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Wer sind die Überflieger? Wer sind die Tiefflieger?

Ligue-1-Check: Tuchel peilt Premiere an

22.03.2019 15:32
Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel blickt in der Ligue 1 seinem ersten Meistertitel entgegen
© getty, Thananuwat Srirasant
Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel blickt in der Ligue 1 seinem ersten Meistertitel entgegen

Das Titelrennen ist entschieden, doch das Ringen um die internationalen Startplätze verspricht ein ebenso spannendes Finish wie der Abstiegskampf. Auch der FC Bayern wird das Restprogramm im Nachbarland wohl verfolgen, immerhin mischt ein potenzieller Neuzugang noch munter mit. Heute im sport.de-Ligencheck während der Länderspielpause: die Ligue 1.

In der Champions League überraschend gegen Manchester United ausgeschieden, gibt sich Paris Saint-Germain in der Ligue 1 keine Blöße: Mit 20 Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten OSC Lille führt das Team von Thomas Tuchel die Tabelle souverän an. Der sechste Meistertitel innerhalb von nur sieben Jahren ist dem Hauptstadtklub, der in dieser Saison erst zwei Spiele verlor, wohl kaum noch zu nehmen.

Am Ende der Saison ganz oben zu stehen - für Tuchel wäre es eine neue Erfahrung. Mit Borussia Dortmund gewann er zwar den DFB-Pokal, im Rennen um die deutsche Meisterschaft musste er sich hingegen zweimal dem FC Bayern geschlagen geben.

Während Spitzenreiter PSG weit enteilt ist, liefern sich der Lille und Olympique Lyon derweil ein Duell um die direkte Champions-League-Qualifikation. Zwar haben die "Doggen" aus dem Norden die Nase vorn, ihr Polster auf den Verfolger beträgt jedoch nur vier Punkte. Vielleicht fällt die Entscheidung, wenn die zwei Konkurrenten am 35. Spieltag in Lyon aufeinander treffen. 

Den vierten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt, peilen gleich drei Vereine an. Mit 47 Punkten nimmt ihn derzeit Olympique Marseille für sich in Anspruch, die AS St.-Étienne um den langjährigen Dortmunder Neven Subotic sowie Stade Reims bringen sich gleich dahinter in Stellung (46 Punkte). 

Weiter unten in der Tabelle geht es heiß her, auch wenn wohl nur noch drei Klubs um den Klassenverbleib zittern: Immerhin trennen den Tabellen-18. EA Guingamp (22 Punkte) bereits ganze sieben Zähler vom rettenden Ufer. Da jedoch sowohl der FCO Dijon (21) als auch Schlusslicht SM Caen (20) in Schlagdistanz lauern, deutet alles auf einen spannenden Dreikampf um den Relegationsplatz hin. 

Die Überflieger in der Ligue 1: Stade Reims

Berechtigte Hoffnungen auf einen Startplatz in der Europa League macht sich mit Stade Reims ein Verein, den vor der Saison wohl nur wenige auf dem Zettel hatte. Schließlich mischt der Klub aus der Champagne nach zwei Jahren in der Zweitklassigkeit erst seit dieser Saison wieder in der Ligue 1 mit.

Mit einer beeindruckenden Serie von 13 Spielen ohne Niederlage hat sich der sechsmalige französische Meister bis auf den sechsten Tabellenrang vorgearbeitet. Punktgleich mit der AS St.-Étienne und nur einen Zähler hinter Olympique Marseille träumt man in Reims nun von der Rückkehr aufs internationale Parkett. 

Die Tiefflieger in der Ligue 1: AS Monaco

Desaströs verläuft die Saison hingegen für die AS Monaco. Nach dem Gewinn des insgesamt achten Meistertitels in der Saison 2016/17 und der Vizemeisterschaft im vergangenen Jahr wollte der Champions-League-Teilnehmer eigentlich Druck auf Serienmeister PSG ausüben.

Doch dann begann der Sinkflug in ungewohnte Tabellenregionen, den auch Trainer Thierry Henry nicht stoppen konnte. Nach nur 104 Tagen auf der Bank ist die französische Stürmer-Legende im Januar durch seinen Vorgänger Leonardo Jardim ersetzt worden. 

Thierry Henry - Trainer für 104 Tage
Thierry Henry - Trainer für 104 Tage

Unter dem neuen alten Trainer ist bemerkenswerterweise immerhin ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar: Keines der letzten sieben Ligaspiele haben die Monegassen verloren und im Februar erstmals seit dem siebten Spieltag die Abstiegsränge verlassen. 

Der Aufsteiger der Ligue 1: Nicolas Pépé

Die starken Auftritte von Nicolas Pépé in der Ligue 1 haben Eindruck hinterlassen - gleich mehrere europäische Top-Klubs zeigen großes Interesse an dem 23-jährigen Rechtsaußen. Auch beim FC Bayern gilt der ivorische Nationalspieler als Kandidat für den vielzitierten Umbruch.

Für den Linksfuß, der in Lille noch bis 2022 unter Vertrag steht, will der Rekordmeister Medienberichten zufolge mehr als 80 Millionen Euro hinblättern. Damit wäre Pépé nicht nur der teuerste Bundesliga-Einkauf, sondern auch der teuerste Verkauf der Ligue 1. 

Was den Offensivmann so wertvoll macht? Allein in der laufenden Saison erzielte er 17 Tore und bereitete weitere zehn vor. In der Liste der Top-Torjäger liegt er gleichauf mit Edinson Cavani, häufiger traf nur Kylian Mbappé (26 Tore). 

Dennoch: Pépé wird sich in den letzten Spielen der Saison noch einmal steigern müssen, wenn er mit seinem Klub in der Champions League spielen will. Schließlich präsentierte sich der Stürmer in den vergangenen sechs Partien nicht unbedingt in Topform und erzielte lediglich einen Treffer.

Der Absteiger der Ligue 1: Adrien Rabiot

Auf dem Abstellgleis der Ligue 1 steht seit Dezember Adrien Rabiot. Da der Mittelfeldspieler seinen Vertrag bei PSG nicht verlängern wollte, suspendierte Klub-Präsident Nasser Al-Khelaifi den Mittelfeldmann höchstpersönlich vom Dienst. 

Zeitweise sowohl von Barca als auch vom FC Bayern umworben, scheiterte ein Wechsel Rabiots allerdings im Winter an überhöhten Gehaltsforderungen.

Auch vom Verhalten des 23-Jährigen dürfte man nicht nur in München und Barcelona irritiert sein: Anstatt nach dem bitteren Champions-League-Aus gegen Manchester United Trübsal zu blasen, genoss der aussortierte Linksfuß in vollen Zügen das Pariser Nachtleben und ließ seine Follower per Instagram an seinem Treiben teilhaben. 


Mehr dazu: "Inakzeptabel": Rabiot nach wilder Partynacht am Pranger


In den Konflikt zwischen der PSG-Führung und Rabiot schaltete sich zuletzt auch dessen Mutter und Beraterin Véronique ein. "Adrien ist ein Gefangener. Er ist sogar eine Geisel von PSG", kommentierte sie den Umgang mit ihrem Sprössling gegenüber der "L’Équipe". Spielen wird der sechsfache französische Nationalspieler für den Hauptstadtklub wohl nicht mehr.

Patricia Kamper

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