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Großen Probleme am Schießstand bei deutschem Quartett

DSV-Staffel läuft bei Norwegens WM-Triumph hinterher

16.03.2019 14:25
Die deutschen Biathlon-Damen landeten am Ende auf Platz 4
© getty, Alexander Hassenstein
Die deutschen Biathlon-Damen landeten am Ende auf Platz 4

Die deutsche Frauen-Staffel hat bei der Biathlon-WM im schwedischen Östersund die Titelverteidigung und eine Medaille nach einer schlechten Schießleistung verpasst.

Laura Dahlmeier versuchte auf den letzten Metern im Duell gegen Valj Semerenko noch einmal alles - doch es reichte um eine knappe Skilänge und fünf Zehntelsekunden nicht zur erhofften Medaille. Nach einer indiskutablen Schießleistung verpasste die deutsche Frauen-Staffel bei der Biathlon-WM im schwedischen Östersund nicht nur die erfolgreiche Titelverteidigung, sondern sogar erstmals seit 2013 das Podest.

"Die Zielgerade war fünf Meter zu kurz. Vielleicht hätten sogar drei Meter mehr gereicht. Ich habe versucht, alles rauszuquetschen. Es ist schade, wenn man so aus dem Rennen rausgeht, das ist schon ein Dämpfer", sagte die siebenmalige Weltmeisterin Dahlmeier enttäuscht. "Wir haben uns unter Wert verkauft", ergänzte Denise Herrmann.

Weltmeister wurde Norwegen (1 Strafrunde + 8 Nachlader) in 1:12:00,1 Stunden vor Schweden (0+6/+24,0 Sekunden zurück) und der Ukraine (0+5/+35,1). Vanessa Hinz, Franziska Hildebrand, Verfolgungs-Weltmeisterin Herrmann und Dahlmeier leisteten sich insgesamt 14 (!) Nachlader. Hinz musste als Startläuferin sogar in die Strafrunde.

"Es war von Anfang an zäh, aber wir haben gefightet bis zum Schluss. Laura hat eine super Schlussrunde hingelegt. Wir haben es aber am Schießstand liegengelassen, das ist echt bitter. Wir können so viel mehr", klagte Herrmann.

Vor allem die indisponierte Startläuferin Hinz, die schon im Sprint als 65. massiv enttäuscht hatte, war untröstlich. "Ich habe mich läuferisch gut gefühlt, aber ich war beim Schießen nicht bei mir. Das war einfach grottenschlecht. Da haben die Nerven mitgespielt", sagte Hinz im "ZDF".

Zeitweise fast zwei Minuten Rückstand 

Auch Hildebrand bezeichnete ihr Liegendschießen als "eher dürftig". Nach Hinz und Hildebrand und 1:38,5 Minuten Rückstand war das Rennen für das DSV-Team fast schon gelaufen, daran konnten auch Herrmann und Dahlmeier nichts mehr ändern.

Die deutsche Frauenstaffel, die den letzten Weltcup vor der WM in Canmore gewonnen hatte, blieb damit bei Großevents zum zweiten Mal nacheinander ohne Medaille. Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang hatte sich die DSV-Auswahl gar mit Rang acht begnügen müssen.

Das deutsche Team bleibt in Östersund damit bei fünf Medaillen. Herrmann gewann Gold im Verfolgungsrennen, Arnd Peiffer im Einzel. Die Mixed-Staffel holte Silber, Laura Dahlmeier Bronze in Sprint und Verfolgung. Am Sonntag wird die WM mit den Massenstarts bei Frauen und Männern abgeschlossen.

 

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WM 2019 Östersund (SWE)

1NorwegenNorwegen1:12:00.10h
2SchwedenSchweden+24.30s
3UkraineUkraine+35.10s
4DeutschlandDeutschland+35.60s
5RusslandRussland+43.60s
6SlowakeiSlowakei+53.10s
7PolenPolen+1:47.10m
8FrankreichFrankreich+1:57.40m
9USAUSA+2:22.30m
10ItalienItalien+2:32.90m
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