Anzeige

Zoff zwischen Werder und DFL geht weiter

24.03.2019 12:01
Wer zahlt künftig für Polizeieinsätze bei Risikospielen?
© getty, Maja Hitij
Wer zahlt künftig für Polizeieinsätze bei Risikospielen?

Geldgier, Starrsinn, Selbstherrlichkeit: Vor der nächsten Runde im jahrelangen Streit um die Übernahme von Polizeikosten bei Hochrisikospielen geht die Hansestadt Bremen in die Offensive. Ihre Vorwürfe in Richtung der Deutschen Fußball Liga (DFL) und das energische Beharren auf der eigenen Position sorgen bei den DFL-Machern allerdings weiter für heftiges Kopfschütteln.

"Die öffentliche Sicherheit mit einem Preisschild zu versehen und den Fußball in eine Kostenverantwortung zu nehmen, ist aus Sicht der DFL der falsche Weg", schreibt Präsident Reinhard Rauball vor der Verhandlung am Dienstag beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im DFL-Magazin. Der Fußball sei nämlich keinesfalls "Verursacher von Gewalt", die Gewährleistung der Sicherheit somit "Kernaufgabe des Staates".

Bei brisanten Begegnungen, die einen erhöhten Einsatz von Beamten notwendig machen, muss die DFL aber die zusätzlichen Kosten tragen. Finden zumindest die Politiker in Bremen. Und urteilte im Februar 2018 auch das dortige Oberverwaltungsgericht. Das nun bevorstehende letztinstanzliche Urteil des Bundesverwaltungsgericht, das wohl erst am Freitag verkündet werden soll, kann die unterlegene Partei nur noch vor dem Bundesverfassungsgericht prüfen lassen.

90 Prozent wollen DFL-Beteiligung

"Das Thema ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen, die Front bröckelt", sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) in der "ARD-Sportschau", er bezeichnete die DFL auch deshalb als "völlig uneinsichtig". Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) ärgerte sich im Gespräch mit der Düsseldorfer "Rheinischen Post" zudem darüber, dass bei der DFL "nur ans Geld gedacht wird und man seine Schäfchen ins Trockene bringen will".

Die Mutmaßung Sielings, wonach "die Bevölkerung nahezu geschlossen für unseren Weg der Kostenbeteiligung des Profi-Fußballs" ist, stützte zuletzt eine repräsentative Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag der "WDR"-Sendung "Sport inside". Demnach befürworteten 90 Prozent der Befragten die Weiterleitung der Mehrkosten an die DFL-Zentrale in Frankfurt/Main.

"Erheblicher zweistelliger Millionenbetrag jährlich"

Nach dem ersten Gebührenbescheid der Stadt Bremen aus dem Jahr 2015 (425.718 Euro) sind laut Rauball bislang für sechs weitere Begegnungen Rechnungen eingegangen. Sollte das Bundesverwaltungsgericht der Hansestadt recht geben, könnten sich weitere Bundesländer an dem Richterspruch orientieren - die Folge wären wohl noch viel mehr Rechnungen an die DFL.

"Wenn Bremen sich durchsetzen sollte und andere Bundesländer dem folgen sollten - was ich nicht glaube, aber auch nicht ausschließen kann - dann reden wir von einem erheblichen zweistelligen Millionenbetrag jährlich", sagte Rauball. Kosten, die letztlich auf die Vereine zukommen würden - weil sich die DFL nunmal nicht in der Verantwortung sieht.

"Warum sollen Vereine für die Situation in Bremen bezahlen?"

"Werder ist der Veranstalter, gegen den sich das Bremer Gesetz eigentlich richtet", äußerte Rauball in der "Süddeutschen Zeitung": "Deshalb gibt es den Präsidiumsbeschluss der DFL, bei entsprechendem Gerichtsbeschluss das Geld von Werder Bremen zurückzufordern. Der SV Werder weiß, dass es diesen Beschluss gibt. Warum sollen alle anderen Vereine für die Situation in Bremen bezahlen?"

Für dieses Szenario hat man an der Weser vorgesorgt und eine Rückstellung in Höhe von einer Million Euro bereitgelegt. Dazu verpflichtet uns die kaufmännische Vorsicht", erklärte Werder-Boss Klaus Filbry.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Bundesliga Bundesliga
Anzeige

Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenFC Bayern34246488:325678
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmund34237481:443776
3RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig34199663:293466
4Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen341841269:521758
5Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach341671155:421355
6VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg341671162:501255
7Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurt341591060:481254
8Werder BremenWerder BremenSV Werder341411958:49953
91899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheim341312970:521851
10Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorf341351649:65-1644
11Hertha BSCHertha BSCHertha BSC3411101349:57-843
121. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05341271546:57-1143
13SC FreiburgSC FreiburgSC Freiburg348121446:61-1536
14FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 0434891737:55-1833
15FC AugsburgFC AugsburgAugsburg34881851:71-2032
16VfB StuttgartVfB StuttgartVfB Stuttgart34772032:70-3828
17Hannover 96Hannover 96Hannover 9634562331:71-4021
181. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnberg343102126:68-4219
  • Champions League
  • Europa League
  • Europa League Quali.
  • Relegation
  • Abstieg
Anzeige