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Deutschland wird Favoriten-Rolle gerecht

Eisenbichler vergoldet perfektes Teamspringen der DSV-Adler

24.02.2019 16:47
Markus Eisenbichler und die DSV-Adler holten sich Gold im Teamspringen
© getty, Matthias Hangst
Markus Eisenbichler und die DSV-Adler holten sich Gold im Teamspringen

Markus Eisenbichler tanzte mit seinen Teamkollegen durch den Schnee, auf dem Trainerturm platzte Werner Schuster beinahe vor Stolz: Nur 24 Stunden nach Eisenbichlers grandiosem Einzel-Triumph hat der Bayer die deutschen Adler auch zur ersten Team-Goldmedaille bei einer WM seit 2001 geführt.

"Wahnsinn, einfach Wahnsinn", sagte der überragende Doppel-Weltmeister nach den vielleicht besten 24 Stunden der deutschen Skisprung-Geschichte.

Angeführt von Eisenbichler und Karl Geiger, die am Samstag sensationell für den ersten deutschen WM-Doppelsieg seit 1999 gesorgt hatten, erteilten die "Fantastischen Vier" der Konkurrenz eine weitere Lehrstunde.

Eisenbichler, der erneut überragende Geiger, Richard Freitag und Stephan Leyhe siegten am Bergisel in Innsbruck nach acht Sprüngen mit 987,5 Punkten überlegen vor Gastgeber Österreich (930,9) und Japan (920,2).

"Das war eine Flugshow vom ersten Sprung weg. Ich bin sehr dankbar, dass ich dabei war. Dieser Titel bedeutet mir total viel. Das ist das, was wir nie erreicht haben - ein kleines Märchen", sagte Bundestrainer Schuster, der nach der Saison sein Amt nach elf Jahren niederlegt.

Die ersten goldenen Abschiedsgeschenke gab es nun ausgerechnet in Innsbruck, wo der Österreicher einst studierte.


Mehr dazu: Medaillenspiegel der Ski-WM


Der Sieg im Teamspringen war von Beginn an eine deutliche Angelegenheit. Geiger, einen Tag zuvor überraschend WM-Zweiter im Einzel, brachte das Team mit einem Traumsprung auf 129,0 m sofort klar in Führung, die bis zu Eisenbichlers letztem Flug hielt.

"Beim letzten Sprung war ich nervös, musste ihn sauber runterbringen. Ich freue mich für das ganze Team", sagte Eisenbichler. Auch Andreas Wellinger, der seinen Platz kurzfristig an Leyhe abgeben musste, jubelte mit.

Nach Geigers Traumstart sorgten Freitag (121,0 m), Leyhe (126,0) und Geiger (128,0) schon zur Pause für eine beruhigende Führung. "Das waren zwei herausragende Sprünge von Markus und Karl", sagte Schuster bei Halbzeit.

Im zweiten Durchgang bauten der überragende Geiger (130,0), Freitag (120,0) und Leyhe (128,5) die Führung aus, Eisenbichler (128,5) brachte Gold mit dem letzten Bergisel-Sprung der WM nach Hause.

Eisenbichler trat somit in die Fußstapfen von Martin Schmitt, der ebenfalls 2001 als bislang letzter DSV-Adler Weltmeister sowohl im Einzel als auch mit dem Team geworden war. Gleichzeitig endete eine lange Durststrecke: Bei den vergangenen elf WM-Teamspringen inklusive Normalschanze hatte Deutschland immer den Titel verpasst, siebenmal sogar das Podest.

Goldjunge Eisenbichler will noch mehr

Für Eisenbichler war es zudem die Krönung eines grandiosen Wochenendes: Als siebter Skispringer aus einer deutschen Mannschaft holte er am Samstag Einzelgold. Ohne einen einzigen Weltcupsieg war er nach Tirol gereist, nun stand er ausgerechnet am bei den Deutschen zuletzt so ungeliebten Bergisel ganz oben auf dem Podest. "Wie soll man das verdauen, wenn man noch nie gewonnen hat und auf einmal WM-Gold hat?", sagte "Eisei".

Zuletzt hatte Severin Freund 2015 in Falun ebenfalls von der Großschanze triumphiert, ein Doppelsieg war letztmals Martin Schmitt und Sven Hannawald 1999 in Ramsau gelungen. Aus dem Häuschen war auch Eisenbichlers Zimmerkollege Geiger. "Das ist so genial", sagte der Oberstdorfer: "Dass ich hier etwas holen kann, habe ich irgendwie gerochen."

Das "Märchen des fliegenden Doppelzimmers" ist derweil noch nicht beendet: Am Freitag geht es auf der Normalschanze in Seefeld erneut um Gold, einen Tag später folgt das Mixed. Und Markus Eisenbichler hat noch lange nicht genug.

 

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WM 2019 Seefeld (AUT)

1DeutschlandDeutschland987.50
2ÖsterreichÖsterreich930.90
3JapanJapan920.20
4PolenPolen909.10
5NorwegenNorwegen900.20
6SlowenienSlowenien858.70
7SchweizSchweiz837.00
8TschechienTschechien818.40
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