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150 Strafminuten, "Großprügelei": "Das ist Playoff-Hockey"

13.03.2019 12:32
Die Düsseldorfer EG musste sich mit 1:7 geschlagen geben
Die Düsseldorfer EG musste sich mit 1:7 geschlagen geben

Prallgefüllte Kühlboxen und 150 Strafminuten. Als das erste Viertelfinale der DEL-Playoffs zwischen den Augsburger Panthern und der Düsseldorfer EG längst entschieden war, flogen die Fäuste.

Irgendwann war die Strafbank voll. Nach einer wilden Schlägerei auf dem Eis gab es hinter der Plexiglasscheibe keine Sitzplätze mehr, und so mussten einige Sünder stehen. Dabei war das zumindest sportlich ziemlich einseitige Duell in der DEL zwischen den Augsburger Panthern und der Düsseldorfer EG längst entschieden, als die Fäuste flogen.

Gut sechs Minuten bevor der 7:1-Endstand im ersten Playoff-Viertelfinale an der Anzeigetafel stand, war die Lage im Curt-Frenzel-Stadion außer Kontrolle geraten. Düsseldorf lag aussichtslos zurück, da checkte Patrick Buzas den Augsburger Patrick McNeill unfair in die Bande. Es kam, was kommen musste - die Panther fielen über den Gegner her.

"Das ist dann halt auch Playoff-Hockey", sagte Christoph Ullmann, getreu dem Motto: ganz normale Härte. "Düsseldorf möchte natürlich nicht einfach seine Sachen packen und nach Hause fahren. Die wollen nochmal eine Duftmarke hinterlassen", erklärte der Stürmer: "Da wollten wir uns natürlich widersetzen. Das ist nix, worüber man großartig sprechen muss."

Die DEG, die für ihren Schnitt von 9,35 Strafminuten pro Spiel gerade erst die "Robert Müller Fairplay Trophy" und einen Scheck über 10.000 Euro für die Nachwuchsarbeit erhalten hatte, kommentierte das Treiben auf und neben dem Eis ziemlich trocken. "Die nächste Großprügelei", schrieb der Klub bei Twitter: "Diesmal die Bilanz: Keine Luft mehr auf der Strafbank. Sechs Düsseldorfer und vier Augsburger sitzen/stehen/hocken dort."

Am Ende gab es 150 Strafminuten, 78 für Augsburg, 72 für Düsseldorf. Das ist eine Menge, aber lange nicht genug für den Negativrekord der Deutschen Eishockey Liga (DEL). In der Saison 1997/98 verhängten die Schiedsrichter beim Spiel zwischen den Schwenninger Wild Wings und den Frankfurt Lions 336 Minuten.

Wie Ullmann wollte auch dessen Teamkollege Steffen Tölzer keine große Sache aus der Boxeinlage machen. "Passiert halt", sagte der Kapitän. Und die beiden Trainer konzentrierten sich ohnehin viel lieber auf das am Freitag anstehende Spiel zwei der Serie, in der vier Siege zum Weiterkommen nötig sind.

DEG will "wieder aufstehen"

"Gedächtnisschwund ist eine gute Eigenschaft in den Playoffs", sagte DEG-Trainer Harold Kreis. Es sei zum Glück "egal, ob es 6:1 oder 7:1 ausgeht". Auch sein Gegenüber Mike Stewart hakte das Spiel schnell ab. "Not too high, not too low. Das ist unser Mantra", sagte der Kanadier mit österreichischem Pass.

Matt White (11., 45.), McNeill (26.), Daniel Schmölz (33.), Simon Sezemsky (50., 56.) und Scott Valentine (53.) trafen vor 6139 Besuchern für den Tabellendritten, der in der Hauptrunde noch alle vier Spiele gegen Düsseldorf verloren hatte. Dass der rheinische Rivale Kölner Haie beim 2:6 gegen den ERC Ingolstadt ebenfalls böse unter die Räder kam, tröstete die Düsseldorfer kaum.

"Man kann sagen, dass wir hingefallen sind. Aber das Wichtigste ist, dass wir wieder aufstehen", sagte DEG-Stürmer Alexander Barta bei "MagentaSport". Und Ullmann meinte: "Wir wollen das Ganze nicht zu sehr hypen. Es geht wieder bei 0:0 los."

 

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