Anzeige

Trendwende mit Tedesco "nicht mehr möglich"

Schalke trennt sich von Tedesco - Stevens übernimmt

14.03.2019 18:53
Domenico Tedesco ist nicht mehr Trainer des FC Schalke 04
Domenico Tedesco ist nicht mehr Trainer des FC Schalke 04

Der FC Schalke zieht die Reißleine: Zwei Tage nach der 0:7-Demütigung in der Champions League gegen Manchester City hat sich der abstiegsbedrohte Bundesliga-Vizemeister von Cheftrainer Domenico Tedesco getrennt. Dies gab der Klub am Donnerstag bekannt.

Beim nächsten Bundesligaspiel gegen RB Leipzig wird Schalkes "Jahrhunderttrainer" Huub Stevens das Team betreuen. Mike Büskens, UEFA-Cup-Sieger von 1997, unterstützt den langjährigen Erfolgstrainer der Königsblauen als Co-Trainer.

Neben Tedesco, dessen Vertrag ursprünglich bis 2022 lief, muss auch der bisherige Co-Trainer Peter Perchtold gehen. Seppo Eichkorn kehrt dagegen in seine ursprüngliche Rolle als Chef-Scout zurück.

"Wir haben uns diese Entscheidung alles andere als leicht gemacht, denn Domenico Tedesco genießt eine große Wertschätzung auf Schalke", wird Sportvorstand Jochen Schneider in der offiziellen Vereinsmitteilung zitiert. 

>>> die Schalke-Trainer der letzten Jahre

"Allerdings dürfen wir nicht verkennen, dass die Entwicklung in dieser Saison unter dem Strich negativ ist. Bei meinem Amtsantritt habe ich diesbezüglich eine Trendwende eingefordert, die angesichts der ernsten sportlichen Situation in der Bundesliga zwingend notwendig ist. Wir sind nach reiflicher Überlegung zu der Erkenntnis gekommen, dass diese in der aktuellen personellen Konstellation nicht mehr möglich ist", begründete Schneider den Schritt.

"Für mich persönlich ist es eine sehr schwere Entscheidung, es tut mir leid für Domenico", kommentierte Klubboss Clemens Tönnies.

"Domenico Tedesco gebührt unser Dank"

Tedesco habe sich stets vorbildlich engagiert und zu 100 Prozent mit den Werten des FC Schalke identifiziert, heißt es weiter. "Domenico Tedesco gebührt unser Dank für die geleistete Arbeit in den vergangenen fast zwei Jahren", so Schneider. 

Nach sieben Ligaspielen ohne Sieg ist Schalke in der Bundesliga zuletzt bis auf den 14. Tabellenplatz abgestürzt und nur noch vier Punkte vom Relegationsrang entfernt. Beim K.o. in der Königsklasse kassierten die Gelsenkirchener nicht nur die höchste Europapokalniederlage ihrer Vereinsgeschichte, sondern auch die heftigste Pleite eines Bundesligisten in der Champions League.

0:7 in Manchester, 2:4 bei Werder Bremen, 0:4 gegen Fortuna Düsseldorf, 0:3 beim FSV Mainz 05. Die Schalker Mannschaft wirkte zuletzt wahlweise heillos überfordert (Manchester), leblos (Düsseldorf), schlaff (Mainz) oder immerhin bemüht (Bremen). Tedesco hatte alle Register gezogen. Er begann mit Starkreden, es folgte der wiederholte Aufruf zum Kampf, zuletzt auch die Ausbootung von Mark Uth und Amine Harit. Wenig bis nichts veränderte sich.

Tedesco-Verpflichtung galt als Wagnis

Schon die Verpflichtung von Tedesco galt als Wagnis. Schließlich mangelte es dem Coach, der den Fußball-Lehrerlehrgang einst als Jahrgangsbester mit der Gesamtnote 1,0 abgeschlossen hatte, an Bundesliga-Erfahrung.

Doch ähnlich wie bei seiner ersten Trainerstation beim Zweitligisten Erzgebirge Aue, den er im März 2017 als Tabellenletzter übernahm und vor dem Abstieg bewahrte, überzeugte Tedesco auch auf Schalke. Zur Verwunderung der Fachwelt verhalf der Nachfolger von Markus Weinzierl dem Revierklub in der vergangenen Saison auf Rang zwei.

Doch schon zu Beginn seiner zweiten Spielzeit lernte der Deutsch-Italiener die Kehrseite seines Jobs kennen. Als einziges Bundesliga-Team blieben die Königsblauen in den ersten fünf Spielen ohne Punktgewinn. Von diesem Fehlstart sollte sich seine Mannschaft trotz eines kurzfristigen Zwischenhochs nicht mehr richtig erholen.

Recht zügig könnte dagegen die Suche nach einem Nachfolger beendet sein. "Sky Sport News HD" berichtet, dass bereits Gespräche mit Bruno Labbadia vom VfL Wolfsburg laufen. Der Coach wird den VfL zum Saisonende verlassen, ein Wechsel zu S04 ist zumindest nicht ausgeschlossen. Unmöglich hingegen ist, was ein Spaßvogel bei Twitter meldete: "Schalke 04 trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Kader."

Die Liste der Schalker Trainer in den vergangenen 27 Jahren:

30. April 1992 - 30. Juni 1992: Klaus Fischer
01. Juli 1992 - 17. Januar 1993: Udo Lattek
18. Januar 1993 - 09. Oktober 1993: Helmut Schulte
12. Oktober 1993 - 03. Oktober 1996: Jörg Berger
04. Oktober 1996 - 07. Oktober 1996: Hubert Neu
08. Oktober 1996 - 30. Juni 2002: Huub Stevens
01. Juli 2002 - 26. März 2003: Frank Neubarth
26. März 2003 - 24. Juni 2003: Marc Wilmots
25. Juni 2003 - 15. September 2004: Jupp Heynckes
15. September 2004 - 28. September 2004: Eddy Achterberg
28. September 2004 - 12 Dezember 2005: Ralf Rangnick
12. Dezember 2005 - 04. Januar 2006: Oliver Reck
04. Januar 2006 - 13. April 2008: Mirko Slomka
14. April 2008 - 30. Juni 2008: Mike Büskens/Youri Mulder
01. Juli 2008 - 26. März 2009: Fred Rutten
27. März 2009 - 21. Juni 2009: Mike Büskens/Youri Mulder/Oliver Reck
22. Juni 2009 - 16. März 2011: Felix Magath
17. März 2011 - 20. März 2011: Seppo Eichkorn
21. März 2011 - 22. September 2011: Ralf Rangnick
23. September 2011 - 26. September 2011: Seppo Eichkorn
27. September 2011 - 16. Dezember 2012: Huub Stevens
16. Dezember 2012 - 07. Oktober 2014: Jens Keller
07. Oktober 2014 - 26. März 2015: Roberto Di Matteo
12. Juni 2015 - 15. Mai 2016: Andre Breitenreiter
26. Juni 2016 - 9. Juni 2017: Markus Weinzierl
9. Juni 2017 - 14. März 2019: Domenico Tedesco

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Bundesliga Bundesliga
Anzeige

Tabelle

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1Bayern MünchenBayern MünchenFC Bayern26193468:274160
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmund26186264:303460
3RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig26147544:202449
4Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach26145745:311447
5Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurt26137651:302146
6Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen261331047:40742
7VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg26126844:39542
8Werder BremenWerder BremenSV Werder26109746:38839
91899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheim26911650:381238
10Hertha BSCHertha BSCHertha BSC2698940:39135
11SC FreiburgSC FreiburgSC Freiburg26710937:42-531
12Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorf26941333:50-1731
131. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 0526861227:45-1830
14FC AugsburgFC AugsburgAugsburg26671337:47-1025
15FC Schalke 04FC Schalke 04Schalke 0426651527:44-1723
16VfB StuttgartVfB StuttgartVfB Stuttgart26551626:56-3020
17Hannover 96Hannover 96Hannover 9626351824:61-3714
181. FC Nürnberg1. FC NürnbergNürnberg26271719:52-3313
  • Champions League
  • Europa League
  • Europa League Quali.
  • Relegation
  • Abstieg
Anzeige