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Seitz Dritte bei Biles-Gala "vom anderen Stern"

17.03.2019 18:40
Elisabeth Seitz sammelte Selbstvertrauen für die WM
© getty, Harry How
Elisabeth Seitz sammelte Selbstvertrauen für die WM

Bewunderung für Simone Biles, Begeisterung um Elisabeth Seitz: Nur die Weltsportlerin des Jahres aus den USA und die Kanadierin Anne-Marie Padurariu waren für Deutschlands Vorturnerin bei der WM-Generalprobe in Stuttgart zu stark.

Gehüllt in türkis-weiß turnte die Rekord-Weltmeisterin in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften Porsche-Arena beim DTB-Pokal in ihrer eigenen Dimension, aber Lokalmatadorin Seitz stand Biles in puncto Beifall kaum nach. Ordentlich schlug sich beim traditionsreichen Weltcup-Turnier auch ihre Stuttgarter Vereinskollegin Kim Bui, die Siebte wurde.

Seitz war nach dem Wettkampf "mehr als zufrieden". "Ich wollte neue Elemente zeigen, das ist mir gelungen. Es motiviert mich für die WM noch mehr. An einen Platz auf dem Podium hatte ich vorher nicht wirklich geglaubt", sagte die WM-Dritte am Stufenbarren.

"Biles zu schlagen, ist unmöglich. Wenn man das berücksichtigt, haben unsere Turnerinnen einen guten Job gemacht", sagte Cheftrainerin Ulla Koch über den Auftritt des deutschen Duos. Zu den Augenzeugen gehörte auch DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

"Was Simone macht, ist von einem anderen Stern"

Besonders Seitz präsentierte sich sieben Monate vor den Weltmeisterschaften an gleicher Stelle in starker Verfassung. Die Pädagogikstudentin riskierte mit der Doppelschraube am Sprung eine für sie neue Höchstschwierigkeit und ließ sich vom Zuspruch des Publikums förmlich über die Geräte tragen. Nur am Schwebebalken konnte die 25-Jährige ein paar Wackler nicht vermeiden.

Biles agierte bei ihrem ersten Auftritt in Deutschland als Olympiasiegerin hochprofessionell und absolut konzentriert. Die 22-Jährige lehnte alle Interviewwünsche konsequent ab, wurde jedoch von zahlreichen Fans auf Schritt und Tritt begleitet.

Aber auch die deutschen Turnerinnen staunten nach einer gemeinsamen Trainingseinheit nicht schlecht über die außergewöhnlichen Fähigkeiten der zweimaligen Weltsportlerin des Jahres. "Wir machen ja die gleiche Sportart, aber das, was Simone macht, ist von einem anderen Stern", sagte Bui voller Bewunderung.

Seinen zweiten Turnfrühling erlebt derzeit Marcel Nguyen. Der mittlerweile 31-Jährige überraschte im Mehrkampf der Männer mit einem kaum erwarteten vierten Platz und soll daher nach dem Willen von Bundestrainer Andreas Hirsch auch bei den europäischen Titelkämpfen Mitte April in Stettin an alle sechs Geräte gehen.

Doch gegen diesen Kraftakt regt sich bei dem Routinier Widerstand. "Ich bin nicht überzeugt, dass ich das wirklich machen möchte. Beim Sprung sehe ich eine echte Verletzungsgefahr", sagte der Olympia-Zweite von 2012 im Mehrkampf, ihm sei die Konzentration auf Boden, Ringe und Barren lieber.

Für Hirsch durchaus nachvollziehbare Beweggründe, der Chefcoach signalisierte daher seine Bereitschaft zu weiteren Gesprächen: "Da bin ich relaxed. Marcel möchte natürlich mit seinen Kräften haushalten und gesund bei der WM ankommen."

In der abschließenden Team-Challenge belegten die deutschen Kunstturner den zweiten Platz. Der Sieg ging an Russland, Japan kam auf Rang drei.

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