:54149
9FC St. PauliFC St. PauliSt. Pauli341471346:53-749
10SV Darmstadt 98SV Darmstadt 98Darmstadt341371445:53-846
11VfL BochumVfL BochumBochum3411111249:50-144
12Dynamo DresdenDynamo DresdenDresden341191441:48-742
13SpVgg Greuther FürthSpVgg Greuther FürthGr. Fürth3410121237:56-1942
14Erzgebirge AueErzgebirge AueAue341171643:47-440
15SV SandhausenSV SandhausenSandhausen349111445:52-738
16FC Ingolstadt 04FC Ingolstadt 04Ingolstadt34981743:55-1235
171. FC Magdeburg1. FC MagdeburgMagdeburg346131535:53-1831
18MSV DuisburgMSV DuisburgDuisburg346101839:65-2628
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  • Relegation
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