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Noch keine EM-Form: DFB-Bubis brechen in Schlussphase ein

22.03.2019 13:20
Die DFB-Junioren verspielten gegen Frankreich eine 2:0-Führung
© getty, Lars Baron
Die DFB-Junioren verspielten gegen Frankreich eine 2:0-Führung

Ein starker Hertha-Block, viele Experimente und eine besondere Wette: Das 2:2 gegen Frankreich deckte drei Monate vor der U21-EM Stärken und Schwächen im DFB-Team auf.

Benjamin Henrichs wurmte der verpasste Sieg im EM-Härtetest fast noch mehr als seinen Trainer Stefan Kuntz. "Ich hatte eine Wette mit einem Spieler aus Monaco", sagte der Confed-Cup-Sieger von 2017 nach dem unnötigen 2:2 (2:0) der deutschen U21 gegen Frankreich und meinte seinen Klubkollegen Fode Ballo-Toure, mit dem er nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen scherzte: "Hätten wir gewonnen, wäre er eine Woche mit meinem Trikot zum Training gekommen. Das hätte ich natürlich gerne gesehen."

Henrichs blieb der tagelange Spaß aber verwehrt, weil das Kuntz-Team eine 2:0-Führung gegen den EM-Mitfavoriten trotz 55 ganz starker Minuten nicht ins Ziel brachte. Der DFB-Trainer betrachtete das Resultat drei Monate vor dem Turnier indes als zweitrangig.

Die Dreierkette harmoniert

"Klar, du willst immer gewinnen", sagte Kuntz. Die Erkenntnisse aus dem temporeichen Spiel gegen den Nachwuchs des Weltmeisters seien aber wesentlich wichtiger.

So erwies sich das Experiment einer Dreierkette mit Arne Maier im Zentrum und zwei hochstehenden Außenverteidigern durchaus als EM-tauglich. "Unsere Idee war es, dass Räume aufgehen. Das hat auch geklappt", sagte Kuntz, der sich diese Option zumindest offen halten will.

Zudem trumpfte der Hertha-Block mit Maier, Jordan Torunarigha und dem Torschützen Maximilian Mittelstädt auf. "Wir waren zusammen in der Schule, kennen uns seit klein auf", sagte Mittelstädt, der in der 31. Minute die Führung durch den Mainzer Levin Öztunali (3.) ausbaute. Zum Sieg reichte es vor 4227 Zuschauern in Essen dennoch nicht, auch weil die Franzosen dem DFB-Team körperlich überlegen waren.

Eggestein und Klostermann vor Rückkehr zur U21

Mit Blick auf die EM im Juni in Italien offenbarten sich beim Titelverteidiger aber auch Schwächen. Timo Baumgartl etwa vermisste "Eins-gegen-Eins-Spieler" wie bei den Franzosen. "Da haben wir mit Leroy vielleicht einen oben", sagte der Kapitän. Jener Leroy Sané wäre im Sommer sogar für die U21 spielberechtigt, Kuntz nahm Baumgartls Hinweis mit Humor. "Ich gebe ihm nachher die Nummer von Jogi Löw. Dann kann er ihn anrufen und fragen, ob er Leroy zu uns schickt", sagte Kuntz.

Anders als Sané werden Maximilian Eggestein und Lukas Klostermann im Sommer dagegen wohl wieder vom A-Team zur U21 stoßen. "Jogi vertritt tendenziell die Meinung, dass es für sie mit Blick auf die EM 2020 sinnvoll ist, ein Turnier zu spielen", sagte Kuntz, auf den schon am Dienstag in England der letzte offizielle Test vor der EM wartet. Weiter fehlen wird dann wohl Lukas Nmecha, da die Spielberechtigung für den bisherigen U-Nationalspieler Englands noch nicht vorliegt.

Kuntz deutete an, dass der DFB noch andere "Überläufer" aus anderen Nationen auf dem Zettel hat. "Wir haben noch die eine oder andere Idee, mit der jetzt noch keiner rechnet. Wir versuchen, kreativ zu sein", sagte Kuntz, der sich jedoch beeilen muss. Bis zur EM sind es nur noch drei Monate.

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