Anzeige

DSV ohne Dahlmeier?

Single-Mixed bei Biathlon-WM wird zur Wundertüte

13.03.2019 13:34
Franziska Hildebrand startet voraussichtlich für den DSV
© getty, Alexander Hassenstein
Franziska Hildebrand startet voraussichtlich für den DSV

Das deutsche Biathlon-Duo will in der Single-Mixed-Staffel eine Medaille holen. Aber Vorsicht ist geboten: Im neuen Wettbewerb kann es auch schnell nach ganz hinten gehen.

Kristian Mehringer spricht von einem "schwierigen Format", wenn er über den neuesten Wettbewerb im Kalender der Biathleten berichtet. Dabei geht es dem deutschen Frauentrainer nicht einmal um die Wertschätzung der Single-Mixed-Staffel, sondern die gigantische Schar an möglichen Konkurrenten. "Eine gute Frau und ein guter Mann", sagt Mehringer, "das bringt fast jede Nation hin. Deshalb kämpfen so viele Mannschaften um die Medaillen".

Genau darin liegt auch die Krux für das Duo des Deutschen Skiverbandes, das bei der WM-Premiere des unterhaltsamen Teamevents in Östersund am Donnerstag trotz alledem Edelmetall holen möchte. Gold ist durchaus möglich, Silber und Bronze sowieso - aber eben auch eine Platzierung fernab der Top Ten. Vieles hängt davon ab, welche Athleten die Rivalen nominieren werden.

DSV schont Medaillengewinnerinnen Herrmann und Dahlmeier

Denn obwohl die Single-Mixed-Staffel, die im Weltcup erstmals am 6. Februar 2015 im tschechischen Nove Mesto ausgetragen wurde, nun endlich im WM-Programm ist und bestimmt auch irgendwann seine olympische Feuertaufe feiern darf, hatten im Weltcup die großen Nationen immer wieder die zweite Garde ins Rennen geschickt. Anders übrigens als die "Kleinen", die genau hier ihre Chance wittern.

Auch der DSV schont aller Voraussicht nach seine beiden Medaillengewinnerinnen Denise Herrmann und Laura Dahlmeier, wahrscheinlich wird Franziska Hildebrand stattdessen die Chance erhalten, ihre bislang bescheidenen Ergebnisse (40./22./31.) bei den Titelkämpfen aufzupolieren.

Auch bei den Männern ist der Läufer noch offen - eine Entscheidung fällt erst nach dem Einzel der Männer am Mittwochabend. Wahrscheinlich ist ein Einsatz von Erik Lesser, weil er die Voraussetzungen für ein gutes Ergebnis am ehesten erfüllt.

So läuft die Single-Mixed-Staffel bei der Biathlon-WM

"Der Schwerpunkt liegt in der Single-Mixed eher auf dem Schießen", sagte Mehringer: "Und zwar ist es nicht nur wichtig, dass man trifft, sondern dass man auch schnell trifft." Denn verlorene Zeit durch einen Nachlader ist auf der kurzen Runde nur schwer zu kompensieren, auch wenn die Loipe in den Wäldern Mittelschwedens wohl die schwerste im Weltcup ist.

Wie üblich absolvieren auch in Östersund die Frauen zunächst zweimal die 1,5 km-Runde, schießen dabei jeweils einmal liegend und stehend und übergeben direkt nach der zweiten Einlage an den Mann. Der muss danach das gleiche Programm abspulen, ehe er erneut die Frau in die Loipe schickt.

Wenn sie ihre zweite Teilstrecke bewältigt und der Mann nach seinem zweiten Einsatz ebenfalls noch einmal liegend und stehend geschossen hat, geht es auf die letzte Runde. Oft ist hier die Entscheidung über die Podestplätze bereits gefallen.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

WM 2019 Östersund (SWE)

1NorwegenNorwegen35:43.20m
2ItalienItalien+13.40s
3SchwedenSchweden+20.00s
4DeutschlandDeutschland+30.50s
5UkraineUkraine+41.50s
6RusslandRussland+52.70s
7FrankreichFrankreich+1:06.50m
8ÖsterreichÖsterreich+1:08.20m
9TschechienTschechien+1:34.10m
10LettlandLettland+1:34.30m
Anzeige
Anzeige