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Zurück "im Wandmodus": Kerber greift nach dem Titel

15.03.2019 12:24
Angelique Kerber steht im Finale von Indian Wells
Angelique Kerber steht im Finale von Indian Wells

Angelique Kerber hat ihr erstes Finale seit dem Wimbledonsieg 2018 erreicht - und wieder ist es ein großes. In Indian Wells trifft sie am Sonntag auf die 18 Jahre alte Kanadierin Bianca Andreescu.

Angelique Kerber hat in diesen Tagen in Indian Wells viel gelacht, gelegentlich gebrüllt und ist am Ende sogar ein bisschen gehüpft. Nach ihrem 6:4, 6:2-Erfolg im Halbfinale gegen Belinda Bencic nämlich gönnte sich die deutsche Wimbledonsiegerin drei kleine Freudensprünge. Schließlich hatte Kerber nicht nur die Spielerin der Stunde auf der WTA-Tour geschlagen, sondern auch ihr erstes Finale seit dem Wimbledonsieg 2018 erreicht. Am Sonntag (21:00 Uhr/MEZ) winkt der Kielerin wieder ein prestigeträchtiger Titel.

Im Endspiel des größten Turniers nach den vier Grand Slams trifft Kerber dort auf das kanadische Supertalent Bianca Andreescu. Die 18-Jährige ist die jüngste Spielerin, die je bei einem Turnier der "Premier Mandatory"-Kategorie das Finale erreicht hat. "Sie hat nichts zu verlieren, hat Spaß und ist eine tolle Spielerin", lobte Kerber ihre Gegnerin.

Freude ist auch bei Kerbers eigenen Auftritten wieder zu spüren. Nach ihrem komplizierten Saisonstart hat sie in der kalifornischen Wüste nicht nur starke Gegnerinnen wie die hochgehandelte Aryna Sabalenka (Weißrussland), US-Altmeisterin Venus Williams oder eben Bencic, sondern vor allem auch die aufkommenden Zweifel besiegt. Die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Rainer Schüttler zahlt sich langsam aus.

Kerber ist bereit für das Finale

"Wir wissen jetzt, was der jeweils andere denkt. Er weiß, wie ich vor, nach und während den Matches drauf bin", meinte Kerber: "Die letzten Wochen waren wichtig, für beide von uns." Das Resultat ist, dass Kerber wieder an ihre Stärken glaubt und diese auch konsequent einsetzt. "Sie hat nichts verschlagen. Sie war wieder im Wand-Modus", sagte auch Bencic, zuvor zwölf Mal in Folge siegreich, anerkennend über die Verteidigungskünste der 31-Jährigen.

In den ersten Monaten nach dem Wechsel zu Schüttler schienen Kerbers Waffen stumpfer geworden zu sein. Bei den Australian Open war sie untergegangen, auch in Doha und Dubai flog sie ohne große Gegenwehr im entscheidenden Satz raus. "Ich gehe immer schon durch Höhen und Tiefen", sagte sie nach ihrem zweiten Sieg im vierten Match gegen Bencic: "Ich weiß, wie es sich anfühlt zu verlieren, oder wie ich damit umgehen muss, wenn ich nicht meinen besten Tag habe."

Spätestens seit ihrem ersten Grand-Slam-Titel 2016 in Melbourne weiß Kerber auch, was es bedeutet, als Favoritin den Platz zu betreten. Diese Rolle muss sie auch am Sonntag wieder ausfüllen, obwohl Andreescu im Halbfinale gegen die Ukrainerin Jelina Switolina (6:3, 2:6, 6:4) ihr immenses Potenzial bewies. Kerber ist darauf vorbereitet.

 

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