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Puffer weg, Pfiffe da: Gladbach in "schwieriger Phase"

16.03.2019 11:29
Gladbach tritt auf der Stelle
© getty, Lars Baron
Gladbach tritt auf der Stelle

Vier Heimspiele ohne Sieg, murrende Fans: Borussia Mönchengladbach droht die sicher geglaubte Champions League zu verspielen.

Die Pfiffe waren auch Dieter Hecking nicht entgangen. Nicht gellend, aber doch unüberhörbar machte sich nach dem vierten Heimspiel in Folge ohne Sieg erster Unmut im Borussia-Park breit. Hecking nahm das Murren zumindest äußerlich gelassen. "Ich bin ein sehr verständnisvoller Mensch", sagte der Gladbacher Trainer nach dem mageren 1:1 (1:1) gegen den SC Freiburg: "Wenn einer meint, nach dem Spiel pfeifen zu müssen, dann darf er das natürlich auch bei uns."

Zumal die Pfiffe nachvollziehbar, wenn auch angesichts der noch immer guten Tabellensituation vielleicht etwas verfrüht waren. Genau diese Ausgangslage ist derzeit aber in Gefahr: Die einst zehn Punkte Vorsprung auf Platz fünf schmelzen bedenklich, die fast schon sicher geglaubte Teilnahme an der Champions League wackelt. Schon werden Erinnerungen an die Rückrunde 2017/2018 wach, als die Borussia mit schwachen Auftritten die erhoffte Europapokal-Teilnahme noch verspielte.

Der Puffer ist jedenfalls weg. "Das ist eine schwierige Phase. Wir sind gut in die Rückrunde gestartet, aber momentan tun wir uns schwer", sagte Kapitän Lars Stindl, der vor allem die Durchschlagskraft vermisste. "Wir mussten uns jede Chance erarbeiten, Freiburg hat keinen Fehler gemacht", sagte Stindl. Die Tabelle spiele dabei keine Rolle, sagte der 30-Jährige: "Da haben wir uns in der Hinrunde nicht mit beschäftigt, und da beschäftigen wir uns jetzt auch nicht mit."

Um das große Ziel nicht ganz zu verspielen, muss die Borussia vor allem vor dem Tor zu alter Stärke finden. Zwar beendete Alassane Pléa (16.) seine Durststrecke von 541 Minuten ohne Tor, mehr war nach dem frühen Rückstand durch den Ex-Gladbacher Vincenzo Grifo (10.) aber nicht drin. Großchancen? Fehlanzeige. "Wir tun uns im Moment schwer damit, Alassane oder auch Thorgan Hazard in Position zu bringen. Daran müssen wir in der Länderspielpause arbeiten", sagte Hecking.

Grifo erklärt Jubel-Verzicht: "Gehört sich nicht"

Dann, so der Gladbach-Coach, werde sein Team auch die murrenden Fans wieder auf die eigene Seite ziehen. "Wir haben noch acht Spiele. Da werden wir noch oft genug gefordert sein und brauchen jeden Fan. Wenn wir unsere Mittel abrufen, wird es auch wieder Heimsiege geben", sagte Hecking, dessen Team in der Hinrunde im eigenen Stadion keinen einzigen Punkt abgegeben hatte.

Dass ausgerechnet Grifo, dem vergangene Saison in 17 Einsätzen für die Borussia kein Treffer gelungen war, für das Gegentor sorgte, passte ins Bild. Der Italiener verzichtete dennoch auf einen ausgelassenen Torjubel. "Weil ich ein Jahr lang die Raute auf der Brust getragen habe und hier gut verabschiedet wurde. Das gehört sich nicht", sagte Grifo.

31 Punkte hat Freiburg bereits auf dem Konto, der Klassenerhalt ist zum Greifen nahe. "Ich freue mich riesig über den Punkt. Wir verteidigen das Tor, als ob es unser letztes Spiel wäre. Wir fighten bis zum Umfallen, das macht uns im Moment aus", sagte Grifo. Worte, die auf Borussia Mönchengladbach derzeit weniger zutreffen.

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