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Tischtennis-Weltverband suspendiert Ex-Präsident Sharara

15.03.2019 14:44
Adham Sharara wurde vom ITTF für vier Jahre verbannt
Adham Sharara wurde vom ITTF für vier Jahre verbannt

Der Tischtennis-Weltverband ITTF hat seinen früheren Präsidenten Adham Sharara wegen "illegaler Tätigkeiten" im Amt für vier Jahre verbannt. Der Kanadier soll unter anderem Gelder zweckentfremdet und unerlaubt in den Bewerbungsprozess um Geschäfts- und Marketingrechte eingegriffen haben. Auch seien Unregelmäßigkeiten bei einem Ausschreibungsverfahren um einen großen Ausrüstervertrag aufgetaucht.

Das hätten Gutachten gezeigt, die der Verband nach Verdachtsmomenten bei einem unabhängigen Anwaltsbüro und Wirtschaftsprüfern in Auftrag gegeben habe, sagte Shararas Nachfolger, der deutsche Präsident Thomas Weikert dem SID: "Ich bin traurig über die Geschichte, aber wir haben getan, was wir haben tun müssen." Die Entscheidung, Sharara zu suspendieren, fällte das Exekutivkomitee der ITTF.

Sharara (65) stand von 1999 bis 2014 an der Spitze des Weltverbandes, zuletzt war der gebürtige Ägypter Ehrenpräsident der ITTF. Laut Weikert habe der Verband die Jahre 2012 bis 2016 untersucht, "um den Fall handhabbar zu machen". Schon zuvor waren gegen Sharara nach zweifelhaften Immobiliengeschäften Vorwürfe laut geworden.

Weikert wirkte emotional angegriffen, nachdem die ITTF Shararas Suspendierung öffentlich gemacht hatte. "Wir mussten auch mit Blick auf die anderen Verbände handeln, auf das IOC und ASOIF (Zusammenschluss der olympischen Sommersportarten, d.Red.)", sagte Weikert: "Mir und meinen Kollegen ist es wichtig, dem Eindruck entgegenzuwirken, dass die Sportverbände stets alles unter den Tisch kehren würden. Wir wollen offen und transparent sein und Missstände aufdecken."

Shararas Suspendierung betrifft alle Veranstaltungen der ITTF und ihrer Mitgliedsverbände. Der Ex-Präsident und seine Anwälte verweigerten dem Exekutivkomitee eine Stellungnahme. Weikert wollte sich auf "SID"-Anfrage nicht dazu äußern, ob die ITTF Shararas Verfehlungen strafrechtlich verfolgen will.

 

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