Anzeige

Söderholm in Amerika

Bundestrainer umwirbt NHL-Profis um Draisaitl für WM

13.03.2019 12:11
Leon Draisaitl könnte ein wichtiger Faktor bei der WM sein
Leon Draisaitl könnte ein wichtiger Faktor bei der WM sein

Toni wer? Für die deutschen NHL-Profis ist der neue Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm ein unbeschriebenes Blatt. Der Nachfolger des Olympia-Silberschmieds Marco Sturm muss Überzeugungsarbeit leisten, denn er braucht Leon Draisaitl und Co. bei der WM in der Slowakei, um sich vorzeitig für Olympia 2022 zu qualifizieren.

"Ich treffe so viele Spieler wie möglich", sagte der Finne dem "Sport-Informations-Dienst": "Dann sollte man schon wissen, wer kommt und wer nicht."

Die entscheidende Frage ist: Ziehen die Stars genauso mit wie unter Sturm? Der deutsche NHL-Rekordspieler profitierte in seiner Amtszeit sehr davon, dass die Überseeprofis sich fast immer in den Dienst der Nationalmannschaft stellten - ganz anders als bei seinen Vorgängern Pat Cortina und Köbi Kölliker. "Ich hatte schon mit einigen Kontakt, sie sind positiv gestimmt", berichtete Söderholm. Bei der WM muss die deutsche Mannschaft ihren achten Platz in der Weltrangliste verteidigen, um ein Direktticket für Peking zu lösen.

Draisaitl, der aktuell bei den Edmonton Oilers auf 50-Tore- und 100-Punkte-Kurs und damit auf dem besten Weg zum NHL-Superstar ist, zögert noch. Erst "nach der Saison" will er "entscheiden, wie es weitergeht". Den neuen Bundestrainer kennt er bislang "nur vom Namen her".

Tobias Rieder fraglich, Philipp Grubauer bereit für WM

Gleiches gilt für seinen Klubkollegen Tobias Rieder. "Ich kenne ihn nicht persönlich, aber ich gehe davon aus, dass er ein Fachmann ist, der seine Arbeit gut macht", sagte der Landshuter. Sein Vertrag in Edmonton läuft aus, "das könnte ein Hindernis für die WM sein". Andererseits wäre das Turnier für ihn nach einer enttäuschenden Saison bei den Oilers die Chance, Werbung in eigener Sache zu machen.

Planen kann Söderholm dagegen wohl mit Torhüter Philipp Grubauer. "Ich bin immer bereit, für Deutschland zu spielen", sagte der Rosenheimer dem "SID": "Das habe ich immer gesagt." Weil die WM in diesem Jahr deutlich später als in den letzten Jahren beginnt, könnte er selbst bei einem Play-off-Einzug mit der Colorado Avalanche zur Verfügung stehen.

Marco Sturm nicht als Co-Trainer bei der WM dabei

Besuchen wird der neue Bundestrainer auch Olympia-Held Dominik Kahun bei den Chicago Blackhawks sowie Thomas Greiss und Tom Kühnhackl bei den New York Islanders. Der 37-jährige Dennis Seidenberg, der in dieser Saison noch nicht zum Einsatz kam, dürfte eher kein WM-Kandidat sein. "Man darf nicht vergessen, dass er ein Jahr nicht gespielt hat", sagte sein Bruder Yannic Seidenberg, der mit Red Bull München im DEL-Viertelfinale steht. Mit Abwehrspieler Korbinian Holzer, der bei den Anaheim Ducks nach langer Verletzung erst elf Spiele bestritten hat, will Söderholm telefonieren.

Eine Absage hat er schon definitiv bekommen. Sein Vorgänger Sturm wird nicht als Co-Trainer mit ihm an der Bande stehen, obwohl er mit den Los Angeles Kings die Play-offs in der NHL verpassen wird. "Das ist jetzt ein ganz neues Kapitel", sagte Sturm dem "SID": "Mit Toni wurde eine gute Lösung gefunden, er hat seine eigene Truppe. Da braucht er mich bestimmt nicht."

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige