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Neu-Trainer mit Traumdebüt

Fanprotest und Ekstase: Nürnberg erlebt Gefühlsachterbahn

19.02.2019 14:04
Nürnberg entführte einen Punkt gegen den BVB
© getty, Alex Grimm
Nürnberg entführte einen Punkt gegen den BVB

Interimstrainer Boris Schommers feiert beim Club ein Traumdebüt. Das 0:0 gegen den BVB weckt in Nürnberg Hoffnung im Abstiegskampf der Bundesliga.

Boris Schommers drehte sich zu den Fans, ließ seine Fäuste vorschnellen und gab einen mächtigen Jubelschrei von sich. Nach dem erlösenden Schlusspfiff waren der Freude beim 1. FC Nürnberg keine Grenzen gesetzt, der Interimstrainer feierte das 0:0 des Ligaschlusslichts gegen Tabellenführer Borussia Dortmund als ermutigendes Debüt. Beim Club ist die Hoffnung zurück.

Als "sehr schönes Erlebnis" bezeichnete Schommers sein erstes Spiel als Bundesligatrainer, "vor ausverkauftem Haus, bei dieser Kulisse, gegen diesen Gegner und mit diesem Ausgang". Und: "Dieser Punkt tut uns allen gut und bringt Selbstvertrauen."

Ein Gefühl, das in Nürnberg zuletzt gänzlich verloren gegangen war. "Es gab einen kleinen Impuls innerhalb des Vereins und der Mannschaft", bemerkte Verteidiger Tim Leibold, "wir haben versucht, die Freude am Fußball zurückzugewinnen. Das wollte uns Boris wieder mitgeben."

Fansturm auf TV-Studio

Mit Erfolg. Gemeinsam mit Co-Trainer Marek Mintal drehte der 40-Jährige an den richtigen Schrauben und stellte seine Elf - auch im Vergleich zum 0:7 im Hinspiel - perfekt ein. "Die Mannschaft hat leidenschaftlich gekämpft und ihre Hausaufgaben erledigt", sagte der frühere Assistent seines entlassenen Vorgängers Michael Köllner.

Freude und Ärger lagen beim Club allerdings nicht weit auseinander. Ein Teil der FCN-Fans hatte seinen Unmut gegen Montagsspiele ausgedrückt, warf aus Protest immer wieder schwarze Tennisbälle auf das Spielfeld und erzwang damit kleinere Unterbrechungen.

Die Trainer Schommers und Lucien Favre wollten sich im Anschluss nicht dazu äußern. Zwei Fans hatten vor dem Spiel sogar versucht, das Studio des übertragenden TV-Senders Eurosport zu stürmen. BVB-Sportdirektor Michael Zorc, der kurz darauf ein Interview gab, wurde laut "Bild" Zeuge der Geschehnisse.

Nürnberg reist "mit breiter Brust" nach Düsseldorf

Ungeachtet der Vorfälle herrscht beim Club trotz des 16. Spiels in Serie ohne Sieg wieder etwas mehr Zuversicht im Kampf gegen den Abstieg. Die Überraschung gegen den BVB war für Schommers zwar keine Initialzündung, aber mit ähnlichen Leistungen "haben wir eine gute Chance, auch gegen andere Gegner etwas mitzunehmen".

Am Samstag wartet das Duell der Aufsteiger bei Fortuna Düsseldorf, in der 2. Liga hatte sich der Club dort mit 2:0 durchgesetzt. "Daran wollen wir anknüpfen. Wir fahren mit etwas breiterer Brust dorthin", sagte Leibold voller Selbstvertrauen.

Die Nürnberger warten in der Liga seit September (3:0 gegen Düsseldorf) auf einen Sieg. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt dennoch nur zwei Punkte. Und Leibold ist sich sicher: "Auch Düsseldorf ist schlagbar."

 

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