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K.o.-Phase der Königsklasse startet

Löwen wollen Achtelfinal-Fluch gegen Nantes besiegen

19.03.2019 10:23
Andy Schmid schwor die Mannschaft auf das Achtelfinale ein
Andy Schmid schwor die Mannschaft auf das Achtelfinale ein

Es wird ernst für die beiden deutschen Handball-Teams in der Champions League. Den Auftakt in die K.o.-Phase machen am Mittwoch die Rhein-Neckar Löwen - in der letzten Saison von Meistertrainer Nikolaj Jacobsen wollen sie ihren Achtelfinal-Fluch endlich besiegen.

Die Zahlen des Grauens hatte Andy Schmid natürlich parat. Und so schnappte sich der Kapitän der Rhein-Neckar Löwen kurzerhand das Hallen-Mikrofon. "Wir brauchen euch alle am Mittwoch", rief Schmid der johlenden Masse entgegen.

Der Schulterschluss mit dem eigenen Anhang ist den Löwen vor dem so wichtigen Hinspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den Vorjahresfinalisten HBC Nantes am Mittwoch ganz offensichtlich ein großes Bedürfnis. Zusammen mit den Fans wolle man "den Grundstein legen fürs Viertelfinale. Schon oft sind wir im Achtelfinale ausgeschieden", sagte Schmid.

Löwen gegen Nantes unter Zugzwang

Wohl wahr. Vier Mal schaffte es die Mannschaft des dänischen Weltmeistertrainers Nikolaj Jacobsen in den vergangenen vier Jahren ins Achtelfinale - vier Mal war in der Runde der letzten 16 Endstation. Das soll diesmal mit allen Kräften verhindert werden. Die Badener wissen: Das Vorgeplänkel mit 14 Spielen in der Kaugummi-Vorrunde ist vorbei, jetzt wird es ernst. Die Löwen, die in den vier Jahren unter Jacobsen zur neuen Macht im deutschen Handball aufgestiegen sind, stehen unter Zugzwang.

Zu gern wollen sie ihren Coach, der sich nach der Saison voll auf seine Aufgabe als dänischer Nationaltrainer konzentrieren wird, mit einem Titel verabschieden. Und da das in Meisterschaft (8 Minuspunkte Rückstand auf Flensburg) und Pokal (Aus im Viertelfinale gegen Berlin) kaum noch möglich ist, dürfte die Königsklasse die letzte Option sein. "Wir haben nicht das Selbstvertrauen wie in den vergangenen Jahren, in denen wir unsere Siege dank eines schnellen Spielstils geholt haben", sagte Jacobsen dem "Mannheimer Morgen", seine Mannschaft punkte aber immer wieder "mit Kampf und Einstellung".

Deutschland im EHF-Ranking hinter Frankreich

Ein Stück weit geht es für die Löwen wie auch für den deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt, der erst am Samstag in die K.o.-Runde einsteigt, um die Ehre des deutschen Klub-Handballs auf internationalem Terrain. Nach zwei Jahren ohne Teilnehmer am prestigeträchtigen und finanziell so lukrativen Finalturnier in Köln wird es für die Bundesliga, die sich gern mit dem Slogan "beste Liga der Welt" schmückt, langsam wieder Zeit. Der letzte deutsche Triumph, Flensburg gewann den Titel 2014, liegt inzwischen fünf Jahre zurück.

Im EHF-Ranking, das dank der Dominanz von Vereinen wie dem THW Kiel, dem HSV Hamburg oder Flensburg viele Jahre lang angeführt wurde, lag Deutschland schon zu Beginn dieser Saison nur noch auf dem zweiten Platz hinter Frankreich. Ein erneutes frühes Scheitern würde den Abwärtstrend fortsetzen.

Weltklasse-Spielmacher Schmid wird mit seinen Löwen alles gegen diese Tendenz in die Waagschale werfen. Der Schweizer spricht von einem "50:50-Duell" gegen Nantes. Den Gegner zu unterschätzen, wäre ein großer Fehler. Löwen-Teammanager Oliver Roggisch verspricht ein "hochklassiges Spiel". Mit vollkommen offenem Ausgang.

 

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