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"Möchte das mal ausprobieren"

Gnabry überrascht mit speziellem Lebensstil

12.07.2019 10:05
Serge Gnabry setzt bei der Ernährung neue Maßstäbe
© getty, Sebastian Widmann
Serge Gnabry setzt bei der Ernährung neue Maßstäbe

Das Thema Ernährung spielt im Leistungssport schon seit längerer Zeit eine zentrale Rolle. Mit Serge Gnabry vom Fußball-Bundesligisten FC Bayern München setzt ein Top-Star nun auch dort neue Impulse.  

Wie der Offensivspieler im Gespräch mit der "Bild" verriet, ernährt er sich aktuell komplett vegan. Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier haben auf dem Teller des 23-Jährigen somit derzeit keinen Platz.   

"Ich möchte das jetzt einfach mal ausprobieren und weiß noch nicht, ob ich es dauerhaft durchziehen werde. Aber im Moment macht es mir Spaß, ich fühle mich gut damit. Wie es in zwei Jahren ist, weiß ich nicht", erläutert Gnabry seine Motivation. 

Der gebürtige Stuttgarter läuft seit der abgelaufenen Spielzeit für den deutschen Rekordmeister im deutschen Fußball-Oberhaus auf. In seiner ersten kompletten Saison für die Bayern überzeugte Gnabry auf ganzer Linie und gehörte zu den größten Gewinnern im Team. Insgesamt 42 Pflichtspiele bestritt der Rechtsfuß in 2018/2019 für die Münchner in allen Wettbewerben und steuerte dabei starke Treffer bei.

Schon als Leihspieler in Diensten der TSG Hoffenheim sowie zuvor beim SV Werder Bremen stellte der deutsche Nationalspieler seine Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis und traf in der Bundesliga auch in den Vorjahren jeweils zweistellig. 

Sich jetzt beim Branchenprimus durchgesetzt zu haben, sieht Gnabry selbst als weiteren wichtigen Entwicklungsschritt an. Ob auch die umgestellte Ernährung mit seinen überwiegend starken Leistungen zusammenhängt? 

Fakt ist, dass das Thema Ernährung für immer mehr Hochleistungssportler eine zentrale Rolle im Alltag eingenommen hat. Ratgeber wie das umfassende Onlineservice-Angebot von vitamine.com helfen sowohl Spitzen- als auch Hobbysportlern, sich mit ausreichend Fachwissen und den richtigen Veränderungen gesund und zielführend zu ernähren. 

FC Bayern unterstützt Gnabry 

Im Falle des Bayern-Stars Serge Gnabry hat das Bewusstsein und die Begeisterung für eine vegane Ernährung vor einiger Zeit eingesetzt. "Gespräche mit Freunden und Dokumentationen" hätten ihn auf diesen neuen Lebensstil aufmerksam gemacht, erklärt der Nationalspieler. 

Die veränderten Essgewohnheiten des ehemaligen Nachwuchstalentes des englischen Hauptstadt-Klubs FC Arsenal stellen nun auch das Personal beim FC Bayern vor neue Herausforderungen.  

"Wir begleiten ihn dabei, dass er sich gut ernährt. Als Hochleistungssportler muss er schauen, wo er seine Kraft herbekommt", betont Star-Koch Alfons Schuhbeck, der beim Rekordmeister für die kulinarische Betreuung der Profis zuständig ist. 

"Wichtig ist vor allem, Eiweiß-haltiges zu essen, da ihm das ja aus Fleisch und Fisch fehlt. Linsen und Erbsen sind dafür entscheidend, auch Seitan braten wir ihm dazu gerne", gibt der Gastronom Einblicke in seine Menüs.   

Mit Leistungseinbrüchen ist bei Gnabry in nächster Zeit also nicht rechnen. Dennoch gab Schuhbeck zu, dass der Verein ein besonders Augenmerk auf ihn lege: "Bei Serge müssen wir das genau verfolgen", so der 69-Jährige.  

2014er-Weltmeister Benedikt Höwedes ernährt sich ebenfalls vegan

Gnabry ist dabei längst nicht der einzige Top-Sportler, der sich der veganen Ernährung verschrieben hat. Der Weltmeister von 2014 und ehemaliger Schalker Benedikt Höwedes hat durch den Verzicht auf tierische Produkte seine Verletzungsanfälligkeit reduziert, wie er selbst in der jüngeren Vergangenheit mehrfach betonte.

"Es dauerte nicht lange, und ich fühlte mich besser. Ich war weniger oft erschöpft, erholte mich schneller, fühlte mich rundum leichter und fit", berichtet der 31-Jährige in einer Kolumne auf dem Portal "t-online.de". "Auch meine Verletzungen nahmen ab und ich konnte schnell wieder 100 Prozent auf dem Platz geben."

Grund für die radikale Umstellung der Ernährung waren Muskelbündelrisse, die er sich zu seiner Zeit beim FC Schalke 04 mehrmals zuzog. Höwedes stand insgesamt elf Jahre lang bei den Königsblauen unter Vertrag und bestritt für den S04 alle seine 240 Spiele in der Bundesliga. 

Seit 2018 spielt er nun in der russischen Premier Liga. Bei seinem derzeitigen Klub fühlt er sich bisweilen als Exot, der "in die hässliche Veganer-Schublade gesteckt wird": "Der Koch meiner Mannschaft Lokomotive Moskau war fassungslos, als ich ihm bei unserem ersten Treffen gesagt habe, dass ich keine tierischen Produkte esse."

Als Höwedes klar wurde, dass er auch auf Käse verzichten müsse, wurde er "kurz panisch": "Denn was für andere Menschen Schokolade ist, war für mich Käse. Ich liebte Käse - auf dem Brot, als Snack zwischendurch, im Restaurant statt dem Dessert."

FC Schalke schon zum dritten Mal in Folge als "Veggie-Meister" ausgezeichnet

Gelsenkirchen ist in Zeiten des Veggie-Trends ohnehin eine beliebte Adresse. So ist der FC Schalke 04 bereits zum dritten Mal in Folge von der Tierrechts-Organisation PETA als "Veggie-Meister" ausgezeichnet worden. 

Bei diesem alternativen Wettbewerb, der seit 2005 durchgeführt wird, findet eine Bewertung des veganen Angebots in den Stadien der 1. und 2. Liga in Deutschland statt. RB Leipzig landete in dem Ranking auf Platz zwei, der Hamburger Zweitligist und Kultverein FC St. Pauli wurde Dritter. 

"Immer mehr Fans erkennen die dramatischen Folgen des Fleischkonsums für Mensch, Tier und Klima", sagte Felicitas Kitali, Fachreferentin für Ernährung bei PETA, "Stadien auf den Abstiegsplätzen sollten sich vom Angebot der Top fünf inspirieren lassen."

Auf Schalke haben die Fans unter anderem die Wahl zwischen Linsenravioli mit Curry-Kokossoße, Lahmacun mit gegrilltem Gemüse oder Grillgemüse-Wraps.