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Abschied auf Instagram verkündet

Neureuther: Rücktritt eine "große Befreiung"

16.03.2019 15:50
Felix Neureuther verlässt die große Wintersportbühne
© getty, Christophe Pallot/Agence Zoom
Felix Neureuther verlässt die große Wintersportbühne

Der Skirennsport war sein Leben - doch Felix Neureuther kann und will nicht mehr. Der beste deutsche Skirennläufer beendet mit dem Slalom beim Weltcup-Finale am Sonntag in Soldeu/Andorra seine lange und erfolgreiche Karriere.

"Ich habe meinen Kindheitstraum in vollen Zügen leben dürfen, und dafür bin ich so unendlich dankbar. Aber mein Herz und vor allem mein Körper haben mir in den letzten Monaten deutlich zu verstehen gegeben, dass es an der Zeit ist, dieses für mich so wunderschönes Kapitel Skirennsport zu beenden", schrieb Neureuther zu einem Video seiner schönsten Szenen in fast 16 Jahren Ski-Weltcup in den Sozialen Medien.

Neureuther ist mit 13 Siegen der erfolgreichste deutsche Alpine im Weltcup, wo er am 4. Januar 2003 im slowenischen Kranjska Gora debütierte. Der ganz große Einzeltitel blieb dem Slalomspezialisten verwehrt, auch wenn er sich seit dem Team-Gold 2005 Weltmeister nennen darf. In seiner Paradedisziplin gewann Neureuther WM-Silber (2013) und zweimal -Bronze (2015/2017), dazu kommt eine weitere Bronzemedaille mit der Mannschaft (2013).

Keine Olympia-Medaille für Neureuther

Auch den Traum von einer Olympia-Medaille konnte sich Neureuther nicht erfüllen. 2014 war er in der Form seines Lebens, als er sich auf der Anreise nach Sotschi bei einem Autounfall ein Schleudertrauma zuzog. In Russland schied er beim Olympia-Slalom, der sein Rennen hätte werden sollen, aus. Pyeongchang 2018 verpasste er wegen eines im November 2017 zwei Wochen nach seinem letzten Weltcup-Sieg erlittenen Kreuzbandrisses.

Im "BR" sprach Neureuther von einer "großen Befreiung". Er habe zuletzt sehr mit sich gerungen, "der Kampf war schon hart", der Zeitpunkt aber sei der richtige: "Jetzt ist Zeit für etwas Neues." Der Plan dafür, versicherte Neureuther, sei "schon gemacht". Konkret wurde er nicht. "Der Skisport war mein Leben und wird es in Zukunft auch bleiben", schrieb er in seiner Abschiedserklärung. Deswegen sage er nicht Servus, "sondern bis bald".

Marcel Hirscher würdigt Neureuther

Alfons Hörmann spekuliert auf ein Wiedersehen. "Mit ihm geht Sportdeutschland eines der prägenden Gesichter verloren", sagte der DOSB-Präsident, an dem sich der stets kritische Neureuther oft gerieben hat, "aber es bleibt zu hoffen, dass wir ihn in anderer Funktion weiter an der Seite des Sports haben werden." Ski-Dominator Marcel Hirscher würdigte Neureuther im als "beeindruckend feinen Kerl".

Deshalb und wegen seines lausbubenhaften Charakters flogen dem populärsten deutschen Wintersportler die Sympathien zu. Mit kaum jemandem freuten sich die Fans so wie mit ihm - und mit kaum einem litten sie so sehr, wie mit dem immer nahbaren Felix. "Er ist 34 Jahre alt, da ist es dann irgendwann vorbei, so wehmütig man das sieht von allen Seiten her. So einer fehlt definitiv", sagte DSV-Alpinchef Wolfgang Maier zuletzt. In Lindsey Vonn aus den USA und dem Norweger Aksel Lund Svindal waren in diesem Winter bereits zwei Topstars abgetreten.

Neureuther, das schlampige Genie

Neureuther allerdings galt immer auch als schlampiges Ski-Genie und nicht gerade überehrgeizig im Training. Dazu bremsten ihn immer wieder körperliche Probleme wie seine chronischen Rückenschmerzen. Zwischendurch habe er sich wie "ein fahrendes Wrack" gefühlt, sagte er.

Die Abschiedssaison von Neureuther, der mit Frau Miriam eine Tochter hat, verlief auch deshalb enttäuschend. Im Weltcup kam er nicht über drei achte Plätze hinaus, bei der WM in Are/Schweden wurde er im Slalom, seinem letzten großen Rennen, disqualifiziert.

Danach hatte er die Fortsetzung seiner Karriere an Bedingungen geknüpft, darunter nicht spezifizierte Veränderungen im deutschen Slalomteam. "So wie es momentan ist, lass ich es bleiben", sagte er. Und das tut er jetzt.

 

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