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Keine umgedrehte Startaufstellung in der Formel 1

Brawn schließt Gimmicks aus: "Wollen das Racing fördern"

13.03.2019 10:03
Ross Brawn will die richtigen Veränderungen für die Formel 1
Ross Brawn will die richtigen Veränderungen für die Formel 1

Die Formel 1 sucht derzeit nach Wegen, um den Sport wieder spannender zu machen, doch künstliche Gimmicks wie eine umgekehrte Startaufstellung möchte Sportchef Ross Brawn nicht sehen.

"Fans mögen Veränderungen, wenn sie besseres Racing und besseres Entertainment bringen", sagt Brawn zu "Motorsport-Total.com", "aber sie können ihre Meinung ändern, wenn sie sehen, dass es aus den falschen Gründen gemacht wird."

Für 2019 wurde bereits ein Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde ausgelobt, was ein Beispiel einer solchen Änderung darstellt, doch an einigen Konstanten dürfe man laut Brawn nicht rütteln. Dazu zählen unter anderem die Rennlänge und die Natur des Rennens. "Ich denke nicht, dass eine umgekehrte Startaufstellung für die Formel 1 richtig wäre", sagt er.

Zwar funktioniert das System in anderen Serien wie der Formel 2, doch die Formel 1 habe andere Ansprüche, so Brawn. "Wir wollen definitiv keine Gimmicks, sondern wollen das Racing fördern und entwickeln und verstehen, was den Fans Spaß bereitet."

Gimmicks gehören für ihn da nicht dazu: "Das würde die Fans abtörnen", glaubt er.

Formel 1 weiß, was die Fans wollen

Vorschläge wie die umgekehrte Startaufstellung wurden in den vergangenen Jahren immer wieder auf den Tisch gebracht, doch die Formel 1 hat in vielen Nachforschungen gelernt, was die Fans wollen und was nicht. Brawns Fazit: "Sie akzeptieren Veränderungen, wenn sie in die richtige Richtung gehen."

Es geht dabei vor allem um 2021, wenn die Königsklasse ein neues Gesicht bekommen soll. Ein komplett neues Technisches Reglement wird der Serie einen neuen Anstrich geben, Änderungen im Sportlichen Reglement könnten für zusätzliche Würze sorgen.

Das Wichtigste werden aber ohnehin die neuen Autos sein, die besser überholen können sollen und ziemlich anders aussehen werden.

"Es wird einige geben, die die neuen Autos nicht mögen, aber ich hoffe, dass die Mehrheit sie lieben wird. Zumindest werden sie die Vorzüge lieben, die sie auf der Strecke sehen werden", ist der Engländer überzeugt.

2019 gibt es mit einer kleineren aerodynamischen Anpassung einen ersten Schritt, der von den Teams jedoch schon fast wieder kompensiert wurde.

Forschungen der Formel 1 nicht am Ende angekommen

Doch die Forschungen sind auch noch nicht am Ende angekommen. "Es geht immer um die Fragen, die man stellt", sagt Brawn. "Wenn man einen Fan fragt, ob er engeres Racing und mehr Überholen sehen möchte, dann wird die Antwort Ja sein. Niemand wird Nein dazu sagen. Aber dann muss man tiefer gehen: Welche Aspekte mag er? Geht es um Fahrer, geht es um Teams, ist es eine Kombination, sind es Strecken oder das Rennformat?"

All das muss die Formel 1 analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. "Das ist für die Formel 1 aber neu, deswegen müssen wir vorsichtig damit umgehen."

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