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"Ich brauche noch mehr Disziplin als früher"

Nowitzki über Standing Ovations: "Nicht immer angenehm"

18.03.2019 13:47
Nach seinem Karriereende will sich Dirk Nowitzki erst einmal um seine Familie kümmern
Nach seinem Karriereende will sich Dirk Nowitzki erst einmal um seine Familie kümmern

Basketball-Star Dirk Nowitzki wird nach seinem Karriereende wahrscheinlich in Amerika bleiben. "Meine Kinder sind alle hier geboren, meine Tochter kommt nächstes Jahr in die Schule, von daher ist eine Rückkehr nach Deutschland nicht geplant", sagte er der "Rheinischen Post".

Der Ex-Nationalspieler steht vorerst noch bis zum Saisonende bei den Dallas Mavericks in der nordamerikanischen Liga NBA unter Vertrag. Ein Job beim Deutschen Basketball Bund sei zunächst keine Option.

Nach seinem Karriereende will sich der gebürtige Würzburger erst einmal um seine Familie kümmern, wie er dem Fernsehsender "Sport1" sagte. "Nach einem oder zwei Jährchen muss aber noch etwas anderes kommen. Man kann nicht nur zu Hause sitzen und Windeln wechseln."

"Das war mir natürlich auch ein bisschen peinlich"

Noch heißt die Gegenwart für "Dirkules" NBA und Dallas Mavericks. Dafür lieben ihn nicht nur Mavs-Fans, sondern auch die Anhänger in den anderen Hallen, die dem Deutschen regelmäßig Standing Ovations geben und jeden Korb des Würzburgers lauthals feiern. Denkwürdig war in diesem Zusammenhang vor allem die Geste von Clippers-Coach Doc Rivers, der kurz vor Schluss extra eine Auszeit nahm und die eigenen Fans über die Hallenlautsprecher aufforderte, Nowitzki zu feiern.

>>> Nowitzki in L.A. den Tränen nah! Clippers feiern NBA-Star

"Das wollte ich eigentlich gar nicht, das ist einfach so passiert. Angefangen hat es in Charlotte vor dem All-Star Break. Da sind die Fans kurz vor Schluss aufgestanden und haben geschrien: 'We want Dirk'. Seitdem ist es ein bisschen ein Schneeball-Effekt gewesen. In allen Hallen. Zu Hause war es eigentlich die gesamte Saison so. Auch im Dezember, als ich wieder angefangen habe, sind sie jedes Mal aufgestanden, als ich rein kam. Das war Wahnsinn", erinnert sich Nowitzki. 

"Aber klar, ist das für mich nicht unbedingt immer angenehm. Bei den Clippers wusste ich nicht, was los ist. Warum nimmt er die Auszeit und sagt, es sollen alle aufstehen? Zwei Minuten stehe ich dann da. Das war mir natürlich auch ein bisschen peinlich. Aber es ist eine Riesen-Erfahrung, dass man von Auswärts-Fans so einen Empfang bekommt", so der 40-Jährige.

Nowitzki vor nächstem Meilenstein

In der Nacht zu Dienstag wird Nowitzki mit großer Wahrscheinlichkeit einen neuen Meilenstein erreichen. Aktuell fehlen ihm noch vier Punkte, um in der ewigen Scorerliste der NBA an Legende Wilt Chamberlain vorbeizuziehen und Platz sechs zu erklimmen. Für Nowitzki ein netter Nebeneffekt, aber keinesfalls der Hauptgrund für seine lange Karriere.

"Der Wettbewerb macht immer noch Spaß. Ich habe immer gesagt, dass ich nicht für ein wenig Applaus und ein paar Meilensteine noch ein Jahr dran hänge, sondern zurückkomme, solange die Spiele noch Spaß machen", sagte der Würzburger.

>>> die besten Scorer der NBA-Geschichte

Sollte seine Karriere in diesem oder nächstem Sommer vorbei sein, wird Nowitzki laut eigener Aussage deutlich merken, was er in den letzten zwei Jahrzehnten gemacht hat: "Ich merke das ja schon jetzt. Ich brauche noch mehr Disziplin als früher und kann im Sommer nicht zwei Monate nichts machen. Dann käme mein Körper nicht mehr in Form."

Wie es mit seiner Karriere weitergeht, lässt Nowitzki weiterhin offen: "Ich habe keine Ahnung, was die Zukunft so bringt. Ich will die Saison zu Ende spielen und dann schauen wir mal. Ich war im vergangenen Sommer fast jeden Tag in der Halle, bin gar nicht nach Deutschland gekommen und war nur kurz mal mit den Kindern am Strand. Ansonsten habe ich durchtrainiert, um in Form zu kommen."

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